Formel E

Formel E: Piquet holt sensationelle Pole-Position in Hongkong

Timo Pape

Timo Pape

Nelson Piquet jr. hat sich völlig überraschend die Pole-Position beim Auftakt zur dritten Formel-E-Saison in Hongkong geschnappt. In einer chaotischen Qualifikation setzte sich der Meister der ersten Saison gegen seinen Teamkollegen Oliver Turvey durch, der die erste Startreihe für NextEV perfekt machte. Eine Sensation, nachdem das chinesische Team die Vorsaison als Letzter beendet hatte. Dritter wurde ebenfalls überraschend Neuling Jose Maria Lopez im Virgin, der seinen Teamkollegen Sam Bird knapp hinter sich ließ.

Die Favoriten hingegen ließen Federn: Champion Sebastien Buemi geht als Fünfter ins Rennen, während Lucas di Grassi als Vorletzter starten muss. Er verunfallte - ebenso wie Andretti-Fahrer Robin Frijns - in der Schikane, die wenige Minuten vor dem Qualifying verändert worden war. Der Frust des gesamten Fahrerfeldes über diese Entscheidung der Rennleitung war in jeder Aussage spürbar. Geheimfavorit Jean-Eric Vergne kam nur auf Rang neun.

In Gruppe 1 herrschte zunächst Verwirrung, weil sich die Rundenzeiten als deutlich langsamer entpuppten als noch im Training. Der Grund: Streckenposten hatten den sogenannten "Sausage Kerb", also einen abgerundeten Randstein, in der Schikane entfernt, nachdem Piquet im Training über ihn gerast, abgehoben und verunfallt war. Eine ausführliche Aufarbeitung des Themas lest ihr in einem Extra-Artikel. Loic Duval und Nico Prost lieferten zu Beginn ordentliche Zeiten ab, die am Ende wenigstens noch für die Top 10 reichen sollten.

In Gruppe 2 dann der erste große Aufreger: Lucas di Grassi rutschte über den übrig gebliebenen Randstein in der Schikane und schlug mit der linken Seite seines ABT-Renners an der Mauer an. "Das beeinträchtigt meine Meisterschaft von Beginn an", klagte der ABT-Pilot nach seinem Unfall. Nach einer Unterbrechung durch rote Flaggen holte sich zunächst Bird die Bestzeit, dann Turvey.

Auch Gruppe 3 legte buchstäblich mit einem Kracher los: Frijns verlor seinen Andretti ebenfalls in der Schikane - ein fast identischer Unfallhergang wie bei di Grassi. Der Niederländer schlug allerdings noch heftiger ein und bohrte sich frontal in die TECPRO-Barriere. Der hinter ihm fahrende Vergne konnte gerade noch ausweichen. Das Trümmerfeld musste fast 30 Minuten lang geräumt werden.

Aufgrund dieser enormen Unterbrechung entschied die Rennleitung, die Super-Pole zu streichen. Zu kurz wäre die Pause zwischen Qualifikation und Rennen gewesen, um die Autos aufzuladen. Somit stand schon vor Gruppe 4 fest, dass die Reihenfolge der Gruppenphase auch der Startaufstellung entsprechen würde.

In der letzten Gruppe rechneten alle damit, dass sich Buemi die Pole-Position sichern würde. Der Meister kam letztlich aber nur auf Startplatz fünf. Stattdessen überzeugte Lopez mit einer starken Runde, durch die er bei seinem Formel-E-Debüt sogar vor seinem Teamkollegen Bird landete. Daniel Abt wurde als bester Deutscher Siebter. Nick Heidfeld kam auf Rang elf, Maro Engel geht als Zwölfter in sein erstes Formel-E-Rennen (10 Uhr MEZ).

Das Ergebnis des Qualifyings

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