Formel E plant für Gen4 offenbar kompletten Mexiko-Kurs: Wehrlein nennt bisherige Strecke "zu klein"
Tobias Wirtz
FIA Formula E
Die Formel E steht beim Mexico City E-Prix vor einer grundlegenden Streckenänderung. Mit dem Start der Gen4-Ära soll die Elektro-Rennserie offenbar erstmals die vollständige Variante des Autodromo Hermanos Rodriguez nutzen. Das berichtet FE Notebook unter Berufung auf aktuelle Simulationen der FIA. Auf der langen Start-Ziel-Geraden könnte allerdings zusätzlich eine temporäre Schikane entstehen.
Die deutlich schnelleren Gen4-Fahrzeuge stellen FIA und Formel E vor neue Herausforderungen bei der Gestaltung der Rennstrecken. Deshalb wird derzeit mithilfe umfangreicher Simulationen untersucht, welche Streckenvarianten für die neue Fahrzeuggeneration geeignet sind.
Für Mexiko soll die Entscheidung dabei grundsätzlich zugunsten der vollständigen Strecke gefallen sein. Die bislang genutzte Formel-E-Variante führt dabei unter anderem über eine Kurzanbindung im Bereich von Start und Ziel, die bei einem Wechsel auf den kompletten Kurs in dieser Form nicht mehr benötigt würde. Die konkrete Konfiguration steht jedoch offenbar noch nicht endgültig fest. Dem Bericht zufolge könnte auf der langen Start-Ziel-Geraden zusätzlich eine temporäre Schikane eingebaut werden, um ausreichend Möglichkeiten zur Energierückgewinnung zu schaffen.
FIA Formula E
FIA kündigt neue Streckenführung für Mexiko an
Pablo Martino, bei der FIA für die Formel-E-Weltmeisterschaft verantwortlich, wollte die konkrete Variante beim Saisonfinale in London zwar nicht bestätigen. Gegenüber Formula E Notebook machte er jedoch deutlich, dass sich die Strecke verändern wird.
"Ich kann nicht sagen, welche Variante wir in Mexiko nutzen werden, aber sie wird sich von allem unterscheiden, was wir bislang in der Formel E gesehen haben", sagt Martino. "Wir werden andere Streckenführungen nutzen, und auf den meisten Rennstrecken werden es für alle neue Layouts sein."
Bei manchen Kursen würden die Unterschiede zur vergangenen Saison größer ausfallen als bei anderen. Weitere Details könne er noch nicht nennen, da die Formel E derzeit noch einzelne Punkte untersuche.
Wehrlein: Bisherige Strecke "zu klein für das Gen4-Auto"
Auch Pascal Wehrlein spricht sich für eine deutliche Veränderung in Mexiko aus. Der zweimalige Formel-E-Weltmeister gehört gemeinsam mit Oliver Rowland und Lucas di Grassi zu der Fahrergruppe, die sich mit streckenspezifischen Themen beschäftigt.
"Wir hatten vor ein paar Wochen ein sehr positives Meeting, bei dem wir alle unsere Erfahrungen und Erwartungen dazu geteilt haben, wo wir Dinge verbessern können", sagt Wehrlein. "Ich weiß daher ziemlich genau, wie die Strecken in der kommenden Saison aussehen könnten."
Gerade in Mexiko hält er die bisherige Variante angesichts der Leistungsfähigkeit des Gen4 für ungeeignet. "Wenn wir am selben Veranstaltungsort fahren, aber mit einer anderen Streckenführung, dann braucht das Auto im Fall von Mexiko meiner Meinung nach die komplette Strecke."
"Die bisherige Strecke in Mexiko ist für das Gen4-Auto zu klein. Deshalb werden wir in Zukunft sicherlich andere Streckenführungen sehen, die das Gen4-Auto besser zur Geltung bringen und seine Geschwindigkeit und Beschleunigung besser zeigen."
Gen4 verändert Anforderungen an die Formel-E-Strecken
Welche Streckenänderungen notwendig sind, ermittelt die FIA anhand von Simulationen. Neben der Sicherheit spielen dabei unter anderem Energierückgewinnung, Renndauer, Rundenlänge und die zu erwartende Fahrweise eine Rolle.
"Wenn sie nicht innerhalb dieses Bereichs liegen, versuchen wir, der Formel E Lösungen für die Streckengestaltung vorzuschlagen, um diese Parameter wieder in einen akzeptablen Rahmen zu bringen", erklärt Martino.
Dabei fließen auch die Erfahrungen mit den teilweise extremen Peloton-Rennen der Gen3-Ära ein. Beim aerodynamisch effizienteren Gen4 erwartet die FIA weniger Anreiz für die Fahrer, gezielt im Windschatten zu bleiben.
"Wir arbeiten außerdem daran, den Lift-off-Bereich so zu gestalten, dass die Meisterschaft nicht in eine Situation gerät, die aus Sicht der Show nicht mehr akzeptabel wäre", sagt Martino. "Diese Arbeit hat nichts mit Sicherheit zu tun. Dabei geht es ausschließlich darum, wie gut sich auf einer Strecke Rennen fahren lassen."
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