Formel E

Porsche-Einspruch gegen Felix-da-Costa-Strafe in London abgelehnt, Fall geht vor FIA-Berufungsgericht

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Das Formel-E-Team von Porsche ist mit seinem Einspruch gegen die 3-Minuten-Zeitstrafe gegen Antonio Felix da Costa beim London E-Prix in erster Instanz gescheitert. Die Rennkommissare lehnten eine Überprüfung der Strafe ab, weil "neue und relevante Elemente" gefehlt hätten. Damit ist klar, dass eine endgültige Entscheidung erst vor dem International Court of Appeal (ICA), dem Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA, fallen wird. Dies kann sich allerdings noch einige Wochen, wenn nicht gar Monate hinziehen.

Antonio Felix da Costa wurde beim Samstagsrennen des London E-Prix für das Unterschreiten des von Hankook vorgegebenen Mindestdrucks am rechten Vorderreifen bestraft. Auch wenn Fahrer und Team argumentierten, dass dieser Regelverstoß durch eine Beschädigung des Reifens verursacht worden und damit auf höhere Gewalt zurückzuführen sei, verlor der Portugiese durch die Zeitstrafe seinen zweiten Platz und wurde als Letzter gewertet.

Da die Strafe nicht nur Einfluss auf das Rennergebnis, sondern auch das Ergebnis der Fahrer- und Team-WM hatte, legte Porsche Protest ein. Zusätzlich beantragte das Team aus Weissach eine Überprüfung der Strafe. Im Falle einer Rücknahme würde Porsche in der WM am eigenen Kundenteam Avalanche Andretti vorbeiziehen und nachträglich Dritter werden. Felix da Costa würde in der Fahrer-WM von gar Position 9 auf den fünften Platz vorrücken.

Von den Rennkommissaren des London E-Prix erhielt das deutsche Herstellerteam jedoch eine Absage: In einem virtuellen Meeting am vergangenen Dienstag hatte Porsche - vertreten durch Florian Modlinger und James Lindesay - die Gelegenheit, seine Sicht der Dinge zu präsentieren. Von Seiten der FIA waren der Technische Delegierte Laurent Arnaud sowie Pablo Martino, Head of Sporting Matters, anwesend, dazu Andretti-Teamchef Roger Griffiths als Vertreter einer eventuell betroffenen Drittpartei.

Keine neuen Erkenntnisse

Porsche berief sich dabei auf einige sicherheitsrelevante Aspekte. Unter anderem führte das Team aus, dass es selbst als verantwortliche Partei für die Sicherheit eines Fahrzeugs gelte und dass das Auto zu jeder Zeit sicher gewesen sei. Nach Ansicht der Rennkommissare brachte Porsche jedoch kein neues und relevantes Element vor, da dem Team bereits während des Rennens bewusst gewesen sei, dass der Reifendruck zu niedrig war. Ein Defekt des entsprechenden Sensors konnte zudem nicht nachgewiesen werden.

Da die Neubewertung einer verhängten Strafe laut Reglement nur dann erfolgen darf, wenn ein neues und relevantes Element vorliegt, das zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht bekannt war, wurde diese folgerichtig abgelehnt. Die Strafe für Felix da Costa bleibt bestehen und muss daher nun vor dem FIA-Berufungsgericht (ICA) verhandelt werden. Ein Termin für die Verhandlung ist bislang noch nicht bekannt.

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