Formel E

Formel E präsentiert neues Sportliches Format: Sprintrennen "E-PrixUnleashed" & mehr Punkte im Qualifying

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Formula-E-Gen4-car-1

Der Automobil-Weltverband FIA hat auf der Sitzung des Motorsport-Weltrates am Dienstag das neue sportliche Format der Formel E für die erste Saison mit den Gen4-Boliden beschlossen. Das Qualifying wird weiterhin zweigeteilt mit Gruppen- und Duellphase stattfinden, jedoch dadurch aufgewertet, dass deutlich mehr Punkte vergeben werden. Zudem werden "Double-Header" grundsätzlich aus einem 30-minütigen Sprintrennen sowie einem 45-minütigen Energiesparrennen bestehen.

Evolution statt Revolution: So lässt sich das sportliche Format beschreiben, mit dem die Formel E in die Gen4-Ära starten will. Mit Einführung des Gen3-Evo-Fahrzeugs war die Rennserie bereits dazu übergegangen, zwei unterschiedliche Rennen an einem Rennwochenende durchzuführen: Ein Rennen fand grundsätzlich mit Pit-Boost statt, das andere ohne den vorgeschriebenen Nachladestopp.

Verschiedene Rennformate, aber identische Punktevergabe

Dies wird in der kommenden Saison noch weiter ausgebaut: Ein Rennen eines "Double-Header"-Wochenendes, der sogenannte E-PrixUnleashed, wird auf 30 Minuten verkürzt und ohne Pit-Boost-Boxenstopp stattfinden. Hier kommt die Aerodynamik-Konfiguration mit hohem Anpressdruck zum Einsatz. Die Formel E will somit "die volle, uneingeschränkte Leistung des Gen4-Rennwagens demonstrieren und für einen völlig anderen, rasanten Rennstil sorgen", so eine Pressemitteilung der Rennserie im Wortlaut. Sechs Minuten Attack-Mode stehen den Fahrern hier zur Verfügung.

Das zweite Rennen, das weiterhin E-Prix genannt wird, soll dabei ein klassisches Rennen über 45 Minuten sein, bei dem das Energiesparen im Vordergrund steht. Hier wird es auch wieder den Pit-Boost geben. Dieses Rennen wird grundsätzlich mit dem Aerodynamikpaket mit weniger Anpressdruck ausgetragen. Auch hier wird es den Attack-Mode geben, jedoch über die "klassischen" acht Minuten, wie bislang in den Rennen ohne Pit-Boost auch.

Anders als beispielsweise in der Formel-1-Weltmeisterschaft, sollen bei beide Rennen jedoch identische Punkte vergeben werden: 25 für den Sieger, wie bislang auch. Der Bonuspunkt für die schnellste Runde innerhalb der Top 10 findet sich in dem Plan jedoch nicht mehr.

"Single-Header"-Rennwochenenden sollen dabei nur aus einem E-Prix bestehen, nicht aus einem E-PrixUnleashed. Wir werden also an jedem Formel-E-Wochenende Schnelllade-Boxenstopps sehen. In beiden Rennformaten wird die Leistung beim Attack-Mode von 450 kW auf 600 kW erhöht.

Die Formel E will dabei davon abrücken, am Tag vor dem ersten Rennen bereits das 1. Freie Training auszutragen. Stattdessen wird dieser Tag offiziell zum "Shakedown-Tag" umfunktioniert. Mutmaßlich wird es also nur einen Funktionstest der Gen4-Boliden geben, bei dem keine Rundenzeiten gemessen werden. Gleichzeitig wird die Dauer des Freien Trainings von derzeit 40 Minuten auf 45 Minuten verlängert - es wird an jedem Wochenende aber nur noch zwei davon geben. Beim "Single-Header" im klassischen Format 1. und 2. Freies Training, bei einem "Double-Header" nur noch ein Freies Training pro Tag.

Mehr Punkte im Qualifying

Das Format des Qualifyings, das sich seit Saison 8 in der Formel E bewährt hat, soll beibehalten werden: Zunächst findet ein Gruppenqualifying mit zwei Gruppen statt, die vier schnellsten Fahrer jeder Gruppe qualifizieren sich für die Duellphase.

Was sich jedoch ändert: Jeder Fahrer, der sich für die Duelle qualifiziert, erhält einen Meisterschaftspunkt. Zusätzlich gibt es einen weiteren WM-Punkt für jedes gewonnene Duell, dazu einen weiteren Punkt für die Pole-Position. Insgesamt kann ein Fahrer im Qualifying also fünf Punkte erzielen.

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2 Kommentare

Luca ·

Richtig gute Änderungen vorfallen die zwei verschiedenen Formate werden das Wochenende noch unvorhersehbarer gestalten. Die Formel E Fahrzeuge mal mit voller Pace in einem Rennen zu sehen wird sicher spannend. Ich finde nur die Rennen mit 30 bzw 45 min etwas kurz

EffEll ·

Auch ich finde die Änderungen sehr interessant. Das 30 min Rennen könnte vielleicht auch eingefleischte Petrol-Heads begeistern, wenn auf Lifting and Coasting annähernd vollständig verzichtet werden kann und der Abtrieb der Fahrzeuge für FE Verhältnisse recht hoch ist. Dann kann die Rennserie auch für aktuelle F1 Piloten attraktiv(er) werden. Ich finde 30 Minuten zwar auch zu kurz, wobei aber das Fahrzeuggewicht mit 1 t schon hoch genug ist und daher einen recht guten Kompromiss zwischen Batteriegröße und Rennzeit bilden kann. Ein ePrix hätte aber gerne auch 55 Minuten haben können. Vermutlich will man aber das Peloton-Gebummel der ersten 15 Minuten beseitigen, welches weder wirklich unterhaltsam, geschweige denn sportlich relevant war und in der Vergangenheit häufig nur zu beschädigten Frontflügel durch Auffahrunfälle führte. Etwas mehr Tempo durch kürzere Rennen inklusive Pit-Boost kann da nicht schaden, auch wenn ich gerne längere Rennen sehen würde. Schön zu sehen, dass die Verantwortlichen Erkenntnisgewinne auch in Änderungen umsetzen.

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