Formel E

Formel E: Preston bestätigt Techeetah-Aus für 2023, plant aber Rückkehr für Saison 10

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Techeetah wird nicht an der Formel-E-Weltmeisterschaft 2023 teilnehmen. Was sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet hatte, bestätigte CEO Mark Preston nun bei den Kollegen von 'The Race'. Damit werden auch im kommenden Jahr wieder nur 22 Fahrzeuge im Starterfeld der Elektroserie zu finden sein. Ein Comeback ist jedoch in Planung.

Über die Zukunft des chinesischen Teams war viel spekuliert worden: Immerhin verließen neben Antriebspartner DS Automobiles auch beide Fahrer und zahlreiche Mitarbeiter:innen das Team. Während Jean-Eric Vergne gemeinsam mit DS zum ehemaligen Dragon-Team wechselte, das nun DS Penske heißt, zog es Antonio Felix da Costa zu Porsche. Hier wurde der Portugiese Nachfolger von Andre Lotterer.

Bis Anfang Oktober soll für Techeetah durchaus Hoffnung bestanden haben: Das Team verhandelte mit Nio 333 über die Lieferung von Kundenmotoren. Mit Max Günther und Oliver Turvey sollen auch zwei starke und Formel-E-erfahrene Piloten Gespräche mit Techeetah geführt haben. Dieser Plan ist jedoch gescheitert, da es CEO Mark Preston und Chief Commercial Officer Keith Smout nicht rechtzeitig gelang, neue Investoren für das Team an Bord zu holen.

"Wir müssen uns jetzt neu aufstellen und einen Neustart mithilfe neuer Investoren und neuer Partner für die Zukunft wagen", so Preston. "Wir glauben, dass wir die notwendigen Voraussetzungen haben, um ein weiteres Erfolgskapitel in der Gen3-Ära zu schreiben. Die Erfolgsgeschichte des Teams wird es uns ermöglichen, 2024 das Paket für eine Rückkehr in die Startaufstellung zu schnüren."

"Wir haben ein fantastisches Team aufgebaut und bewiesen, dass wir mit den richtigen Partnern konstant Siege und Titel einfahren können", beschreibt Preston weiter. Er gehörte als Teamchef zu den Schlüsselfiguren bei Techeetah, als das Team nach der zweiten Saison den Startplatz von Super Aguri übernahm. Auch dort war Preston bereits Teamchef gewesen.

Bereits seit einiger Zeit soll Techeetah in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken: Mehrheitseigner SECA, eine chinesische Sportmarketing-Firma, hatte einen Verkauf des Teams an den kanadischen Unternehmer Anthony di Iorio geplant, der jedoch am Ende scheiterte. Eher aus der Not heraus übernahm Antriebshersteller DS Automobiles 2021 eine größere Rolle im Team, insbesondere im operativen Geschäft. DS-Motorsportchef Thomas Chevaucher bekleidete fortan den Posten des Teamchefs, während Preston zum CEO aufstieg.

Eine personelle Neuaufstellung des Teams könnte jedoch durchaus aufwendig werden: Gemeinsam mit DS Automobiles sind auch die meisten Ingenieure und Mechaniker zu DS Penske gewechselt. Den früheren Mitarbeiter:innen von Dragon Racing wurde hingegen mitgeteilt, dass ihre Jobs mit Ende der Formel-E-Weltmeisterschaft 2022 wegfallen.

Techeetah gehört zu den erfolgreichsten Teams in der Formel-E-Geschichte: Zweimal gewannen die Chinesen den Teamtitel. Dazu holten Jean-Eric Vergne und Antonio Felix da Costa insgesamt dreimal die Fahrermeisterschaft. Mit 20 Pole-Positions hat das Team die meisten in der ewigen Statistik der Rennserie gesammelt. Mit 15 Siegen und 43 Podestplatzierungen belegt Techeetah in zwei weiteren Wertungen den zweiten Platz.

Das Starterfeld der Formel-E-Weltmeisterschaft wird im kommenden Jahr also erneut 22 Fahrzeuge umfassen, obwohl das deutsche ABT-Team seinen Wiedereinstieg in die Rennserie bekannt gegeben hat. Neben der neuen Partnerschaft DS Penske gibt es mit Maserati (bislang Venturi) und McLaren (bislang Mercedes) zwei neue Namen in der Starterliste.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 6 und 9.
Advertisement