Formel E

Aprilscherz: Formel E reagiert auf Windschattenspiele von Sao Paulo und führt "Lead-Charge" ein

Timo Pape

Timo Pape

Formel-E-Gen3-Auto-Heck

[Update: Bei diesem Artikel handelte es sich um einen Aprilscherz.]

Zwar hat sich die Formel E für die zahlreichen Führungswechsel beim Sao Paulo E-Prix ausgiebig gefeiert, letztlich aber wohl doch festgestellt, dass dem Motorsport eine wichtige Komponente verloren geht, wenn niemand ein Rennen anführen möchte. Die Lösung des Problems wird schon bald kommen und klingt kurios: Führungsrunden sollen künftig mit zusätzlicher Energie beim Schnellladeboxenstopp belohnt werden.

Eigentlich sollte die Schnelllade-Technologie bereits zum Gen3-Start der Formel E zum Einsatz kommen. Nun wird sie mit ein paar Monaten Verspätung bei einem der kommenden Rennen eingeführt werden. Beim sogenannten Attack-Charge sollen die Fahrer in 30 Sekunden 4 kWh Energie nachtanken (wobei gleichzeitig der Attack-Mode freigeschaltet wird). Diese Boxenstopps will sich die Formel E nun noch anderweitig zunutze machen.

So soll pro geführter Rennrunde eine definierte Menge Energie zusätzlich in die Batterie eingespeist werden. Wie viel Energie dies sein wird, hängt vom jeweiligen Streckenlayout ab. Bei einem Highspeed-Kurs wie in Sao Paulo wären es kumuliert möglicherweise mehrere Kilowattstunden, während der Effekt auf Strecken wie Monaco kaum zum Tragen kommt. Vor jedem E-Prix will die FIA hierzu eine streckenspezifische Referenzmenge bekannt geben.

Beim Rennen in Sao Paulo war es zum Teil zu absurden Szenen an der Spitze des Feldes gekommen. Fahrer winkten sich gegenseitig vorbei, damit auch sie für ein paar Runden lang Energie im Windschatten des jeweiligen Vordermannes sparen konnten. Pole-Sitter Stoffel Vandoorne fiel durch den Nachteil des Luftwiderstands letztlich bis auf den sechsten Platz zurück und begründete das enttäuschende Ergebnis: "Ich habe zu lange angeführt."

"Fans werden den atemberaubenden neuen Lead-Charge lieben"

Bereits in der vergangenen Woche widmeten wir diesem Dilemma der Formel E einen eigenen Kommentar und sahen eigentlich nur zwei mögliche Lösungsansätze: Anpassungen an den Streckenlayouts oder eine Verringerung des Gen3-Auto-Luftwiderstands durch das für Saison 11 geplante Karosserie-Upgrade "Gen3EVO". Dass die Formel E mit einer derart schnellen und innovativen Lösung um die Ecke kommt, überrascht viele Expert:innen.

"Elf Führungswechsel sind schön und gut, aber wenn man als Rennfahrer vorbeigewunken wird, haben Überholmanöver auch keinen Reiz mehr", erkennt ein Sprecher der Formel E. "Warum also nutzen wir nicht unsere technologischen Möglichkeiten mit dem Gen3-Auto und treiben gleichzeitig die Entwicklung der Serie voran? Die Fans werden den atemberaubenden neuen Lead-Charge lieben."

Möglicherweise könnte der Attack-Charge und damit auch der angekündigte Lead-Charge bereits am 22. und 23. April in Berlin eingeführt werden. Der Zeitdruck der Formel E ist nachvollziehbar, denn ähnlich wie in Sao Paulo dürfte der Windschatteneffekt auch in Tempelhof eine entscheidende Rolle spielen und könnte zu einem weiteren sportlichen Dilemma führen. Wir halten dich zu diesem Thema auf dem Laufenden.

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4 Kommentare

Chris ·

April, April ?

Tom ·

Eure Aprilscherze sind immer zu gut!
Wie auch letztes Jahr mit der Untrerbodenbeleuchtung hielt ich die Neuigkeit während des Lesens für eine total plausieble und gute Idee.

Paco ·

? Wieder eine tolle Story zum 1.April ?

Martin ·

Bekommt bei diesem Scherz bitte wenigstens die Einheiten richtig hin... In 30 Sekunden 4 kW? Mit 4 kW oder 4 kWh? Ergibt so nicht mal Sinn...

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