Formel E

Formel E: Reduzierung der Energiemenge für einzelne E-Prix noch in dieser Saison?

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Eine der großen technischen Änderungen in der fünften Formel-E-Saison sind die neuen Batterien. Die von McLaren Applied Technologies (MAT) entwickelten, 385 kg schweren Akkumulatoren sorgen dafür, dass sich die Formel-E-Rennen in dieser Saison grundlegend zu früher unterscheiden: Der Fahrzeugwechsel zur Rennhalbzeit ist weggefallen, außerdem sind die Rennen nun mit 45 Minuten (plus eine Runde) etwas kürzer geworden.

Eine weitere technische Änderung ist die vergrößerte Rekuperation: die Energierückgewinnung beim Bremsen wurde von 150 kW auf 250 kW erhöht, was einen deutlichen Einfluss auf den Energieverbrauch hat. Die Gen2-Rennwagen können mit den zur Verfügung stehenden 52 kWh je nach Streckencharakteristik die Renndistanz bestreiten, ohne große Tempoeinbußen durch Energiesparen zu erleiden. Die Folge: Trotz Attack-Mode mit 25 kW Zusatzleistung sind die Rennen nicht ganz so unvorhersehbar geworden, wie es sich die Verantwortlichen vor der Saison gewünscht hatten.

Frederic Bertrand, FIA-Direktor für Rundstreckenrennen, sagt bei 'e-racing365', dass in Betracht gezogen wird, noch in der laufenden Saison die im Rennen zur Verfügung stehende Energiemenge zu reduzieren. Somit könnten die Fahrer je nach Streckencharakteristik wieder deutlich mehr gezwungen werden, auf ihren Energieverbrauch zu achten.

Die FIA untersucht nun, ob eine Reduzierung der Energiemenge auf den noch ausstehenden Kursen die Rennen spannender machen könnte. Bis auf die neuen Strecken in Sanya und Bern liegen für alle noch kommenden Rennstrecken im Rennkalender 2018/19 bereits Erfahrungswerte mit den Gen1-Autos vor.

"Wir möchten die Rennen etwas herausfordernder machen, deshalb denken wir daran, bei manchen Rennen die Energiemenge zu reduzieren", so der Franzose weiter. "Aus demselben Grund geben wir die Regeln für den Attack-Mode im Rennen so spät bekannt. Es soll schwierig sein, das im Vorfeld zu simulieren. Bei einigen Rennen könnten wir etwas weniger Energie zur Verfügung stellen. Dies ist eine der Optionen, die wir wahrscheinlich ziehen könnten."

Keine Einschränkungen der nutzbaren Energie werde es hingegen während eines laufenden Rennens geben, sollte es eine Safety-Car-Phase oder eine Full-Course-Yellow geben: "Das ist das einzige, das wir nicht schaffen können. Wenn das Safety-Car auf die Strecke fährt oder in einer Rennphase der Energieverbrauch niedriger ist, dann haben wir ein Problem", so Bertrand. Eine späte Safety-Car-Phase hatte sowohl in Diriyya als auch in Marrakesch dafür gesorgt, dass der Energieverbrauch für die Fahrer kein Thema mehr war und die Rennen unter "Vollgas" zu Ende gingen.

"Aber das ist ja auch das Schöne an der Formel E", meint der FIA-Verantwortliche. "Wir alle freuen uns, bei jedem Rennen viel dazulernen zu können. Und wir werden auch in den kommenden Rennen noch viel dazulernen. Aber ja: Wir denken darüber nach, die Energiemenge zu verändern."

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