Formel E

Formel-E-Rennen in Eindhoven: Politik sichert "volle Unterstützung" zu

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Robin-Frijns-Berlin-E-Prix-2020

Die Planungen für einen ersten niederländischen E-Prix schreiten weiter voran: In einem Schreiben an Formel-E-CEO Jamie Reigle haben vier niederländische Minister:innen und eine Staatssekretärin ihre volle Unterstützung für die Austragung eines Eindhoven E-Prix gegenüber der Formel E, dem lokalen Promoter und den Teilnehmern geäußert. Das gab die Stiftung Formula-Eindhoven in einer Pressemitteilung bekannt.

In einem auf den 10. März 2021 datierten Schreiben des Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport mit dem Titel "Unterstützung für den Eindhoven E-Prix 2021" heißt es wörtlich: "Die niederländische Regierung unterstützt die Kandidatur der niederländischen Stiftung Formula-Eindhoven für die Ausrichtung des Eindhoven E-Prix für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren."

"Wir sind überzeugt, dass die Begeisterung und das Engagement des Organisationskomitees eine erfolgreiche Veranstaltung in einer gastfreundlichen, sicheren und offenen Atmosphäre sowohl für die Teilnehmer als auch für die Besucher gewährleisten wird", heißt es weiter. "Wir können Ihnen versichern, dass die niederländische Regierung innerhalb des gesetzlichen Rahmens alle Anstrengungen unternehmen wird, um die Formel E, das lokale Organisationskomitee und die Teilnehmer zu unterstützen."

"Im Namen der niederländischen Regierung möchten wir betonen, dass wir es als eine Ehre betrachten, den Eindhoven E-Prix in den Niederlanden auszurichten", heißt es im letzten Absatz des Briefes, den die Stiftung Formula-Eindhoven auf ihrer Internetseite präsentiert.

"Die perfekte Kombination aus Spitzensport, Innovation & Nachhaltigkeit"

Unterschrieben ist der Brief von Tamara van Ark (Ministerin für Gesundheit und Sport), Cora van Nieuwenhuizen (Ministerin für Infrastruktur und Wasserwirtschaft), Sigrid Kaag (Ministerin für Außenwirtschaft und Entwicklungshilfe), Bas van 't Wout (Minister für Wirtschafts- und Klimapolitik) und Staatssekretärin Mona Keijzer (Ministerium für Wirtschafts- und Klimapolitik). Auch wenn die Minister nicht mehr lange im Amt sind - am heutigen 17. März finden in den Niederlanden Neuwahlen statt - unterstützen erstmals in den Niederlanden vier verschiedene Ministerien die Durchführung einer Sportveranstaltung.

Das Konzept, das die Stiftung Formula-Eindhoven entwickelt, zielt nach eigenen Angaben darauf ab, den Übergang zu einer zukunftsfähigen Region mit konkreten Zielen in den Bereichen CO2-neutraler Mobilität, höherer Beschäftigung und einem besseren Lebensumfeld zu beschleunigen. Ein Vorhaben, das auch in der niederländischen Regierung breite Unterstützung findet.

"Wir begrüßen die mögliche Ankunft der Formel E in den Niederlanden sehr", so Maarten van Wesenbeeck, Geschäftsführer beim niederländischen Automobilsportverband KNAF. "Die Formel E ist die perfekte Kombination aus Spitzensport, Innovation und Nachhaltigkeit - drei Themen, die in der Politik der KNAF in den kommenden Jahren Priorität haben."

Chef-Organisator Laumans "sehr stolz auf die Unterstützung der niederländischen Regierung"

"Ein Formel-E-Rennen in den Niederlanden passt gut in die immer wichtiger werdende Rolle der Niederlande und der niederländischen Fahrer im internationalen Kart- und Motorsport", ergänzt van Wesenbeeck. "Die KNAF unterstützt die Bewerbung der Formula-Eindhoven aktiv und kann aus der vergangenen Zeit mit Recht sagen, dass sie volles Vertrauen in die Organisation hinter der Bewerbung hat."

Peter-Paul Laumans, Vorsitzender der Stiftung Formula-Eindhoven, freut sich sehr über die Unterstützung durch die Politik: "Im Namen unserer Organisation kann ich sagen, dass ich sehr stolz auf die Unterstützung der niederländischen Regierung bin. Wir arbeiten an etwas Einzigartigem - etwas, das es in den Niederlanden noch nie gegeben hat."

"Inzwischen unterstützen viele Unternehmen und Institutionen unsere Initiative", so Laumans weiter. "Es gibt viel Zuspruch und nun auch aus Den Haag, was großartig ist. Es bestätigt die Bedeutung für die gesamten Niederlande."

Eindhoven E-Prix bereits im Sommer?

Der Eindhoven E-Prix wäre das erste Formel-E-Rennen in den BeNeLux-Staaten. Ein für 2017 geplanter E-Prix in Brüssel wurde abgesagt, nachdem sich die Lokalpolitik dagegen entschieden hatte, eine wichtige Verkehrsanbindung für die Formel E zu sperren. Seitdem war Brüssel nie wieder ein Thema. Besonders interessant wäre das Rennen auch für Formel-E-Fans im Westen Deutschlands - sofern denn Zuschauer zugelassen wären: Von Duisburg, Kleve oder Mönchengladbach aus sind es weniger als 100 Kilometer bis nach Eindhoven.

Interessant ist das Ansinnen der Veranstalter aus Eindhoven, noch 2021 ein Rennen anzupeilen. Bislang steht der Rennkalender der Formel E nur bis zum "Double-Header" in Santiago de Chile am 5./6. Juni fest. Sicher scheint jedoch, dass es noch einen zweiten Europa-Abschnitt geben wird. So sagte Serienchef Jamie Reigle im Februar: "Ich bin mir sicher, dass wir auch wieder in Berlin fahren werden. Berlin ist die einzige Stadt, in der wir in jedem Jahr unserer Meisterschaft gefahren sind. Diese Serie wollen wir fortführen!"

Nach Informationen von 'e-Formel.de' plant die Formel E aktuell mit einem Berlin E-Prix in der ersten August-Hälfte. Die Wochenenden 7./8. und 14./15. August stehen im Raum. Logistisch wäre es also sinnvoll, das Rennen in Eindhoven kurz vor oder nach dem Berlin-Lauf zu veranstalten, möglicherweise als Ersatz für Seoul, New York oder gar London, die allesamt noch auf der Kippe stehen. Es bleibt spannend.

zusätzliche Berichterstattung durch Timo Pape

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