Formel E

Formel-E-Rennkalender für Saison 13: Austin & Brands Hatch in Favoritenrolle als neue Strecken

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Auch wenn in der Formel E derzeit die letzte Saison mit den Gen3-Evo-Fahrzeugen stattfindet, laufen hinter den Kulissen die Planungen für die Debütsaison der Gen4-Boliden auf Hochtouren: Die Hersteller entwickeln mit Hochdruck an ihren Antriebssträngen, dazu sind die Verantwortlichen damit beschäftigt, neue Rennorte für die deutlich leistungsstärkeren und schnelleren Rennfahrzeuge zu finden. In Großbritannien und den USA scheint es für die kommende Saison auf zwei permanente Rennstrecken hinauszulaufen.

Der Formel-E-Kurs im ExCeL-Messezentrum in London hat auf dem Papier vieles, was die Formel E für ein Rennen in einer Metropole braucht: Ein einzigartiges Setting mit dem Indoor-Outdoor-Kurs, der durch eine Messehalle führt und eine optimale Anbindung an die städtische Infrastruktur. Der Nachteil: Da die Strecke außerhalb der Halle Zufahrtsrampen und -wege auf dem Messegelände nutzt, lässt sich nur eine enge und verwinkelte Streckenführung umsetzen.

Dass diese bereits bei den Gen3-Evo-Boliden an ihre Grenzen stößt, ist kein Geheimnis. Daher hat die Formel E ihren 2025 ausgelaufenen Vertrag mit dem ExCeL auch nur um ein Jahr verlängert. Ein Gen4-Rennen gilt hier als ausgeschlossen. Daher ist die Rennserie auf der Suche nach einer Alternative in Großbritannien. Nachdem sich bereits seit Jahren Gerüchte um eine Verlegung auf die Strecke nach Silverstone halten, rund zwei Autostunden nordwestlich der britischen Hauptstadt, scheint sich die Formel E nun stattdessen auf die Rennstrecke von Brands Hatch zu fokussieren. Diese liegt nur 30 Minuten außerhalb von London im Südosten.

"In London zu fahren, ist kompliziert"

"Man möchte in London Rennen fahren, nicht wahr? Wenn man könnte, würde man in London fahren", beschreibt Formel-E-CEO Jeff Dodds bei Racingnews365. "Die Herausforderung bei Rennen in London besteht darin, dass die Autos immer größer und leistungsstärker werden und die Orte, an denen man in London Rennen fahren kann, immer begrenzter werden. Es gibt zwar Orte in London, wo wir Rennen fahren könnten, aber das ist sehr kompliziert, weil man mehrere Genehmigungen einholen muss und die Logistik nicht einfach ist. Es ist kompliziert und teuer. Wenn es also eine Lösung gibt, die nicht im Zentrum Londons liegt, wäre es mein Ziel, dass wir für eine gewisse Zeit dorthin gehen, egal wo das ist."

"Es gibt hier zwei Streckenführungen. Ich denke, keine der beiden ist in ihrer aktuellen Form perfekt, daher gäbe es einiges zu tun", so Dodds über Brands Hatch. "Aber ich glaube nicht, dass es so kompliziert wäre. Ich denke, bei jeder Rennstrecke gilt: Wenn wir und der Eigentümer der Rennstrecke bereit sind, es zu verwirklichen, ist das eine ziemlich einfache Angelegenheit."

2. USA-Rennen: Stadtkurs unwahrscheinlich, Austin mit Favoritenrolle

Eine von der Formel E seit Jahren angestrebte Erweiterung des Rennkalenders betrifft ein zweites Rennen in den USA. Nachdem mit dem Miami International Autodrome 2026 ein neuer Kurs aufgenommen wurde, ist auch für den zweiten USA-Lauf nach Informationen von e-Formel.de eine Rennstrecke Favorit, auf der die Formel 1 aktuell fährt: Der Circuit of the Americas in Austin, Texas. Hier fährt unter anderem auch die Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC.

Am Rande des Miami E-Prix im Januar habe es bereits Gespräche der Formel-E-Organisatoren mit Andy Soucek, Vizepräsident Motorsport der Rennstrecke in Austin gegeben, berichtet The Race. Auch hier ist jedoch eine Anpassung der Streckenführung für die Formel E im Gespräch.

Der Kurs sei "eine gute, realisierbare Option, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nichts entschieden", so Oli McCrudden, Vizepräsident für Austragungsstädte bei der Formel E. "Wenn es darum geht, ob wir in einen Markt einsteigen wollen, der bisher ein F1-Markt war, stellt sich aber immer die Frage: 'Wollen wir einen direkten Vergleich?' Wenn man auf einer Rennstrecke fährt und gutes Racing zeigt, so wie wir es tun, denke ich ehrlich gesagt nicht, dass es keine große Rolle spielt, wenn die Rennstrecke etwas anders ist."

Straßenkurs in Toronto ebenfalls eine Option

Ein Stadtkurs in Phoenix hingegen scheint keine Option mehr zu sein, nachdem die in einer Machbarkeitsstudie bevorzugte Streckenführung rund um den Papago Park am Stadtrand bei der lokalen Politik durchgefallen ist. Auch Straßenkurse in den Städten Atlanta, Denver und Detroit sollen sich in der Kürze der Zeit - die offizielle Bekanntgabe soll bereits im Juni diesen Jahres erfolgen - nicht realisieren lassen. Eine Alternative könnte jedoch ein Rennen in Kanada sein: Toronto liegt nur rund eine Stunde nördlich der US-Grenzen und war bis 2025 Austragungsort eines Rennens der IndyCar-Series.

"Wir führen derzeit zahlreiche Gespräche und werden im März/April einen vorläufigen Kalenderentwurf bei der FIA einreichen, sodass uns nicht viel Zeit bleibt", so Dodds bei The Race. "Es gibt eine ganze Reihe von Gesprächen, darunter auch mit Toronto. Es könnte Miami plus Toronto werden. Es könnte aber auch Miami plus ein weiterer Veranstaltungsort in den USA werden."

Klarheit werden wir vermutlich Anfang Juni haben. Dann tagt der Motorsportweltrat der FIA und beschließt voraussichtlich die erste Version des Formel-E-Rennkalenders für die Saison 2026/27. In der Vergangenheit gab es aber auch hier immer wieder den Fall, dass Austragungsorte bei einzelnen Rennterminen fehlten.

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