Formel E

Formel-E-Rennsieger Cassidy beklagt "unfaire & ungerechtfertigte" Strafversetzung in New York

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Es war der Formel-E-Aufreger am Sonntag in New York City: Aufgrund zweier Bauteilwechsel, die in Folge des Massencrashs am Vortag nötig waren, musste der eigentliche Pole-Sitter Nick Cassidy 30 Plätze in der Startaufstellung zurück. Von seiner Strafversetzung erfuhr er in einem TV-Interview. Nach dem Rennwochenende beklagt sich der Neuseeländer über die Umstände der Rückversetzung bewertet die Strafe als "ungerechtfertigt".

Nach dem Unfall im Samstagsrennen mussten an Cassidys Envision-Boliden die Batterie und der Batteriekühler gewechselt werden. Da laut Sportlichem Reglement aber nur eine Batterie in der Saison verwendet werden darf, sprachen die Rennkommissare gegen Cassidy die im Regelwerk vorgesehene Rückversetzung um 20 Startpositionen aus. Es kam aber noch schlimmer: Da es zudem der fünfte Batteriekühler in dieser Saison für ihn war, erhöhte sich die Strafe um zehn weitere Plätze. Laut Reglement sind nur vier Exemplare pro Saison erlaubt.

Da von Position 1, für die sich Cassidy qualifiziert hatte, eine Rückversetzung von höchstens 21 Plätzen möglich war, wurde die restliche Strafe in eine Durchfahrtsstrafe umgewandelt. Diese trat der Envision-Fahrer am Ende der ersten Rennrunde an.

"Leider hatte ich einen Unfall, bin in die Mauer gerutscht, und dann haben mich zwei andere Fahrzeuge getroffen", beschrieb Cassidy die Situation bereits vor dem Sonntagsrennen bei ProSieben. "Dabei ist die Batterie beschädigt worden, die deshalb gewechselt werden musste. Und das hat uns die Strafe eingebracht. Das ist meiner Meinung nach nicht ganz fair."

"Wenn man mir das gestern schon gesagt hätte, hätte ich ein Bier trinken und meinen Sieg feiern können", nimmt es der Neuseeländer jedoch mit Humor. Aufgeben wollte er trotz der sportlich aussichtslosen Situation jedoch nicht: "Wir haben immer noch einiges zu lernen, daher ist es trotzdem viel wert, das Rennen zu bestreiten und zu pushen."

"Ich habe beim TV-Interview mit Dario (Franchitti) und Nicki (Shields) nach dem Qualifying in der Boxengasse davon erfahren", beschreibt Cassidy in einer Medienrunde, an der auch 'e-Formel.de' teilnahm. "Ich hörte vorher, dass es diese Möglichkeit gebe, aber mir wurde nichts gesagt, weil mich das Team ohne Störungen das Qualifying bestreiten lassen wollte."

"Ich ahnte schon, dass da etwas nicht stimmt"

"Aber dann sah ich meinen Teammanager aus der Ferne", erklärt der Envision-Pilot weiter. "Trotz des tollen Qualifyings sah er nicht hundertprozentig happy aus. Daher ahnte ich schon irgendwie, dass etwas nicht stimmt. Ich hoffte da aber noch das Beste."

Auch wenn ihn die schlechte Nachricht sichtlich getroffen hat, ist er seinem Team nicht böse, so mit der Situation umgegangen zu sein. Ganz im Gegenteil. "Ich glaube, dass das Team das Richtige gemacht hat, mir nichts davon zu sagen", berichtet Cassidy. "Wir sind das Qualifying so angegangen wie immer. Und wir wurden mit drei Punkten belohnt."

"Außerdem waren wir der Meinung, dass diese Strafe ungerechtfertigt ist", so Cassidy weiter. "Die Umstände waren unfair. Und ich weiß jetzt, dass sie (Envision) versucht haben, dagegen vorzugehen. Sie haben neue Beweise vorgelegt. Ich will jetzt nicht zu sehr darauf eingehen, aber sie hielten es für unfair."

Envisions Einspruch basierte auf "neuen Beweisen" aus einem YouTube-Video eines Fans, das gezeigt habe, dass der Fahrzeugschaden durch den Aufprall des Mercedes von Stoffel Vandoorne entstanden sei. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt, da die Rückversetzungsstrafe ausschließlich aufgrund des Teilewechsels verhängt wurde. Wie - und durch wen - die Beschädigung zustande kam, hat für die Beurteilung des Vergehens keine Rolle gespielt.

Bereits in etwas mehr als einer Woche hat Cassidy in London die Gelegenheit, erneut anzugreifen. Am 30. und 31. Juli steht dort ein weiterer "Double-Header" auf dem Terminplan, bevor die Saison zwei Wochen später in Seoul enden wird.

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