Formel E

Formel-E-Saisonauftakt vor Verschiebung: Gen4-Premiere wohl in Mexiko statt in Jeddah

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Der Formel-E-Saisonauftakt in Saudi-Arabien steht offenbar vor der Verschiebung. Nach zahlreichen Absagen internationaler Sportveranstaltungen berichtet das spanische Motorsportportal SoyMotor, dass die beiden für Dezember geplanten Rennen in Jeddah nicht stattfinden sollen. Stattdessen könnte die Gen4-Ära erst im Januar in Mexiko beginnen. Nach Informationen von e-Formel.de wird als Ersatztermin für Jeddah das bisherige Sanya-Wochenende im April gehandelt. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

Die Formel E soll ihre 13. Saison und damit die neue Gen4-Ära am 18. und 19. Dezember mit zwei Nachtrennen auf dem Jeddah Corniche Circuit eröffnen. Angesichts der angespannten Sicherheitslage in Saudi-Arabien und zahlreicher abgesagter Sportveranstaltungen in den vergangenen Wochen erscheint dieser Plan jedoch zunehmend fraglich.

Wie das spanische Motorsportportal SoyMotor am Sonntag unter Berufung auf eigene Informationen berichtete, soll die Entscheidung zur Verschiebung des Jeddah E-Prix aus Sicherheitsgründen bereits gefallen sein. Die Formel E würde ihre Saison demnach erst am 16. Januar 2027 in Mexiko-Stadt beginnen.

Als möglicher Ersatztermin für den Jeddah E-Prix wird nach Informationen von e-Formel.de das Wochenende vom 16. und 17. April 2027 gehandelt. Bislang ist für den 17. April allerdings der Sanya E-Prix in China vorgesehen. Sollte Jeddah tatsächlich auf dieses Wochenende verlegt werden, müsste für das Rennen in Sanya ein neuer Termin gefunden werden. Offiziell bestätigt ist eine solche Kalenderänderung bislang nicht.

Zahlreiche internationale Sportveranstaltungen in Saudi-Arabien abgesagt

Die Unsicherheit um den Formel-E-Saisonauftakt kommt nicht überraschend. Allein in den vergangenen beiden Wochen wurden zahlreiche internationale Sportveranstaltungen in Saudi-Arabien abgesagt oder verschoben.

So gaben die FIA und die Veranstalter am Montagabend bekannt, dass der ursprünglich vom 29. bis 31. Oktober in Qiddiya City geplante Extreme H World Cup auf 2027 verschoben wird. Als Grund wurden logistische und operative Herausforderungen genannt.

Auch die für den 1. bis 15. Januar 2027 geplante Rallye Dakar wird nicht wie ursprünglich vorgesehen in Saudi-Arabien stattfinden. Die Veranstalter bestätigten am Sonntag, dass die Rallye in ein anderes Land verlegt werden soll. Für 2028 ist eine Rückkehr nach Saudi-Arabien geplant.

Bereits zuvor waren mehrere weitere internationale Sportereignisse betroffen:

  • FIFAe Finals 2026: Die ursprünglich vom 16. bis 25. Oktober in Jeddah geplanten E-Sport-Weltmeisterschaften wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.
  • Six Kings Slam: Das hochdotierte Tennis-Einladungsturnier in Riad wurde vom 21. bis 24. Oktober auf den 27. bis 30. Dezember verschoben.
  • Urban Cycling World Championships: Die vom 3. bis 7. November in Riad geplanten Weltmeisterschaften im BMX Freestyle und Trial wurden abgesagt.
  • PIF Saudi International: Das für den 18. bis 21. November vorgesehene internationale Golfturnier der Asian Tour wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.
  • Rallye Saudi-Arabien: Am 19. Oktober wurde auch die Austragung als Lauf der FIA Middle East Rally Championship (MERC) abgesagt.

Bereits am 17. September hatten die FIA und der WRC-Promoter offiziell bestätigt, dass die für November geplante Rallye Saudi-Arabien nicht als Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft stattfinden würde. Als Grund wurden damals regionale Entwicklungen genannt, die sich auf die logistischen Vorbereitungen auswirkten. Die Rallye sollte anschließend noch im Rahmen der Middle East Rally Championship (MERC) ausgetragen werden, bevor auch diese Veranstaltung gestrichen wurde.

Hintergrund ist die seit September zunehmend angespannte Sicherheitslage in Saudi-Arabien. Bei wiederholten Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf den internationalen Flughafen von Riad wurden zahlreiche Menschen getötet und verletzt. Besonders schwer war ein Angriff am 10. Oktober, bei dem 13 Menschen ums Leben kamen und mehr als 300 verletzt wurden. Die Angriffe führten zudem zu massiven Einschränkungen des internationalen Flugverkehrs. Angesichts der Entwicklungen überprüften mehrere internationale Sportverbände ihre Veranstaltungsplanungen.

Die offiziellen Begründungen unterscheiden sich dabei: Während teilweise ausdrücklich auf die Entwicklungen in der Region verwiesen wird, nennen andere Veranstalter vor allem organisatorische und logistische Schwierigkeiten.

Formel E hatte bereits Plan B für Saisonauftakt angekündigt

Die Formel E hatte sich bereits im August auf eine mögliche Verschiebung vorbereitet. Bei einem Mediengespräch, an dem auch e-Formel.de teilnahm, erklärte Geschäftsführer Jeff Dodds, dass die Rennserie die Sicherheitslage genau beobachte und für den Fall einer Verschiebung einen Ausweichtermin im weiteren Saisonverlauf eingeplant habe. Einen kurzfristigen Ersatzveranstaltungsort im Dezember wolle die Formel E nicht suchen.

Noch Anfang Oktober hatte Dodds im Gespräch mit e-Formel.de in Rom erklärt, weiterhin fest mit dem Saisonauftakt in Saudi-Arabien zu planen. Wenige Wochen zuvor sei er persönlich nach Jeddah gereist, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Die Situation habe sich für ihn dabei völlig normal angefühlt.

"Es wird für uns eine datenbasierte Entscheidung sein. Nicht ich oder der Vorstand werden diese Entscheidung treffen", betonte Dodds. Dabei orientiere sich die Formel E insbesondere an offiziellen Reise- und Sicherheitshinweisen, etwa denen des britischen Außenministeriums. Spätestens nach den Vorsaisontests im November müsse die Entscheidung fallen, da die Fahrzeuge anschließend per Schiff transportiert werden sollen. Eine frühere Entscheidung schloss Dodds damit allerdings nicht aus.

Wann die Formel E eine offizielle Entscheidung über den Saisonauftakt bekannt geben wird, ist bislang nicht bekannt. Offen bleibt zudem, ob die beiden Rennen in Saudi-Arabien im weiteren Saisonverlauf nachgeholt werden können und welche Auswirkungen eine mögliche Verschiebung auf den restlichen Rennkalender hätte.

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