Formel E

Formel E: Technik-Schock für Evans - Jaguar bleibt am Shanghai-Sonntag punktlos

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Wieder einmal ist Mitch Evans im Kampf um den WM-Titel in der Formel E kurz vor Saisonende von einem technischen Problem an seinem Jaguar betroffen gewesen: Der Neuseeländer musste auf einen Start beim Sonntagsrennen des Shanghai verzichten und tatenlos zusehen, wie Pascal Wehrlein im Porsche auf Platz 4 fuhr und ihm somit die Führung in der Gesamtwertung entriss. Da auch sein Teamkollege Antonio Felix da Costa ohne WM-Zähler blieb, rückte Porsche auch in der Teamwertung ganz nah an Jaguar ran.

Technik-Probleme für Mitch Evans im ansonsten äußerst zuverlässigen Jaguar kurz vor Saisonende - da werden Erinnerungen wach. So blieb der Neuseeländer beim Saisonfinale 2021 in Berlin beim Start von Platz 3 unvermittelt stehen, als die Ampeln ausgingen und wurde von Edoardo Mortara getroffen. Beide WM-Kandidaten waren somit raus aus dem Rennen. Im folgenden Jahr rollte Evans' Jaguar beim London E-Prix kurz vor Rennende mit einem defekten Inverter aus. Er verlor seinen sicher geglaubten vierten Platz ausgerechnet an den Titelrivalen Stoffel Vandoorne im Mercedes, den er trotz eines Sieges beim folgenden Seoul E-Prix nicht mehr einholen konnte. Wiederholt sich die Geschichte nun ein drittes Mal?

Dieser Gedankte drängte sich beim Shanghai E-Prix auf. Nachdem bereits zuvor dem Live-Timing zu entnehmen war, dass Evans' Fahrzeug sich nicht in der Startaufstellung, sondern in der Box befand, war der Neuseeländer kurz vor dem Rennstart in der Box zu sehen. Evans war zu diesem Zeitpunkt bereits umgezogen und trug ein Headset, um den Teamfunk mithören zu können. Ein herber Rückschlag im Kampf um seinen ersten WM-Titel.

Standard-Bauteil versagte den Dienst

"Ein vermutetes Problem mit dem Wechselrichter seines Autos - ein Standardkomponente der Meisterschaft, wie sie von allen Teams verwendet wird - hinderte ihn daran, am Rennen teilzunehmen", so eine Mitteilung des Jaguar-Teams.

Teamchef Ian James ging in seinen Ausführungen weiter ins Detail: "Es handelt sich hierbei um ein Standard-Bauteil, und es scheint sich um denselben Defekt zu handeln, den wir in Mexiko beim freien Training an Antonios Auto hatten. Als es ausfiel, löste dies das Durchbrennen einer Sicherung in der Batterie aus. Das ist für uns und für Mitch sehr frustrierend, da es sich um handelsübliche Bauteile und nicht um Teile des Herstellers handelt."

Entsprechend enttäuscht war Evans nach dem Rennen. "Ein weiterer sehr frustrierender Tag, sowohl für mich als auch für das Team", sagt der Neuseeländer. "Aufgrund des Wechselrichter-Problems konnte ich nicht an den Start gehen, aber ich bin im Meisterschaftskampf weiterhin voll dabei. Ich werde das gemeinsam mit dem Team abhaken und den Blick wieder nach vorn richten, bevor es nach Tokio geht, wo ich wie immer voll angreifen werde."

Felix da Costa: "Konnten nicht das Maximum herausholen"

Antonio Felix da Costa konnte zwar am Rennen teilnehmen, aber auch der Portugiese war am Ende alles andere als glücklich. Nach dem Start von Platz 13 beschädigte sich Felix da Costa bei einem Kontakt mit Oliver Rowland den Frontflügel - ein Rennunfall, wie die Rennkommissare entschieden. Trotz der Beschädigung konnte er sich gegen Rennmitte bis auf Platz 3 hinter die beiden Porsche nach vorne schieben. Als die Rennstrecke gegen Rennende abtrocknete, war der Portugiese jedoch chancenlos gegen die Fahrer, die auf Trocken-Setups gesetzt hatten und fiel am Ende auf Platz 13 zurück.

"Es war heute ein schwieriges Rennen", so Felix da Costa nach dem Rennen. "In der Anfangsphase hatten wir die Pace, konnten daraus auf der Strecke aber einfach nicht das Maximum herausholen. Vier Rennen vor Schluss richtet sich unser Fokus nun auf Tokio, wo wir stark zurückschlagen wollen."

Für Jaguar kommt das punktlose Rennen zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Erstmals seit dem Mexico City E-Prix im Januar blieb das Team bei einem Rennen ganz ohne WM-Zähler. Nachdem das Porsche-Werksteam in Monaco und Sanya geschwächelt hatte, was Jaguar einen Vorsprung in der Teamwertung verschaffte, holte die Konkurrenz aus Deutschland in Shanghai nun ganze 47 Punkte - so viele wie noch nie an einem Wochenende in dieser Saison.

In knapp drei Wochen steht das nächste Rennen der Formel-E-Weltmeisterschaft 2025/26 an. Der vorletzte E-Prix der Saison findet in der japanischen Hauptstadt Tokio statt. Jaguar geht in der Teamwertung mit einem Vorsprung von sechs Punkten ins Rennwochenende. In der Fahrerwertung belegen Evans und Felix da Costa die Plätze 2 und 4.

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