Formel E

Formel-E-Test in Valencia: Robin Frijns mit Tagesbestzeit am Montag, neues Qualifying simuliert

Timo Pape

Timo Pape

Robin-Frijns-Envision-Formula-E-Testing-Valencia-2021

Robin Frijns war zum Auftakt der Vorsaison-Testfahrten der Formel E in Valencia der Schnellste. Der Envision-Pilot gewann die 75-minütige Nachmittagssession und damit auch die Tageswertung, nachdem am Vormittag noch Sam Bird die Bestzeit gesetzt hatte. Im Anschluss an das freie Zeitfahren kam es zur geplanten Qualifying-Simulation, in der alle Fahrer und Teams die Gelegenheit erhielten, die Abläufe des neuen Formats einmal auszuprobieren.

Am Morgen war Sam Bird zum Auftakt der Vorsaison-Testfahrten der Formel E in Valencia noch der Schnellste gewesen. In den letzten Minuten des Montagvormittags setzte er sich mit einer Bestzeit von 1:27.169 Minuten an die Spitze der Zeitenliste. Zweiter wurde Venturi-Neuling Lucas di Grassi, bester Deutscher Maximilian Günther (Nissan) auf Platz 11. Für Andretti, Dragon und Nio griffen erstmals die Formel-E-Rookies Oliver Askew, Antonio Giovinazzi und Dan Ticktum ins Lenkrad.

Insgesamt war es ein verhältnismäßig ruhiger Testauftakt am Montagvormittag. Zwar wurde die dreistündige Session schon nach 15 Minuten zum ersten Mal mit roten Flaggen unterbrochen, doch nach fünfminütiger Unterbrechung ging es schon weiter. Beide Mercedes waren in Sektor 2 stehen geblieben. Neben den beiden Envision-Fahrern zeigte vor allem das amtierende Meisterteam Mercedes eine gute Frühform. Nyck de Vries setzte zunächst die Bestzeit und behauptete die Spitze für lange Zeit.

Eine Rolle spielten auch die sogenannten Track-Limits. Einige Rundenzeiten wurden gelöscht, weil die Fahrer die Strecke kurzzeitig verlassen hatten. Zahlreiche Fahrer erhielten sogar fünfminütige Sperren, weil sie dies zu häufig getan hatten, darunter Nyck de Vries, Andre Lotterer, Oliver Rowland, Jean-Eric Vergne sowie die Neulinge Oliver Askew und Dan Ticktum.

Nach einer Weile übernahm Robin Frijns die Führung, ehe Lucas di Grassi in seinem neuen Venturi-Dienstwagen noch etwas schneller war. Zweimal kam es zu gelben Flaggen, zweimal war der Auslöser Mahindra: Zunächst rollte Alexander Sims in Kurve 6 aus, dann blieb kurz vor Schluss auch Rowland in Kurve 9 stehen. Die rote Flagge wurde jedoch nicht mehr gezeigt. Mit einem finalen Run in den letzten Minuten der Vormittagssession übernahm schließlich Sam Bird die Spitze, kam an den bisherigen Streckenrekord aber noch nicht heran.

Frühzeitig klare Verhältnisse im Zeitfahren

Die abermals dreistündige Nachmittagssession begann um 14 Uhr. Robin Frijns ging früh in Führung vor den beiden DS-Techeetah-Fahrern. Diese wurden jedoch kurzzeitig von Jake Dennis und Nick Cassidy verdrängt, bevor sich Jean-Eric Vergne und Antonio Felix da Costa erneut die Plätze 2 und 3 sicherten. Frijns baute mit einer weiteren Bestzeit seinen Vorsprung noch aus.

Unterdessen mussten mehrere Piloten wegen Verstößen gegen die Streckenbegrenzungen pausieren. Nach Antonio Giovinazzi und Oliver Turvey war auch Lucas di Grassi einer der Leidtragenden seiner eigenen Fahrweise - fünf Minuten durften die Fahrer zur Strafe jeweils ihre Autos nicht bewegen.

Im Klassement gab es keine größeren Verschiebungen mehr. Cassidy wurde Vierter, Andre Lotterer Fünfter. Dahinter komplettierten Mitch Evans, Jake Dennis, Sebastien Buemi, Maximilian Günther und Pascal Wehrlein die Top 10. Am Ende des Feldes lagen die beiden Mercedes-Piloten. Der Rückstand von mehr als vier Sekunden deutet jedoch darauf hin, dass die amtierenden Teamchampions zumindest in dieser Session keine Zeitenjagd geplant hatten.

Duell-Proben am Nachmittag

Für die Qualifying-Simulation wurde das Feld dann in zwei Gruppen eingeteilt - je ein Fahrer jedes Teams fuhr in einer der beiden Gruppen. Nachdem sich in Gruppe A Lucas di Grassi vor Sam Bird und Jean-Eric Vergne durchsetzen konnte, war in Gruppe B Edoardo Mortara Schnellster vor Mitch Evans und Robin Frijns. Dragon Penske Autosport muss die neuen Abläufe hingegen noch einmal üben: Antonio Giovinazzi wurde zu spät nach dem Reifenwechsel wieder auf die Strecke geschickt, sodass er es nicht schaffte, vor Ablauf der Zeit noch eine Runde zu beginnen.

Anschließend fuhren alle 22 Fahrer je ein Duell gegen ihren gleichplatzierten Widersacher aus der jeweils anderen Gruppe. Es gab also praktisch elf Viertelfinale. Einen echten Gewinner der Qualifying-Simulation gab es daher nicht. Auffällig war jedoch, dass es diverse teaminterne Duelle gab: Bei Mercedes, Andretti, Porsche und Venturi mussten jeweils die beiden Teamkollegen gegeneinander antreten.

Die Duelle der Qualifying-Simulation im Überblick

Duell Nr. Gewinner Verlierer
1 Daniel Ticktum* Antonio Giovinazzi*
2 Nyck de Vries Stoffel Vandoorne
3 Alex Sims Oliver Turvey
4 Maximilian Günther Sergio Sette Camara
5 Jake Dennis Oliver Askew
6 Pascal Wehrlein Andre Lotterer
7 Antonio Felix da Costa Sebastien Buemi
8 Oliver Rowland Nick Cassidy
9 Jean-Eric Vergne Robin Frijns
10 Mitch Evans Sam Bird
11 Edoardo Mortara Lucas di Grassi

* Da die Zeitnahme im ersten Duell nicht ordnungsgemäß funktionierte, ist der genaue Ausgang des Duells unbekannt.

Am Dienstagmorgen um 9 Uhr startet der zweite von drei Testtagen. Dann werden wir auch einen Fahrerwechsel sehen: Alice Powell fährt bei Envision Racing anstelle von Robin Frijns. Auch Dienstag begleiten wir die Testfahrten wieder live vor Ort und in unserem beliebten Liveticker.

Ergebnisse & Zeiten

zusätzliche Berichterstattung durch Tobias Wirtz

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