Formel E

Formel-E-Testfahrten zum letzten Mal im Donington Park?

Timo Pape

Timo Pape

Die Formel E könnte am heutigen Mittwoch zum letzten Mal gemeinsam im Donington Park testen. Laut 'Autosport' planen mehrere Teams, die bisherige gemeinsame Basis in England nach der dritten Saison zu verlassen. Aktuell sucht die Formel E nach einer alternativen Location, doch möglich wäre auch, dass es künftig keine kollektiven Testfahrten mehr gibt.

Seit Anfang 2014 dient der Donington Park den zehn Teams der Formel E als Basis, auch wegen seiner Nähe zum East Midlands Airport. Ein wichtiges Argument für Logistik-Partner DHL, dank dem wir übrigens damals im Rahmen der ersten Testfahrten den Flughafen besichtigen durften.

Jedes Team durfte einen eigenen Hangar auf dem Streckengelände beziehen. Teil der Vereinbarung damals war jedoch auch, die gemeinsamen Testfahrten in den ersten drei Jahren in Donington abzuhalten und mindestens bis zum Sommer 2017 zu bleiben.

Die Formel E selbst wird den Donington Park wohl auch weiterhin als logistische Basis nutzen, doch einige Teams wollen die Strecke verlassen - auch weil der Charakter der ehemaligen Grand-Prix-Strecke nur wenig mit den Stadtkursen der Formel E gemein hat. Während viele Teams noch keine Entscheidung getroffen hätten, sollen Renault e.dams, ABT Schaeffler Audi Sport und DS Virgin Racing bereits beschlossen haben, Donington zu verlassen.

Da Audi zur vierten Saison werksseitig einsteigt, wäre naheliegend, wenn die Ingolstädter nach Neuburg an der Donau umziehen würden, wo Audi sein gesamtes Motorsportengagement (WEC, DTM, TT Cup und Kundensport) bündelt. Renault dürfte es ebenfalls in die Heimat nach Frankreich ziehen.

Suche nach Alternativen kompliziert

Wie es heißt, diskutiert die Formel E im Moment, welche anderen Optionen es für die kollektiven Testfahrten gäbe. Klar ist, die Planung wird komplizierter, sollten sich die Teams tatsächlich auf mehrere Länder verteilen. Zwar gibt es Rennstrecken wie den Circuit de Calafat nahe Barcelona, wo etwa Mahindra sein privates Testprogramm (maximal 15 Tage) abspulte. Der Kurs kommt der Charakteristik einer Formel-E-Strecke schon näher. Allerdings ist er auch kleiner als der Donington Park und logistisch schlechter zu erreichen. Zudem sollten die Gegebenheiten zum Laden der Autos sowie Hotels für Personal, Journalisten und Fans in der Nähe vorhanden sein.

Trotz der Umstände würde die Formel E die kollektiven Testfahrten gern beibehalten. Neben internationaler Berichterstattung kamen jedes Jahr schließlich auch zahlreiche Fans nach Donington und gingen auf Tuchfühlung mit ihren Stars. Zudem nutzten die FIA und ihre Datenpartner den Kurs zum Testen des Equipments. Nichtsdestotrotz steht auch im Raum, die gemeinsamen Testfahrten gänzlich zu streichen.

Für private Testfahrten stünde der Donington Park in jedem Fall auch in Zukunft zur Verfügung: "Die Teams, die hier bleiben, können sich natürlich zusammentun und hier testen oder den Kurs sogar auch einzeln mieten", sagt Christopher Tate, Managing Director des Donington Parks. Er hoffe, dass "vier oder fünf" Teams auch weiterhin bleiben werden.

Doch selbst wenn sich die Formel E nach und nach zurückzöge, habe sie dem alten Traditionskurs viel Gutes beschert. Die Partnerschaft mit der Elektroserie habe geholfen, die "dunklen Tage" hinter sich zu lassen. Gut 20 Jahre lang war der Donington mehr und mehr in Vergessenheit geraten, nachdem er 1993 den Europa-Grand-Prix der Formel 1 ausgetragen hatte. "Die Partnerschaft mit der Formel E war ein sehr entscheidender Teil unserer Regenerationsstrategie", so Tate.

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