Formel E

"Verbleib definitiv vorteilhaft" - Nissan wohl auch in Gen3-Ära der Formel E am Start

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Nach den Ausstiegsankündigungen von Audi und BMW gibt es bald offenbar wieder Positives für die Formel E zu vermelden: Nissan will sein Engagement 'The Race' über die Gen2-Ära hinaus verlängern. Die Elektro-Rennserie bleibe langfristig das wichtigste globale Motorsportprojekt der Japaner, heißt es. Die Bekanntgabe soll bereits in Kürze erfolgen.

Nachdem sich Mahindra bereits im November als erster Hersteller für die Gen3-Ära der Formel E verpflichtet hat, soll sich nun auch Nissan zum langfristigen Verbleib in der Rennserie entschieden haben. Die endgültige Unterschrift und die offizielle Bekanntgabe werden für kommenden Monat erwartet, wenn Nissan seine Motorsportpläne für das Jahr 2021 bekannt gibt.

Viel Zeit haben die Hersteller nicht mehr, sich über ihr Engagement ab Ende 2022 Gedanken zu machen: Die Anmeldungen können bereits seit dem 1. Januar offiziell beim Weltautomobilverband FIA eingereicht werden. Die Anmeldefrist für die erste Saison der Gen3-Ära endet schon am 31. März 2021.

Tommaso Volpe, Nissans globaler Motorsport-Direktor, hatte bereits im November gesagt, die Formel E zeige "definitiv, wie relevant die Serie wegen der Elektrifizierung für die Automobilbranche im Allgemeinen ist. Wenn überhaupt, dann glaube ich, dass COVID der Elektrifizierung im Kerngeschäft einen zusätzlichen Schub gibt."

Volpe: "Viele Möglichkeiten, sich selbst & Technologien zu vermarkten"

Die Formel E sei jedoch nicht die einzige Option für Nissan. "Die Hersteller haben viele Möglichkeiten, sich selbst und Technologien wie die Elektrifizierung zu vermarkten. Daher muss jede Entscheidung sehr sorgfältig getroffen werden. Das bedeutet nicht, dass ein Verbleib in der Formel E nicht vorteilhaft wäre. Das wäre er definitiv. Aber man kann ihn mit anderen Maßnahmen vergleichen, die man stattdessen ergreifen kann."

Zum Jahresbeginn hat sich Nissan e.dams mit Cyrille Jourdan als Leiter der Technikabteilung verstärkt. Der Franzose hatte zuvor sieben Jahre bei der Toyota Motorsport GmbH in Köln gearbeitet, zunächst als Renningenieur, später dann als Leiter der Technikabteilung für Rennen und Tests.

Was machen die anderen Hersteller?

Neben Nissan sollen auch Mercedes und Porsche kurz vor der Bekanntgabe ihres Gen3-Engagements stehen. Gerade bei Mercedes soll dies nur noch Formsache sein. Der Hersteller hatte Ende letzten Jahres den Umzug des Rennteams ins britische Brackley in die Wege geleitet. Außerdem hatte sich Teamchef Ian James noch Mitte Januar bei 'e-Formel.de' ausführlich zu dem Themen Homologation und Testbeschränkungen im Zusammenhang mit den Gen3-Antrieben geäußert. Auch Porsche äußerte kürzlich erneut ein Bekenntnis zur Formel E.

Bei Jaguar soll noch keine Entscheidung gefallen sein, sie werde aller Voraussicht nach im Februar getroffen, heißt es. Auch bei Nio 333 deutet alles auf einen langfristigen Verbleib in der Elektrorennserie hin. Unklar hingegen ist die Zukunft von Dragon Penske Autosport. Ein Sprecher habe gegenüber 'The Race' geäußert, momentan keinen Kommentar zum Gen3-Status des Teams abgeben zu wollen.

Damit wäre möglicherweise der Weg für McLaren frei - die Briten haben sich bereits eine Option für einen Startplatz in der Saison 2022/23 gesichert. Ob McLaren nur als Kundenteam oder auch als Hersteller antreten wird, ist bislang nicht bekannt.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

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