Formel E

Formel E veröffentlicht 1. Video des schweren Unfalls von Alex Lynn in Saudi-Arabien

Timo Pape

Timo Pape

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Um 13:29 Uhr deutscher Zeit hat die Formel E erstmals ein Video des schweren Unfalls von Alex Lynn beim Samstagsrennen in Saudi-Arabien veröffentlicht. Der Mahindra-Pilot versuchte wenige Minuten vor dem Ende des zweiten Rennens in Diriyya, auf der langen Startgeraden innenseitig an seinem Kontrahenten Mitch Evans vorbeizukommen. Dabei wurde sein Fahrzeug eingeklemmt, stieg auf und überschlug sich noch in der Luft.

Der Mahindra schlug mit dem Überrollbügel auf der Strecke auf und rutschte noch gut 60 Meter bis in die Auslaufzone, wo das Fahrzeug schließlich in die TecPro-Barriere krachte. Das Rennen wurde vorzeitig abgebrochen, Sam Bird zum Sieger gekürt. Lynn wurde aus dem Auto befreit und zur Untersuchung ins Krankenhaus transportiert. Glücklicherweise ging der Unfall glimpflich für ihn aus. Lynn befindet sich derzeit schon wieder auf dem Weg zurück nach Großbritannien und soll beim Rom E-Prix am 10. April wieder für Mahindra starten, wie das Team mitteilte.

Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill: "Überrollbügel beschädigt, Halo-System tief verbeult"

Gegenüber den Kollegen von 'The Race' erklärte Gill zudem, dass der Unfall "das Auto komplett zerstört" habe und dass das von der FIA vorgeschriebene Halo "erheblich zu seiner (Lynns) Sicherheit beigetragen" habe. "Das Auto ist ein 100-prozentiger Totalschaden. Das Monocoque ist zertrümmert, der Überrollbügel ist beschädigt und das Halo-System ist tief verbeult und zerkratzt."

Das Auto wurde an Mahindra zurückgegeben, als sichergestellt war, dass Lynn unverletzt ist. Es wird nächste Woche zurück zur britischen Basis des Teams transportiert. "Es wurde nicht im Fernsehen gezeigt, sodass es eine gewisse Unsicherheit darüber gab, was mit Alex passiert war. Er meldete sich über Funk und sagte, dass es ihm gut ginge. Aber (das Signal) war nicht sehr stark. Das gab uns einen Hinweis darauf, dass er Hilfe brauchte. Das Notarzt-Team legte ihn daraufhin auf eine Trage und so weiter."

"Er war ein bisschen benommen, also wurde vorgeschlagen, ihn ins Krankenhaus zu bringen, da er ziemlich lange auf dem Kopf gelegen hatte", erklärt Gill weiter. "Er hat das Lenkrad mit den Beinen zertrümmert, sodass die Regenerations-Paddles gebrochen waren und er Schmerzen in den Knien hatte. Er hat jetzt weniger Schmerzen, als er erwartet hat. Er musste gestern Abend kein Paracetamol oder ähnliches einnehmen und sitzt bereits im Flugzeug zurück nach England. Es sieht alles gut aus."

Gill spricht öffentlich seinen Dank aus

Noch am Abend meldete sich Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill via Twitter an die Öffentlichkeit, um seinen Dank auszusprechen: "Im Namen von Mahindra Racing möchte ich mich bei den Streckenposten, MDD, den Rettungsdiensten und dem Personal des King Khaled Hospitals in Riad bedanken. Ihr seid Helden. Ich schätze eure sofortige und hervorragende Betreuung sehr. Wir danken euch sehr."

Mitch Evans, der kurz nach dem Unfall aus dem Auto sprang und zu seinem Fahrerkollegen rannte, meldete sich inzwischen über eine Instagram-Story zu Wort: "Alex und ich haben das gesamte Rennen hart gegeneinander gekämpft", erläutert der Neuseeländer. "Bei der Zufahrt auf Kurve 18 hat er mich attackiert, und ich habe mich verteidigt, wobei er mit meinem Hinterrad kollidiert ist, aufstieg und sich überschlug. Er landete auf dem 'Rücken' im Fangzaun. Das war ein schlimmer Unfall, und ich bin super glücklich, dass Alex okay ist. Niemand will solche Unfälle erleben."

zusätzliche Berichterstattung durch Tobias Bluhm

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2 Kommentare

iDau ·

Ich habe das Rennen live gesehen und nichts davon mitbekommen! Ist ja ok, dass man nicht gleich mit der Kamera drauf hält, aber so eine Übertragung ist dann auch wieder völlig daneben!

Simon ·

Das Problem war eben, das wahrscheinlich keine Kamera den Unfall direkt aufgezeichnet hat. Sonst hätte die Formel E bestimmt kein Überwachungsvideo sondern eine Onbooard von Lynn oder Evans veröffentlicht. Die Kommunikation des Rennabruchs hat leider, was man so liest, keinen so guten Eindruck hinterlassen.

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