Formel E

Formel E vor Kanada-Comeback? Toronto treibt konkrete E-Prix-Pläne für 2028 voran

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Die Formel E könnte nach elf Jahren nach Kanada zurückkehren. In Toronto werden offenbar konkrete Pläne für einen E-Prix im Sommer 2028 vorangetrieben. Dabei könnten sogar Teile des traditionsreichen ehemaligen IndyCar-Stadtkurses genutzt werden. Formel-E-Geschäftsführer Jeff Dodds bestätigt Gespräche mit der kanadischen Metropole und zeigt sich von dem möglichen Standort angetan.

Wie FE Notebook berichtet, gibt es bereits seit 2024 Bestrebungen, die Formel E nach Toronto zu holen. Zuletzt haben die Planungen offenbar deutlich an Fahrt aufgenommen. Demnach wurde bereits an einer möglichen Streckenführung sowie einer Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen gearbeitet. Auch die voraussichtlichen Infrastrukturkosten sollen bereits geprüft worden sein.

Als möglicher Austragungsort gilt das Exhibition Place im Westen der Innenstadt. Von 1986 bis 2025 fanden dort mit wenigen Unterbrechungen IndyCar-Rennen auf einem temporären Stadtkurs statt, bevor die Veranstaltung zur Saison 2026 nach Markham umzog. Für einen möglichen Formel-E-Kurs könnten laut dem Bericht Teile der bisherigen Strecke genutzt werden, möglicherweise sogar in umgekehrter Fahrtrichtung.

Eine endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. 2027 könnte zunächst eine offizielle Machbarkeitsstudie folgen. Für Juli desselben Jahres ist zudem eine Nachhaltigkeitskonferenz geplant, die als Vorläufer eines größeren Festivals dienen soll. Dieses könnte 2028 gemeinsam mit dem Toronto E-Prix stattfinden.

Formel-E-Chef Dodds bestätigt Gespräche mit Toronto

Formel-E-Geschäftsführer Jeff Dodds bestätigt, dass bereits Gespräche mit Toronto geführt wurden. Nordamerika sei für die Meisterschaft vor allem mit Blick auf die Hersteller und Teams ein wichtiger Markt. Neben Toronto habe die Formel E zuletzt auch mit Städten wie Phoenix, Atlanta und Detroit über mögliche Rennen gesprochen.

"Toronto ist eine großartige Stadt, und Nordamerika ist für uns wirklich wichtig", sagt Dodds gegenüber FE Notebook. Auch die bisherigen Gespräche bewertet er positiv: "Ich fühle mich bei Toronto ziemlich gut." Gleichzeitig stellt Dodds klar, dass dies nicht bedeute, dass eine Vertragsunterzeichnung unmittelbar bevorstehe. Toronto sei aber ein attraktiver Standort mit großer Motorsporttradition.

Kanada wartet seit 2017 auf Formel-E-Rückkehr

Die Formel E gastierte bislang nur an einem Rennwochenende in Kanada. Im Juli 2017 fanden zum Abschluss von Saison 3 zwei Rennen auf einem Stadtkurs in Montreal statt. Wirtschaftlich entwickelte sich die Veranstaltung jedoch zu einem Reinfall: Der Veranstalter bezifferte das Defizit später auf rund 13,6 Millionen kanadische Dollar, nach damaligem Wechselkurs etwa 9 Millionen Euro. Zudem wurden laut der Rechnungsprüferin der Stadt lediglich 13.646 Eintrittskarten verkauft, während mehr als 34.000 Tickets kostenlos ausgegeben wurden.

Der E-Prix wurde daraufhin zu einem der zentralen Streitthemen im Bürgermeisterwahlkampf im Herbst 2017. Amtsinhaber Denis Coderre, der das Rennen maßgeblich nach Montreal geholt hatte, verteidigte die Veranstaltung als langfristige Investition, während seine Herausforderin Valerie Plante die hohen Ausgaben kritisierte. Plante gewann die Wahl und stoppte wenig später die geplante Austragung 2018.

Ein zweiter Kanada-Anlauf scheiterte einige Jahre später bereits vor dem ersten Rennen. Für Juli 2022 war ein Vancouver E-Prix offiziell im Formel-E-Kalender vorgesehen, wurde jedoch nur wenige Monate vor dem Termin abgesagt. Zunächst stellte der Veranstalter eine Verschiebung auf 2023 in Aussicht, später beendete die Formel E jedoch die Zusammenarbeit mit dem lokalen Promoter. Das geplante Rennen fand nie statt.

Sollten die aktuellen Pläne umgesetzt werden, wäre Toronto nach Montreal und Vancouver bereits die dritte kanadische Stadt, in der ein Formel-E-Rennen konkret geplant wurde. Im Sommer 2028 würde die Rennserie damit erstmals seit elf Jahren wieder im Land antreten. Bis dahin sind allerdings noch mehrere Schritte notwendig. Wie Dodds selbst betont, befindet sich das Projekt trotz der zuletzt konkreter gewordenen Planungen noch deutlich vor einer möglichen Vertragsunterzeichnung.

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