Formel E

Formel-E-Vorschau zum Paris ePrix: Volle Fahrt voraus!

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Der Europa-Sommer der Formel E ist in vollem Gange. Nachdem die Elektroserie erst am letzten Wochenende in Monaco gastierte, und Journalisten und Experten eigentlich noch mitten in der Nachberichterstattung stecken, bereiten wir uns gespannt auf den nächsten ePrix am Samstag vor. Im zweiten Jahr in Folge reist die Formel E ins Herz von Paris.

Schon der letztjährige ePrix in der französischen Hauptstadt gehörte zu den Highlights des Formel-E-Jahres. Bereits die Location für die Strecke ist dabei besonders: Die Formel E fährt auf den historischen Straßen um den Invalidendom, wo unter anderem Napoleon Bonaparte begraben liegt. Im Hintergrund überwacht der weltberühmte Eiffelturm den Rennkurs. Schon nach dem Event im vergangenen Jahr war klar: Der Paris ePrix hat das Zeug zum echten Klassiker. Unsere Rennvorschau.

Stadt, Land, Fluss…

"Es schwankt, aber geht nicht unter", heißt es im Wahlspruch von Paris. Man hätte kaum ein passenderes Motto für die Hauptstadt Frankreichs, die einst im 3. Jahrhundert als keltische Siedlung gegründet wurde, finden können. Als eines der Zentren der westlichen Welt nahm Paris alles mit, was in der jüngeren Geschichte passiert ist: Die Römer machten Paris zur Hauptstadt des Fränkischen Reiches, später blühte die heutige Metropole als Kunst- und Kulturzentrum des Absolutismus unter Ludwig XIV. auf, war Startpunkt der Französischen Revolution und Aushängeschild der "Belle Epoche".

Als Touristenmagneten gelten heutzutage selbstverständlich der Eiffelturm, der Louvre mit der Glaspyramide im Innenhof, Sacre Coeur, der Arc de Triomphe oder das Pantheon. Abgesehen davon hat Paris ein endloses Angebot an Kultur: mehr als 200 Kunstgalerien, 100 Theater, 160 Museen und über 10.000 Restaurants sorgen in der Pariser Innenstadt für eine angenehm künstlerisch-spielerische Atmosphäre.

Was seit dem letzten Saisonlauf passierte

Aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen dem letzten ePrix in Monaco und dem Paris-Rennen ist in der Welt der Formel E nicht viel passiert. Die Meldungen der letzten Tage waren von Nachberichten aus dem Fürstentum bestimmt: Jean-Eric Vergne teilte nach seinem Unfall gegen Piquet jr. aus, Lucas di Grassi kämpfte um den Anschluss zu Sebastien Buemi und Venturi scheint langsam aber sicher Fahrt aufzunehmen.

Nach dem Unfall mit Piquet jr. schwebt nach wie vor ein kleines Fragezeichen über der Rennteilnahme von Jean-Eric Vergne. Der Franzose verletzte sich beim Einschlag in die Mauer an seiner Hand. Ob der Franzose bei seinem Heimrennen überhaupt antreten kann oder ob Techeetah auf Ersatzfahrer Ma Qing Hua zurückgreifen muss, steht momentan noch in den Sternen und wird sich womöglich erst nach dem Shakedown entscheiden.

Davon abgesehen dürfen wir in Paris zwei frische Gesichter begrüßen. Mike Conway kehrt nach einiger Zeit Formel-E-Abstinenz in die Elektroserie zurück. Als Ersatz für Loic Duval steigt der Brite für Faraday Future Dragon Racing ins Auto. Zudem wird Tom Dillmann zu seiner Formel-E-Premiere kommen und bei Venturi das Cockpit von Maro Engel übernehmen. Der Deutsche geht wie auch Duval mit der DTM am Lausitzring an den Start.

Zeitplan 2017 (alle Zeiten in MESZ)

1. Freies Training: 8:00 bis 8:45 Uhr
2. Freies Training: 10:00 bis 10:30 Uhr
Qualifikation: 12:00 Uhr
Rennen: 16:00 Uhr

Strecke

Der Kurs in Paris fordert von Mensch und Material alles ab: Harte Bremszonen machen das Rekuperieren zu einer echten Herausforderung, während das Beschleunigen auf den langen Geraden jede Menge Grip auf der Hinterachse fordert. Besonders im technisch anspruchsvollen dritten Sektor können die Fahrer den Unterschied machen und viel Zeit gewinnen – oder liegen lassen. Insgesamt warten 14 Kurven auf 1,92 Kilometern auf die Elektro-Piloten.

Paris lädt zu einem Ping-Pong-Duell zwischen den immer enger werdenden Mauern ein. Charakteristisch sind die etwas breiteren Geraden, die im Kontrast zu den enorm engen Passagen im Infield der Piste stehen. Wie knapp ein Duell hier werden kann, zeigten uns schon im letzten Jahr die beiden Virgin-Fahrer, die sich regelrecht durch den ersten Sektor schoben.

Die Formel E im TV bei DMAX

Wie schon am letzten Samstag übernimmt DMAX die Formel-E-Übertragung im deutschen Free-TV. Abermals begrüßt Jacques Schulz das Publikum eine Viertelstunde vor Rennbeginn mit einer Vorberichterstattung und Zusammenfassung der Qualifikation, ehe das Rennen in voller Länge über den Sender geht. Im Anschluss berichtet DMAX weitere 30 Minuten mit Interviews und Analysen direkt von der Strecke.

Sendebeginn bei DMAX ist um 15:45 Uhr, die Startampel geht um 16 Uhr aus. Die Training- und Qualifying-Sessions könnt ihr zudem im kostenpflichtigen Eurosport Player verfolgen – oder natürlich in unserem exklusiven Formel-E-Live-Ticker. Auch über unseren hauseigenen Formel-E-WhatsApp-Service verpasst ihr nichts aus Paris: Meldet euch noch heute an!

Wetter

Gute Neuigkeiten für alle, die auf ein erstes Formel-E-Regenrennen warten: In Paris könnte es endlich soweit sein! Nach einem angenehmen Start in den Tag soll sich der Himmel im Verlauf des Tages immer mehr zuziehen, bis Meteorologen am Nachmittag bis zu 70 Prozent Regenwahrscheinlichkeit voraussagen. Die Temperaturen klettern auf bis zu 16 Grad.

Tobis Prognose

Der Monaco ePrix in der letzten Woche verstärkte den Eindruck, dass e.dams und ABT derzeit das Maß aller Dinge sind. Das Duell zwischen Buemi und di Grassi zog bis in die Schlussphase die Aufmerksamkeit der Kameras auf sich, letztendlich mit dem besseren Ausgang für den Schweizer. Das Duo wird uns wohl auch im weiteren Verlauf der Saison mit feinstem Racing versorgen.

Hinter den Erzrivalen bleibt es gleichermaßen spannend. Mahindra etablierte sich als drittstärkste Kraft und dürfte auch in Paris wieder zur Stelle sein, wenn sich e.dams und ABT an der Spitze bekriegen. Noch wartet das Team um den Deutschen Nick Heidfeld auf einen ersten Sieg. Gleiches gilt für Techeetah. Falls Vergne antreten kann, muss man den Lokalmatador auf jeden Fall auf der Rechnung haben.

Wieder einmal wird uns erst das Qualifying Klarheit darüber geben, wer in Paris die besten Karten hat. Eines ist aber sicher: Regelmäßiges Formel-E-Racing kann niemandem schaden! Wir wünschen euch ein fantastisches Wochenende.

Reminder: Wer bei unserer kostenlosen Community-Tippspiel-Runde mitmacht, hat noch bis zum Wochenende Zeit, seine Tipps abzugeben oder sich vielleicht sogar neu anzumelden.

Die Highlights des Paris ePrix 2016

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 2 und 4.