Formel E

Formel E: Wehrlein bezwingt Dennis in hochklassigem Freitagsrennen von Saudi-Arabien

Timo Pape

Timo Pape

Pascal-Wehrlein-Nachtrennen-Saudi-Arabien-2023

Pascal Wehrlein hat das Freitagsrennen der Formel E in Saudi-Arabien gewonnen. In einem unheimlich packenden E-Prix behauptete sich der Porsche-Fahrer mit Haaresbreite gegen Andretti-Pilot Jake Dennis, der in der WM jetzt nur noch einen Punkt vor dem Deutschen in Führung liegt. Das Podium komplettierte Jaguar-Pilot Sam Bird vor Sebastien Buemi (Envision) und Rene Rast (McLaren).

Pole-Sitter Sebastien Buemi erwischte einen guten Start und behauptete seine Führung. Dahinter gerieten Rene Rast und Mitch Evans aneinander - der Jaguar-Pilot hatte sehr spät gebremst. Außerdem wurde Antonio Felix da Costa in einen Auffahrunfall entwickelt. Der Porsche-Pilot konnte dem Mahindra von Oliver Rowland nicht ausweichen und beschädigte sich dabei den Frontflügel. Er kam direkt zur Reparatur an die Box. Um die Unfallstelle aufzuräumen, kam für eine Runde das Safety-Car auf die Strecke. Die Einsatzwahrscheinlichkeit von 100 Prozent blieb damit bestehen.

Dann ging es bereits im Renntempo weiter. Buemi führte das Feld vor Jake Hughes und Sam Bird an. Stoffel Vandoorne hatte kurz zuvor bereits zwei Plätze gegen die beiden Nissan gewonnen. Felix da Costa versuchte indes wieder aufzuschließen. Ebenso Rowland, der auch an der Box war und nun direkt vor dem Portugiesen fuhr. In Runde 3 ging Bird am Ende der langen Gegengeraden an Landsmann Hughes vorbei. Nun nahm er die Verfolgung seines alten Rivalen Buemi auf - beide in ihrem 100. Formel-E-Rennen.

Pascal Wehrlein hatte zu diesem Zeitpunkt schon drei Positionen gutgemacht und machte fortan Jagd auf Rast im McLaren. In Runde 7 fasste sich Bird ein Herz und griff Buemi an. In der Bremszone von Kurve 18 schnappte er sich den Schweizer auf der Innenbahn - Führungswechsel in Diriyya! Edo Mortara holte sich derweil als erster Fahrer seinen ersten von zwei Attack-Modes.

Wehrlein auf dem Vormarsch

In Runde 9 verbremste sich Rast am Ende der langen Geraden. Wehrlein nutzte die Chance und überholte seinen Landsmann für Platz 5. Vor ihm fuhr nun Dan Ticktum, der sich im Nio 333 weiterhin tapfer auf Position 4 hielt. Dann holte sich der junge Brite den Attack-Mode und verlor folgerichtig zwei Plätze. Wehrlein damit jetzt schon Vierter hinter Hughes. Weiter hinten überholte Jake Dennis seinen Mexiko-Rivalen Lucas di Grassi im Kampf um Rang 8.

Evans setzte in Kurve 18 spät zum Überholmanöver gegen Rast an. Dabei berührte er den Deutschen leicht und rutschte selbst in die Auslaufzone. Die Rennleitung sprach wenig später eine 5-Sekunden-Zeitstrafe für eine ähnliche Szene am Start gegen den Neuseeländer aus. Sacha Fenestraz leistete sich fast zeitgleich einen Anfängerfehler: Beim Versuch, durch die Attack-Zone zu fahren, verschätzte sich der Youngster mit dem Tempo und schlug mit dem Frontflügel an der Mauer an. Er kam sofort zur Reparatur an die Box.

In Runde 13 holte sich auch Spitzenreiter Bird seinen ersten Attack-Mode, behielt aber trotzdem Platz 1. Buemi folgte ihm mit geringem Abstand. Generell lag das Feld noch immer sehr eng beisammen. Wehrlein im Attack-Mode startete nun mehrere Angriffe auf Hughes, kam jedoch nicht am McLaren-Rookie vorbei. Schließlich fuhr jedoch auch der Brite durch die Attack-Zone und fiel hinter seinen Teamkollegen Rast auf Platz 5 zurück. Wehrlein war damit bereits Dritter und hatte dabei sogar fast zwei Prozent mehr Energie als die Führenden.

Porsche-Effizienz setzt Jaguar unter Druck

Halbzeit in Diriyya. Buemi - noch immer gänzlich ohne Attack-Mode - fuhr rund eine Sekunde hinter Bird, musste sich nun aber vermehrt nach hinten orientieren, denn Wehrlein machte Druck auf den Schweizer. WM-Spitzenreiter Dennis arbeitete sich still und heimlich nach vorn und zeigte sich mit aggressiven Manövern bereits hinter Hughes. Nun aktivierte Bird seinen zweiten Attack-Mode, und auch Buemi bog ab. Wehrlein ging dadurch am Schweizer vorbei, blieb aber gerade so hinter Bird.

Wohlwissend um seinen klaren Energievorteil erhöhte Wehrlein nun den Druck auf Bird, dessen Attack-Mode bereits ausgelaufen war. In Runde 25 griff er am Ende der langen Geraden an, bremste aber einen Tick zu spät und musste eine weitere Linie fahren als Bird. Der Jaguar-Pilot blieb somit noch vorn. Hughes hingegen konnte sich seinerseits nicht länger verteidigen und musste Dennis vor Kurve 18 vorbeilassen. Der Andretti-Fahrer damit Fünfter.

Bird und Wehrlein lieferten sich weiterhin ein packendes Duell um die Führung. Der Brite hielt jedoch dagegen und behauptete über einige Runden die schnellste Linie. In Runde 30 war es schließlich soweit: Wehrlein zog schon früh auf der Gegengeraden auf die Innenbahn, setzte sich neben Bird und bremste diesmal rechtzeitig. Porsche damit in Führung! Auch Dennis im Kunden-Porsche von Andretti machte weitere Plätze gegen Rast und auch gegen Buemi gut, der sich seinen zweiten Attack-Mode geholt hatte. Dennis plötzlich überraschend auf Podiumskurs.

Episches Duell um den Sieg

Mit dieser Schlagzahl ging es jedoch weiter für den Mexiko-Sieger. Dennis heftete sich an die Fersen von Bird. Sein Team motivierte ihn über Funk, dass er zwei Prozent mehr Energie habe als sein Rivale. Verglichen mit Markenkollege Wehrlein war er auf einem ähnlichen Level unterwegs. In Runde 34 überholte Dennis Bird in Kurve 18. Wehrlein holte sich wenige Meter vor dem Kampfduo seinen zweiten Attack-Mode, blieb aber vorn.

In den letzten drei Runden - eine Rennverlängerung gab es aufgrund der sehr kurzen Safety-Car-Phase nicht - wurde es wild an der Spitze. Dennis machte mächtig Druck auf Wehrlein, der sich jedoch gut verteidigte. In der letzten Runde verschaffte sich Wehrlein den Vorsprung, den er brauchte, um vorn zu bleiben. Mit einem Vorsprung von 5,31 Zehntelsekunden bescherte Wehrlein sich und Porsche von Startplatz 9 aus den zweiten Formel-E-Sieg!

In der Gesamtwertung streiten sich Dennis und Wehrlein mit je einem Sieg und einem zweiten Platz ebenfalls um die Spitze. Aktuell hat der Brite einen Punkt mehr auf dem Konto, weil er in Mexiko die schnellste Runde gefahren war. Auf den weiteren Top-5-Plätzen folgen Buemi, di Grassi und Bird. In der Teamwertung hat Andretti weiterhin die Nase vorn und liegt neun Punkte vor dem Porsche-Werksteam. Envision, McLaren und Jaguar reihen sich dahinter ein. Mit Maserati, Nissan, Nio 333 und ABT Cupra sind weiterhin vier Teams punktlos.

Das nächste Formel-E-Rennen findet bereits am morgigen Samstag statt. Abermals um 18 Uhr (MEZ) steht dann der dritte Saisonlauf 2023 unter den Flutlichtern von Diriyya auf dem Programm. e-Formel.de begleitet das Geschehen bis dahin wie gewohnt für dich.

Ergebnisse & Zeiten

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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