Formel E

Formel E: Wehrlein & Porsche erobern WM-Führungen in Jakarta zurück, doch Dennis lässt nicht locker

Timo Pape

Timo Pape

Jake-Dennis-Pascal-Wehrlein-Formula-E-Battle-Jakarta

Pascal Wehrlein und Porsche haben sich mit einem Rennsieg am Samstag und vielen weiteren Punkten in Jakarta die Führung in beiden Formel-E-Weltmeisterschaften zurückgeholt. Entsprechend zufrieden und selbstbewusst gaben sich die Verantwortlichen nach dem E-Prix - der WM-Titel ist das Ziel. Der aktuell größte Widersacher sitzt jedoch ebenfalls in einem Porsche: Jake Dennis vom Kundenteam Andretti konnte in Indonesien abermals brillieren.

Zurück in die Spur fand Pascal Wehrlein nach einer Talsohle zur Saisonmitte mit seinem dritten Saisonsieg am Samstag. Im zweiten Rennen am Tag darauf lief es zwar nicht mehr ganz so rund für ihn. Dennoch holte er sich dank Platz 6 bei extremen Wetterbedingungen mit 34 Grad Celsius und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit die Führung in der Fahrermeisterschaft zurück, weil sein Rivale Nick Cassidy leer ausging.

"Nach meinem Sieg vom Samstag freue ich mich, dass ich mir heute die Führung in der Meisterschaft zurückholen konnte", erklärt Wehrlein. "Insgesamt war es heute ein bisschen schwieriger. Ich musste auf der schmutzigen Seite der Strecke starten und habe gleich eine Position verloren. Ich habe versucht, weiter nach vorne zu kommen, doch das Überholen war sehr schwierig. Mit Blick auf die Meisterschaft wollte ich nicht zu viel riskieren."

Noch konnte sich Wehrlein diesen Luxus leisten. Doch Rivale Jake Dennis, der beide Rennen in Jakarta als Zweiter beendete und somit vier Punkte mehr als der Deutsche sammelte, lässt nicht locker. In der Fahrer-WM liegt Dennis als Gesamtzweiter nur noch einen Punkt hinter Wehrlein. Trotzdem hält der Brite den Ball flach. An den Titel denke er "noch nicht". "Ich bin wieder Zweiter, aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns."

Dennis: Ergebnisse von Cassidy & Wehrlein "natürlich sehr hilfreich für uns"

Dennoch freut er sich sehr über das gute Ergebnis in Indonesien: "Ich bin glücklich - viel glücklicher als gestern", sagte Dennis kurz nach Rennschluss im TV-Weltsignal. "Ich habe gerade über Funk erfahren, dass Nick (Cassidy) ausgefallen ist, was für uns natürlich sehr hilfreich ist, und Pascal ist offensichtlich auf P6 gelandet. Platz 2, 18 Punkte - 19 mit der schnellsten Runde - es war ein wirklich gutes Rennen."

Mit seinem zweiten Platz am Sonntag sicherte sich Jake Dennis sein viertes Podium in Folge. Das war zuletzt Edoardo Mortara 2022 gelungen, als der Schweizer zweimal in Berlin, in Jakarta sowie in Marrakesch an der Siegerehrung teilnehmen durfte. Dennis ist - ebenfalls nach einem zwischenzeitlichen Durchhänger - wieder in Topform.

Rennentscheidend war - wie bereits von Rennsieger Max Günther beschrieben - die Attack-Mode-Strategie: "Wir haben den zweiten Attack-Mode nicht richtig hinbekommen, denn der Maserati war heute über eine Runde so schnell. Als er (Günther) gepusht hat, konnte er eine Lücke auftun und die Position zurückbekommen. Es wäre aber ohnehin schwierig gewesen, ihn hinter mir zu halten", gesteht Dennis.

War der Porsche 99X Electric in Jakarta also das stärkste Auto? Zumindest auf dem Papier nicht, denn Maserati und DS holten zusammen genau einen Zähler mehr. In der inoffiziellen Herstellerwertung liegt das Gespann Porsche/Andretti allerdings klar vor dem Stellantis-Konzern: Mit 368 kumulierten Punkten hat der Porsche 99X Electric wieder die Führung übernommen und rangiert knapp vor der Verbindung Jaguar/Envision (361 Punkte).

Porsche wieder Spitze: "Wir wollen Weltmeister werden, keine Frage"

Porsche hat mit seinem insgesamt vierten Saisonsieg auch die Führung in der Team-Weltmeisterschaft zurückerobert. Nach elf von 16 Rennen rangieren die Weissacher mit 212 Punkten an der Spitze vor Envision Racing (190), Jaguar TCS Racing (171) und dem eigenen Kundenteam Avalanche Andretti (156).

"Wir reisen aus Jakarta mit der Führung in der Team- und in der Fahrerweltmeisterschaft ab", sagt Teamchef Florian Modlinger. "Das ist eine gute Basis für die noch ausstehenden fünf Saisonrennen. Wir müssen jedoch weiter hart arbeiten und versuchen, unsere Führung sukzessive auszubauen. Das Titelrennen ist sehr eng und verspricht Spannung bis zum Schluss."

Auch Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach meint selbstbewusst: "Wir sind wieder da, und die Richtung für den Rest der Saison ist klar: Wir wollen Weltmeister werden, keine Frage." Das nächste Formel-E-Rennen steigt am 24. Juni im US-amerikanischen Portland.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 6 und 1.
Advertisement