Formel-E-Weltmeister Oliver Rowland gewinnt Monaco-Sonntag: "Es war ein klassischer Rowland"
Theresa König
Andreas Beil
Nach einem bereits ereignisreichen Samstagsrennen hat die Formel-E-Weltmeisterschaft am Sonntag im Fürstentum noch einmal nachgelegt. In einem strategischen und packenden Rennen sicherte sich der amtierende Weltmeister Oliver Rowland den Sieg in Monaco. Für den Nissan-Piloten ist es der zweite Triumph auf dem legendären Straßenkurs - und ein geschichtsträchtiger Erfolg für die Statistikbücher.
"Es ist der Traum eines jeden Fahrers, in Monaco zu gewinnen. Es war wirklich fantastisch", freute sich der Brite nach dem Rennen. Rowland stellte am Sonntag einmal mehr unter Beweis, warum er der amtierende Weltmeister ist. Mit einem perfekt eingeteilten Rennen, klugem Energiemanagement und der nötigen Geduld feierte er den insgesamt achten Rennsieg seiner Formel-E-Karriere. "Ich stimme zu, wenn man sagt, es war ein klassischer Rowland", bilanzierte er. "Ich hätte mir das Rennen vorher nie so vorgestellt. Es war ein gutes Rennen, aber ich denke, die Konkurrenz würde es so wie heute nicht noch einmal machen."
Damit greift Rowland nun wieder voll in den Titelkampf ein, um seine WM-Krone zu verteidigen. In der laufenden Formel-E-Saison stehen nun noch sieben Rennen auf dem Programm. Mit Blick auf seine Titelchancen gab sich der Brite jedoch gewohnt pragmatisch und leicht pessimistisch: "Ich brauche noch etwas mehr Pace für den Titelkampf. Ich muss mich weniger allein darauf verlassen müssen, wie ich strategisch fahre. Und natürlich muss ich mich aus jedem Drama heraushalten."
Doch genau wie Nyck de Vries am Vortag wird auch Oliver Rowland nicht vor der traditionellen Siegerfeier in Monaco zurückschrecken: dem Sprung in den Pool. "Leider konnte meine Tochter Harper heute nicht dabei sein. Sie wird traurig sein, aber sie kann eben nicht immer mitkommen. Harper liebt das Schwimmen, und Papa geht jetzt auch schwimmen!"
Ein Fest für Statistik-Liebhaber
Der Erfolg in den Straßen von Monte Carlo beendet für Rowland eine fast zwölf Monate lange Durststrecke: Es ist sein erster Sieg seit dem Heimrennen seines Teams in Tokio 2025, also auf den Tag genau 364 Tage nach seinem dramatischen Erfolg in Japan.
Gemeinsam mit dem Samstagsrennen wird das Monaco-Wochenende damit zu einem Fest für Zahlen-Fans. Nachdem am Vortag bereits Nyck de Vries nach über vier Jahren Durststrecke erstmals wieder siegen konnte, zog Rowland nun in der ewigen Bestenliste des Monaco E-Prix nach. Mit seinem zweiten Sieg im Fürstentum ist er hinter Rekordsieger Sebastien Buemi (Envision Racing, drei Siege) nun der zweiterfolgreichste Fahrer auf der traditionsreichen Strecke.
Drama um Teamkollege Nato
Während Rowland an der Spitze jubelte, erlebte die andere Seite der Nissan-Garage ein bitteres Rennen. Norman Nato, der in der Anfangsphase eine starke Performance zeigte, schied vorzeitig aus. "Bis zu dem Crash lief alles gut, Oli und ich haben gut zusammengearbeitet", so der Franzose auf Nachfrage von e-Formel.de. "Aber am Ende war das Rennen einfach zu kurz, um zu sagen, was heute möglich gewesen wäre."
Der Vorfall ereignete sich, als der Franzose nach einer ungestümen Attacke von DS-Penske-Pilot Taylor Barnard in die Streckenbegrenzung geschoben wurde. Nato fand nach dem Rennen deutliche Worte für das Manöver des jungen Briten: "Barnard war ein bisschen übermütig und jeder konnte sehen, was dann passiert ist. Ich war außen, er war innen. Er kam von hinten und hat versucht, zu überholen. Dabei hatte er einfach zu viel Speed und hat mich in die Wand geschoben."
Der Unfallverursacher sah die Situation naturgemäß etwas anders und verteidigte sich: "Bei Nato habe ich nichts falsch gemacht. Es war einfach so ein typischer Formel-E-Move, bei dem ich neben ihm war. Es gab einen Unfall und ich habe dafür eine Strafe bekommen."
Für Nato war das Rennen nach dem Aufprall jedoch sofort gelaufen. "Ich weiß nicht genau, was alles kaputt ist, aber der Einschlag war ziemlich heftig. Deshalb mussten wir das Fahrzeug direkt abstellen", erklärte er und fügte mit Blick auf Barnards Fahrweise hinzu: "So etwas kann immer passieren. Aber vielleicht war es bei ihm heute einfach ein bisschen zu viel des Guten." Der resultierende Schaden verhinderte somit ein mögliches Doppel-Podium für die japanische Werksmannschaft.
Nach einer kurzen Pause geht die Saison in knapp fünf Wochen weiter. Dann steht der Sanya E-Prix auf dem Plan.
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