Formel E

Formel E will neues Qualifying-Format mit Turniermodus in Valencia testen

Timo Pape

Timo Pape

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Eine Anpassung des Qualifying-Formats in der Formel E wird immer wahrscheinlicher. Laut 'The Race' hat die Elektroserie bei einem Treffen der "Sporting Working Group" in dieser Woche erstmals konkretere Details zu geplanten Neuerungen bekannt gegeben. Eine Art Turnierformat soll erstmals bei den Vorsaison-Testfahrten Ende November in Valencia getestet werden.

Noch ist nicht im Detail klar, wie das Qualifying-Format ab Saison 8 aussehen wird. Geplant ist derzeit, dass das Feld zunächst in zwei Gruppen mit je elf Fahrern aufgeteilt wird. Jeweils zehn Minuten lang haben sie die Möglichkeit, eine gute Rundenzeit zu setzen - vergleichbar mit den Qualifying-Abschnitten in der Formel 1. Am Ende kommen vier Fahrer pro Gruppe weiter, während die anderen 14 Piloten voraussichtlich auf Grundlage ihrer jeweiligen Bestzeit für die Startaufstellung sortiert werden.

Die acht schnellsten Fahrer müssen nun in einer Art Viertelfinale erneut ran. Ob sich die Formel E in den Knock-out-Phasen erneut für ein reines Zeitfahren, Kopf-an-Kopf-Duelle oder gar ein Rennen mit mehreren Fahrzeugen entscheidet, ist noch völlig offen. Verschiedene Szenarien sollen im Rahmen der kollektiven Vorsaison-Testfahrten in Valencia vom 29. November bis 2. Dezember getestet werden.

Auch Verkürzung der Trainingszeit diskutiert

Klar scheint, dass die schnellsten vier Piloten in ein Halbfinale einziehen, wo erneut zwei Fahrer auf der Strecke bleiben. In einem finalen Shoot-out-Duell würde es schließlich um die Pole-Position und die ersten drei Punkte eines E-Prix-Wochenendes gehen.

Das neue Qualifying-Format könnte bereits beim nächsten FIA-Weltmotorsportrats (WMSC) im Oktober beschlossen werden - was allerdings bereits vor den Testfahrten wäre.

Daneben könnte die FIA in diesem Zuge beschließen, die Dauer des 1. Freien Trainings an einem Rennwochenende von 45 auf 30 Minuten zu kürzen. Nach Informationen von 'e-Formel.de' haben sich schon verschiedene Teamverantwortliche für eine Reduzierung der Trainingssessions ausgesprochen. Die Anpassung gilt somit als wahrscheinlich, zumal sie den eng getakteten Zeitplan eines Rennsamstags verschlanken würde.

Kommentar von Timo Pape: "Veränderung in jedem Fall ein guter Schritt"

Nach der allgegenwärtigen Kritik am Qualifying-Format in diesem Jahr ist eine Anpassung aus meiner Sicht notwendig. So schön die Unvorhersehbarkeit in der Formel E ist, so sehr würde ich mir wieder mal einen Zwei- oder Dreikampf um den Titel wünschen, wie wir ihn in den ersten Formel-E-Jahren erleben durften. Zudem ist das aktuelle Format schlichtweg unfair und bestraft diejenigen Teams und Fahrer, die eigentlich den besten Job machen.

Die angedachten Anpassungen dürften diese Ungerechtigkeiten aus dem Weg räumen und zudem mehr Action für die Fans bieten. Ich hoffe jedoch, dass sich die Knock-out-Stages nicht auf ein reines Zeitfahren beschränken, wie wir es aus der Formel 1 kennen. Viel mehr würde ich mir kurze Kopf-an-Kopf-Rennen über zwei Runden mit maximaler Leistung und stark begrenzter Energiemenge wünschen. So könnte die Formel E Überholmanöver ermöglichen und die Show weiter verbessern.

Ich bezweifele jedoch, dass sich die Teams für Sprintrennen aussprechen würden, denn Unfälle oder Beschädigungen wären deutlich wahrscheinlicher als bei einem Zeitfahren. Da bis zum Rennen nur wenig Zeit für Reparaturarbeiten bliebe, würden die Fahrer wohl nur geringe Risiken eingehen, um einen Platz weiter vorn zu starten. Wie sich die Formel E auch entscheiden mag - eine Veränderung des Qualifying-Formats ist in jedem Fall ein guter Schritt.

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1 Kommentare

karl3 ·

Super!
Höchste Zeit!

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