Formel E

"Formel E würde das Ökosystem für Elektrofahrzeuge weiter ausbauen" - US-Stadt Phoenix genehmigt Machbarkeitsstudie

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Der Stadtrat von Phoenix hat am 4. Oktober einen Antrag genehmigt, die Finanzierung für eine Machbarkeitsstudie für ein Formel-E-Rennen in der Stadt zur Verfügung zu stellen. Das berichtet die lokale Radiostation KJZZ. Damit könnte - voraussichtlich im Jahr 2025 - nach mehr als 30 Jahren wieder eine internationale Motorsportserie in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Arizona fahren. Von 1989 bis 1991 hatte die Formel 1 dort auf einem Stadtkurs dreimal den Großen Preis der USA ausgetragen.

"Die Behörde für Gemeinde- und Wirtschaftsentwicklung (Community and Economic Development Department, CEDD) bittet um die Genehmigung, in Zusammenarbeit mit 'Visit Phoenix' eine Machbarkeitsstudie durchzuführen, um festzustellen, ob die Stadt die Gelegenheit nutzen sollte, ein Formel-E-Rennen auszurichten", heißt es in einem Antrag, den der Stadtrat bei seiner Sitzung genehmigte.

"Die Austragung des Formel-E-Rennens würde das Ökosystem für Elektrofahrzeuge in der Stadt weiter ausbauen. Im Rahmen dieser Studie werden die Straßeninfrastruktur, die Kosten und die Vorteile einer solchen Großveranstaltung sowie weitere von der Stadt angeforderte Informationen analysiert, um eine fundierte Entscheidung über die Ausrichtung des Rennens zu treffen."

Für die Formel E kommt die Initiative der Stadt wie gerufen: Sie sucht derzeit nach einem langfristigen Austragungsort für ihr USA-Rennen, seitdem der frühere Standort in New York City infolge des Neubaus eines Kreuzfahrtschiff-Terminals nicht mehr zur Verfügung steht. Als Ersatzrennen fand im Juni dieses Jahres ein Rennen auf einer permanenten Rennstrecke in Portland statt. Obwohl der Portland E-Prix ein Erfolg war und auch in der kommenden Saison im Rennkalender vorgesehen ist, bevorzugen die Verantwortlichen der Elektroserie weiterhin Rennen in Stadtzentren.

Rennen soll "dazu beitragen, noch mehr Begeisterung für die Elektrifizierung von Fahrzeugen zu wecken"

"In der einzigen anderen US-amerikanischen Stadt, in der dieses Rennen stattfindet, war die Veranstaltung sehr schnell ausverkauft und zog über 20.000 Zuschauer an", wird Phoenix' Vizebürgermeisterin Yassamin Ansari zitiert. "Dieser Vertrag soll insbesondere dazu beitragen, das Formel-E-Rennen nach Phoenix zu holen und noch mehr Begeisterung für die Elektrifizierung von Fahrzeugen zu wecken und ein weiteres Sportereignis zu bieten, das zweifellos unsere Wirtschaft ankurbeln wird."

Die 31-jährige Demokratin, die zuvor in Stanford und Cambridge studiert hat, gilt als Klimapolitikerin. Sie richtete nach ihrem Amtsantritt 2021 ein Büro für Hitzereaktion und -minderung in der Stadt ein. Zu dessen Aufgaben gehört die Anpflanzung von Bäumen, die Verringerung der Wärmeabsorption von Straßenbelägen, die Aufklärung der Einwohner:innen und die Verteilung von Ressourcen wie Wasser. Ansari half bei der Entwicklung eines Plans zur Förderung der Nutzung von Elektrofahrzeugen und setzte sich dafür ein, dass die Stadt öffentliche Busse mit Elektroantrieb und Wasserstoff-Brennstoffzellen anschaffte.

Der geplante Los Angeles E-Prix, der in der Nähe eines der großen Sportstadien der kalifornischen Stadt stattfinden soll, wird laut den Kollegen von The Race vor dem Jahr 2025 voraussichtlich nicht umgesetzt werden können. Zwei USA-Rennen in einer Saison wären dennoch durchaus denkbar: Bereits in ihrer ersten Saison 2014/15 fuhr die Formel E in Long Beach sowie in Miami.

Sollte es zu einem Phoenix E-Prix kommen, dürfte das ein Team besonders freuen: McLaren gewann mit Alain Prost und Ayrton Senna alle drei Formel-1-Rennen in der US-Stadt, außerdem sicherte sich das Team jedes Mal auch die Pole-Position.

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