Formel E

Formel E: Zukunftspläne sehen möglicherweise Allradantrieb vor

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Nach zwei vollständigen Saisons und den ersten beiden Läufen im dritten Formel-E-Jahr wird es langsam aber sicher Zeit für das Team um Serienchef Alejandro Agag, den Weg in die Zukunft des elektrischen Motorsports zu ebnen. Gegen Ende des vergangenen Jahres stellte die Formel E McLaren als neuen Batterielieferanten für die Saisons fünf und sechs vor und veröffentlichte eine neue "Technical Roadmap" bis Saison acht. Ein weiteres Update der Zukunftspläne legt nun sogar nahe, dass die Formel E schon bald mit Allradantrieb auf die Strecke gehen könnte.

"Teil unserer Diskussionen mit der FIA ist aktuell ein Zehn-Jahres-Plan in drei Phasen", erläutert Agag das Geschehen hinter den Kulissen. "Die erste Phase läuft noch bis Saison vier, dann folgen zwei Blöcke aus jeweils drei Saisons. Mindestens bis Saison sieben werden wir mit Einheitsbatterien fahren, vermutlich aber sogar die ersten zehn." Das finale Konzept des Technikausblicks bis Saison zehn soll "hoffentlich sehr bald" veröffentlicht werden, so Agag.

"Teil der Planungen ist es auch, möglicherweise einen Antriebsstrang an der Vorder- und Hinterradachse zu erlauben", erklärt Agag. Bislang ist den Teams lediglich ein Antrieb der Hinterachse erlaubt. In der geleakten Technical Roadmap aus dem Oktober wird ab Saison vier ebenfalls von einer "Maximalleistung Frontmotor" gesprochen. Dies könnte ebenfalls auf Planungen für einen Allradantrieb hindeuten. Auch die Nutzbremse (Rekuperation) könnte von dieser Regelung profitieren.

McLaren-Batterie bereits in der Testphase

Auch auf Seiten der Batterietechnologie verkündet Agag gute Nachrichten. "Da läuft alles gut", erzählt er. "Die FIA testet momentan die Batterie und die einzelnen Zellen auf Herz und Nieren. In etwa zehn Monaten rechnen wir mit den ersten Testfahrten des neuen Akkus, bevor wir die Aggregate an die Teams ausliefern werden." Das wäre also etwa im Oktober - vor dem Start in die vierte Saison.

Für die Formel E sei es besonders wichtig, den Zehn-Jahres-Plan möglichst schnell zu veröffentlichen. "Stabilität auf lange Sicht ist insbesondere für die großen Hersteller enorm wichtig", erläutert Agag. "Momentan haben wir natürlich schon einige auf unserer Seite, aber wenn wir einen klaren Plan für die kommenden Jahre veröffentlichen können, erwarte ich noch deutlich mehr Interessenten."

Grund dafür sei die Kostenplanung: "Wenn wir Hersteller mit kurzen Zeiten für die Entwicklung konfrontieren, würden die Kosten, wenn man vorne mitfahren will, in die Höhe schießen. Wir wollen Interessenten deswegen so viel Planungszeit wie möglich geben. Auch das ist Inhalt unserer Arbeit mit der FIA."

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