Formel E

Formel E zwischen Fernweh & Logistik: Jeff Dodds bestätigt Gespräche über Australien-Rennen

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Die Formel E könnte künftig erstmals in Australien fahren. Geschäftsführer Jeff Dodds bestätigt Gespräche über mögliche Stadtkurse und sieht durch den Einstieg des australischen Teams Fortescue Zero neue Chancen. Dabei verweist er auf die Kontakte von Fortescue-Gründer Andrew Forrest in Perth. Allerdings stellt die große Entfernung die Rennserie vor logistische Herausforderungen.

"Wir würden sehr gerne in Australien Rennen fahren", sagt Formel-E-CEO Jeff Dodds beim australischen Nachrichtenportal news.com.au. "Wenn man sich den Formel-1-Grand-Prix in Melbourne anschaut, sieht man, wie viele Menschen dorthin kommen, um das Rennen zu verfolgen. Wir wissen deshalb, dass es dort eine sehr große und leidenschaftliche Fangemeinde gibt."

Durch die Übernahme des bisherigen DS-Penske-Teams durch das australische Unternehmen Fortescue bekommt die Formel E erstmals ein Team in australischem Besitz. Das könnte auch die Chancen auf ein Rennen in Down Under verbessern. "Durch den Einstieg von Fortescue sind unsere Kontakte jetzt natürlich besser", erklärt Dodds. "Jetzt, da das Unternehmen dabei ist, wird Andrew Forrest sicherlich Interesse daran haben, dass wir in Australien Rennen fahren."

Formel E prüft Stadtkurse in Australien

Im Mittelpunkt der bisherigen Gespräche stehen offenbar Stadtkurse. Damit würde die Formel E ihrem ursprünglichen Konzept treu bleiben und Rennen mitten in den Städten austragen. "In unseren ersten Gesprächen ging es darum, Rennstrecken in den Stadtzentren zu errichten. Ich glaube, dass es richtig cool wäre, so etwas in Australien umzusetzen."

Auch Perth könnte dabei eine Rolle spielen. "Ich gehe davon aus, dass Andrew in Perth ziemlich gut vernetzt ist", erklärt Dodds mit Blick auf Fortescue-Gründer Andrew Forrest.

"Offen gesagt ist die einzige wirkliche Herausforderung für uns die enorme Entfernung", erklärt Dodds. "Wir müssen unsere Reiseplanung und Logistik sehr sorgfältig berücksichtigen. Nachhaltigkeit steht bei uns im Mittelpunkt, aber wir haben definitiv das Ziel, irgendwann dort Rennen auszutragen."

Australien ist der einzige bewohnte Kontinent, auf dem die Formel E bislang noch kein Rennen ausgetragen hat. In Afrika gastierte die Rennserie bereits in Marrakesch und Kapstadt, während Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika schon in der ersten Saison im Rennkalender vertreten waren.

Fortescue Zero: Australien-Rennen wäre "nur logisch"

Jim Wright, Teamchef von Fortescue Zero Racing, hält ein Rennen in Australien ebenfalls für naheliegend. Er verweist auf den Einstieg seines australischen Teams und die zunehmende Verbreitung von Elektroautos auf dem heimischen Markt. "Wenn man all das zusammennimmt, wäre ein Rennen in Australien nur logisch. Es scheint der richtige Zeitpunkt zu sein."

Fortescue Zero Racing hat nach Angaben von Wright eine Rennlizenz bei Motorsport Australia beantragt. Für den Teamchef hätte ein Sieg des australischen Rennstalls deshalb eine besondere Bedeutung. "Wenn wir gewinnen, wird auf dem Podium die australische Flagge zu sehen sein und die australische Nationalhymne gespielt werden. Das wird ein Moment sein, auf den Fortescue sehr stolz sein kann."

Formel E bestätigte schon 2025 Gespräche mit 2 australischen Städten

Die Idee, auch in diesen Teil der Erde einen E-Prix auszutragen, ist dabei nicht ganz neu. Die Formel E möchte ihren Rennkalender künftig auf mehr Austragungsorte verteilen. "Wir sprechen auch mit Neuseeland und zwei Städten in Australien", hatte Alberto Longo, Chief Championship Officer der Formel E, bereits im vergangenen Jahr in einer Medienrunde gesagt, bei der auch e-Formel.de teilnahm. "Ich würde allerdings sagen, dass die Gespräche dort noch nicht so weit fortgeschritten sind. Aber alle diese Märkte stehen auf unserer Liste potenzieller Austragungsorte."

Ob Perth tatsächlich zu den beiden Städten gehört, mit denen die Formel E bereits im vergangenen Jahr Gespräche führte, ist nicht bekannt. Einen konkreten Zeitplan für ein Rennen in Australien gibt es bislang ebenfalls nicht.

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