Formel E

Frijns "frustriert" nach Schaden im Duell mit di Grassi, Leidtragender Günther verbittert

Timo Pape

Timo Pape

Das hitzigste Thema des Formel-E-Finalrennens am Donnerstag in Berlin war wohl das Duell zwischen Robin Frijns und Lucas di Grassi. Über eine lange Zeit hinweg kämpften die beiden um einen Platz in den Top 5 und gerieten dabei mehrfach aneinander. Letztlich trug Frijns einen folgenschweren Schaden davon, der zudem das Rennen von Max Günther ruinieren sollte.

Während sich Frijns von Startplatz 5 aus von Anfang an in der Spitzengruppe bewegte, arbeitete sich di Grassi als zunächst Zehnter stetig nach vorn. Nach gut 32 Minuten Rennzeit war der Audi-Werksfahrer schließlich dran am Virgin-Piloten im Kundenfahrzeug. Di Grassi holte sich sehr spät seinen ersten Attack-Mode und griff Frijns mit Leistungsüberschuss am Ende der Start- und Zielgeraden an.

Di Grassi versuchte es dabei außen herum und zog so spät wie möglich nach innen. Frijns gab jedoch nicht nach und gab dem Brasilianer beim Anbremsen mit der Fahrzeugnase einen Stups, der das Heck des Audi beinahe ausbrechen ließ. Di Grassi konnte sein Auto jedoch noch abfangen und fuhr fortan weiter hinter Frijns her.

Di Grassi setzt kurz vor Schluss zum Überraschungsangriff an

Drei Minuten vor dem Rennende versuchte er es schließlich erneut. Auf der Gegengeraden näherte sich di Grassi mit Geschwindigkeitsüberschuss dank Attack-Mode, Frijns machte die Innenbahn jedoch früh zu. Als der Niederländer leicht nach rechts rüber fuhr, um für Kurve 7 anzubremsen, fasste sich di Grassi ein Herz und stach im letzten Moment doch noch innen hinein. Beim Herausbeschleunigen rutschte sein Heck leicht weg, wodurch er Frijns einen seitlichen Schlag verpasste (beide Szenen sind im unten stehenden Highlight-Video zu sehen).

Wie gut eine Minute später ersichtlich wurde, hatte Frijns bei der Kollision einen Reifenschaden erlitten. Er fiel dadurch immer weiter zurück und musste zahlreiche Fahrzeuge passieren lassen. "Unglücklicherweise erlitt Robin Frijns im Duell mit Lucas di Grassi einen Schaden, der für ihn das Rennende bedeutete", beschreibt Virgin die Situation in einer Pressemitteilung.

Frijns selbst gibt sich enttäuscht: "Wir hatten ein paar großartige Rennen in Berlin und waren immer bei der Musik, aber heute lief es für uns nicht rund. Es ist frustrierend, nicht die Punkte geholt zu haben, die wir verdient hätten." Teammanager Sylvain Filippi beschreibt den unglücklichen Rennausgang für Frijns als "brutal ärgerlich, dass Robins Rennen vorzeitig beendet wurde, als er mit guter Pace in den Top 5 unterwegs war." Lucas di Grassi und Audi äußerten sich zu den Situationen mit Frijns nicht.

Maximilian Günther: "Ausgang des heutigen Rennens ist extrem bitter"

Ein weiterer Leidtragender der Kollision war indirekt Maximilian Günther. Als Frijns immer langsamer wurde, liefen der BMW-Pilot sowie einige andere Fahrer in Kurve 15 auf ihn auf. Beim Einlenken in die Spitzkehre war Günther auf der Außenbahn. Frijns drückte ihn weit nach außen und sogar an die Mauer. Der Deutsche verlor dadurch fünf Plätze, die er sich im Rennen hart erarbeitet hatte.

"Der Ausgang des heutigen Rennens ist extrem bitter", sagt Günther. "Ich denke, wir waren den ganzen Tag über die Schnellsten im Feld. Das hat man im Training genauso gesehen wie in meiner Qualifying-Gruppe und bei meiner Aufholjagd im Rennen. Dass es dann wenige Runden vor Schluss so ausgeht, ist sehr schade. Das muss ich aber so akzeptieren."

Die Rennleitung nahm die Szene noch genauer unter die Lupe, entschied aber, keine Strafe gegen Frijns auszusprechen, da dieser mit seinem Reifenschaden nicht richtig habe einlenken können. Der Niederländer gab sein Rennen wenig später auf, Günther beendete das Rennen ebenfalls punktlos als Zwölfter - großes Pech für beide. Di Grassi hingegen sammelte als Sechster noch acht Punkte.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

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