Formel E

Frijns kontert Fahrergerüchte bei Envision mit zwei Podien in Portland: "Wollte was beweisen"

Svenja König

Svenja König

Robin-Frijns-on-podium-in-Portland

Wie Phönix aus der Asche hat sich Robin Frijns mit gleich zwei zweiten Plätzen beim Formel-E-Rennen in Portland zurückgemeldet. Ein starkes Wochenende, das nach einer schwierigen Saison genau zur richtigen Zeit kommt, denn bei Envision könnten fahrerseitig große Veränderungen anstehen. Eine Tatsache, die für Ärger beim Niederländer sorgt, der erst vor dieser Saison von ABT zu Envision zurückgekehrt ist.

Nach einer schwierigen Saison beim amtierenden Teamchampion Envision haben sich in den letzten Wochen die Gerüchte verdichtet, dass es größere Veränderungen auf den Positionen beider Fahrer geben könnte. Es scheint sogar möglich, dass Envision sowohl den Vertrag mit Sebastien Buemi als auch Robin Frijns nicht verlängern könnte. Grund dafür sollen unter anderem ihre bestehenden Verpflichtungen bei Toyota und BMW im Falle einer Terminkollision der WEC und Formel E sein. Dazu haben sich sowohl Team als auch die Fahrer in einer für alle Seiten schwierigen Saison nicht mit Ruhm bekleckert.

Mit dieser Ausgangssituation kämpfen Frijns und Buemi also bei den Rennen in Portland aber auch in London um ihre Cockpits oder gute Ergebnisse als Bewerbung bei anderen Teams. Insbesondere für Robin Frijns ist dieser Plan aufgegangen: Mit zwei zweiten Plätzen holte er an diesem Wochenende das Maximum gegen einen überstarken Felix da Costa heraus. Etwas Wut war ob der Personalsituation bei Envision doch dabei:

"Ich habe natürlich versucht, dieses Wochenende etwas zu beweisen", macht der Niederländer seine Position nach dem Rennen in der Pressekonferenz klar. "Es ist nicht schön, diese Gerüchte zu sehen, vor allem weil ich vor der Saison von ABT zu Envision zurückgekehrt bin, um erfolgreich zu sein und nicht nur um eine Saison zu fahren. Gestern war es einfach nur erleichternd allen zu zeigen, dass wir es noch können. Das Ergebnis heute fühlt sich deutlich besser an."

Frijns: "Waren nicht gut auf manche Situationen vorbereitet"

Mit zwei Podien hat er an diesem Wochenende mehr als die Hälfte seiner gesamten Punkte in der aktuellen Saison gesammelt. Von Ungefähr kommt dieses Ergebnis aber nicht. "Wir waren immer mal wieder in den Trainings schnell und sind dann mit null Punkten nach Hause gefahren", beschreibt Frijns den Saisonverlauf beim Jaguar-Kundenteam. In der langen Pause vor den Chinarennen habe man daher das System umgestellt.

"Wir haben vor Shanghai zusammengesessen und die Art wie wir Rennen angehen komplett verändert. Das Team hat mich dabei stark unterstützt. Wir waren nicht gut auf manche Rennsituationen vorbereitet, die häufig eingetreten sind und konnten jetzt beweisen, dass wir uns verbessert haben."

Envision-Car-on-track-in-Portland

Wer könnte auf Frijns und Buemi folgen?

Am heißesten gehandelt für eine potenzielle Nachfolge bei Envision wird zurzeit Stoffel Vandoorne. Der Belgier scheint in zwei Jahren bei DS Penske nie wirklich zu seiner Weltmeisterform zurückgefunden zu haben und schaut sich wohl anscheinend gerade im Formel-E-Umfeld nach anderen Optionen um.

Mit Vandoorne würde man sich einen gestandenen Formel-E-Champion ins Team holen, der allerdings auch ein Parallelprogramm absolviert. Arbeitgeber Peugeot hat sich aber beispielsweise für den Berlin E-Prix kompromissbereit gezeigt - zumindest bei 6-Stunden-Rennen.

Jake Hughes ist ein weiterer Fahrer, der nach seinem Podium in Shanghai bei einigen Teams auf der Liste steht und der sich vor allem gegen Teamkollegen wie Rene Rast und Sam Bird behaupten konnte. Darüber hinaus scheint es nicht ausgeschlossen, dass Envision auch bei Joel Eriksson und Paul Aron anklopfen könnte, die Frijns und Buemi in Berlin vertraten. Während Aron als vielversprechendes Talent gilt, konnte der Schwede bei seinem Formel-E-Comeback zwei WM-Punkte sammeln. Beim Saisonfinale in London werden Frijns und Buemi ohne Frage noch einmal im Auto sitzen und können mit guten Ergebnissen für sich werben.

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