Formel E

"Für unsere Geschichte nicht geeignet" - Ford lehnt Formel E weiterhin ab & setzt auf Elektro-Prototypen

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Der US-Autobauer Ford plant eine Ausweitung seiner weltweiten Motorsportaktivitäten: Neben der Formel 1 will das Unternehmen aus Detroit zukünftig auch bei der Dakar-Rallye und in der GT-Klasse der Langstreckenweltmeisterschaft (WEC) antreten. Mark Rushbrook, Chef der Motorsportabteilung Ford Performance, erklärt, warum ein Engagement im elektrischen Motorsport wie etwa in der Formel E für den Konzern derzeit nicht infrage kommt.

Neben den bereits seit vielen Jahren bestehenden Engagements in der US-amerikanischen NASCAR-Serie, der Rallye-Weltmeisterschaft und den australischen Supercars wird Ford sein internationales Motorsportengagement weiter ausbauen. Der Ford Mustang wird im Kundensportbereich als GT-Sportwagen in einer GT3- und einer GT4-Version angeboten, dazu wurde in dieser Woche ein Engagement bei der Rallye Dakar angekündigt. Ab 2026 wird Ford zudem gemeinsam mit Red Bull Racing in der Formel 1 antreten.

Obwohl die Marke derzeit großflächig auf Elektrifizierung setzt und bis Ende 2024 sieben neue Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen wird, ist ein Einstieg in den elektrischen Motorsport bislang nicht geplant: "Wenn wir in der Formel E sein wollten, würden wir natürlich in der Formel E starten", beschreibt Motorsportchef Rushford bei Motorsport.com. "Wir sind der Auffassung, dass wir in Bezug auf Vollelektrifizierung mit unseren elektrischen Prototypen mehr Ergebnisse bekommen als mit der Formel E."

Ford hat in den vergangenen Jahren mehrere elektrische Hochleistungsfahrzeuge gezeigt, darunter den Ford Mustang Mach-E 1400 für Drift-Veranstaltungen, den Dragster Ford Cobra Jet 1400 und den fast 1.500 kW starken Ford SuperVan 4, der in diesem Monat beim Bergrennen Pikes Peak antreten wird.

Rushford: "Kein direkter Seitenhieb gegen die Formel E"

"Sie sind rollende Innovationslabore, die es uns ermöglichen, etwas über leistungsstarke, vollelektrische Fahrzeuge zu lernen und diese Erkenntnisse in unsere Straßenauto-Programme und auch in die Formel 1 zu übertragen", so Rushford weiter.

"Das ist kein direkter Seitenhieb gegen die Formel E", will er seine Aussagen jedoch nicht als Kritik an der elektrischen Formelrennserie verstanden wissen. "Sie bietet jede Menge großartiges Racing. Es gab in diesem Jahr wirklich einige sehr unterhaltsame Rennen."

"Aber aus dem, was wir in diese Prototypen stecken - ohne Regeln, die uns einschränken, was wir tun oder nicht tun können -, können wir genau das lernen, was wir wollen", beschreibt er. "Mein Kommentar war nicht als Kritik an den elektrischen Serien gedacht. Wir sind nur der Meinung, dass sie für das, was wir lernen und kommunizieren wollen, nicht geeignet sind."

Damit wartet die Formel E auch nach neun Jahren weiterhin auf das Engagement eines US-Herstellers. Stetig präsent sind die USA trotzdem: Mit Avalanche Andretti und DS Penske (früher Dragon) treten bereits seit der Gründung der Serie zwei US-Teams an, die bislang auch vier verschiedene US-Piloten einsetzten. Dazu bestritt die Elektrorennserie in Long Beach, Miami und New York City kumuliert bislang 13 Rennen. Das 14. Rennen auf US-Boden findet am 24. Juni statt, wenn die Formel E erstmals in Portland fahren wird.

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