Formel E

Günther punktlos zum Formel-E-Heimrennen nach Berlin: "Es tut weh - aber die Richtung stimmt"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

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Nach vielversprechenden Rundenzeiten bei den Formel-E-Testfahrten Ende 2022 fielen Maximilian Günther und Maserati MSG in ein Performance-Tief. Dass der Deutsche in den ersten sechs Rennen des Jahres noch keine Punkte sammelte, "schmerzt sehr", wie er berichtet. Zu seinen Heimrennen in Berlin reist Günther dennoch voller Zuversicht.

Groß waren die Erwartungen an Max Günther, nachdem er die Formel-E-Testfahrten in Spanien mit einem neuen Streckenrekord beendet hatte. Erst recht, weil hinter ihm eine zähe Zeit mit Nissan e.dams lag (nur sechs Punkte in 16 Rennen), dürften seine Fans nach dem Valencia-Test hoffnungsvoll auf die Saison 2023 geblickt haben. Würde der Wechsel zu Maserati MSG, sein zweiter Teamtausch in zwei Jahren, den Erfolg zurückbringen?

"In Valencia lief es noch sehr gut, wir waren ziemlich schnell", denkt Günther zurück. In einer virtuellen Medienrunde holt er auf eine Frage von 'e-Formel.de' aus: "Allerdings waren es auch nur die Testfahrten, noch dazu auf einem speziellen Streckentyp. Wir kamen deswegen mit dem Wissen nach Mexiko, dass wir wahrscheinlich nicht wie beim Test alles dominieren werden. Doch die Überraschung war trotzdem groß, als wir nach dem Qualifying nur auf Platz 17 standen."

"Keine Pace, weder im Qualifying noch im Rennen"

Durch die schlechte Startposition konnte der 25-Jährige beim Auftaktrennen der Saison keine Punkte sammeln. "Aber auch beim zweiten E-Prix hatten wir keine Pace, weder im Qualifying noch im Rennen. Jetzt haben wir drei Wochenenden daran gearbeitet, das Paket schneller zu machen. Nun fehlt nur noch die Konstanz."

Insbesondere beim Bremsen habe ihm im ersten Saisondrittel 2023 das Vertrauen in sein Auto gefehlt - wohl auch aufgrund des neuen Gen3-Frontmotors, der die Piloten beim Verlangsamen mit seiner Rekuperationswirkung unterstützen soll. "Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen, und müssen uns Paket vervollständigen. Ich hoffe, dass wir die Früchte unserer Arbeit sehr bald ernten werden."

Maserati MSG absolvierte Privattest vor Berlin E-Prix

Seit dem letzten E-Prix in Sao Paulo absolvierten einige Teams private Testfahrten, darunter auch Maserati MSG. Der Rennstall habe dabei neue Abstimmungen für das Fahrzeug getestet, mit denen sich Günther laut eigener Aussage "sehr wohl fühlte." Deswegen blicke er positiv auf die nächsten Rennen - obwohl er nach sechs Läufen als einer von nur drei Formel-E-Stammfahrern ohne Punkte in der in der WM dasteht.

"Nachdem wir an den ersten zwei Wochenenden keine Performance hatten, haben wir die Köpfe zusammengesteckt und die richtigen Schlüsse gezogen", bekräftigt der gebürtige Oberstdorfer. "Auf einer Einzelrunde hat sich das Tempo seitdem gebessert, und auch in den Rennen haben wir unser Potenzial gezeigt. Die Richtung stimmt, aber wir haben bisher nicht die entsprechenden Ergebnisse eingefahren. Es schmerzt sehr, denn auch die letzten eineinhalb, zwei Jahre waren für mich nicht einfach."

"Keine Energie mit Gedanken an Meisterschaft verschwenden"

Im Motorsport müsse einfach "alles zusammenpassen", um erfolgreich zu sein. "Ich musste lernen, geduldig zu sein. Mein Anspruch ist es immer zu gewinnen. Aber am Ende des Tages gehört es dazu, dass man durch solche Phasen gehen muss. Es tut weh, denn ich wäre gern weiter vorn. Aber ich weiß um die Qualitäten von mir und dem Team. Mit Gedanken an die Meisterschaft brauchen wir unsere Energie inzwischen nicht mehr zu verschwenden: Wir wollen nur noch möglichst starke Rennwochenenden fahren und eine Grundlage schaffen, von der wir uns nach vorn arbeiten können."

Die ersten Punkte des Jahres will Günther am kommenden Wochenende in Tempelhof auf sein Konto spielen. Die Rennen des Berlin E-Prix starten am 22. und 23. April 2023 jeweils um 15 Uhr. ProSieben überträgt die Läufe live im Free-TV.

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