Formel E

Hälfte des Fahrerfeldes bleibt liegen! De Vries gewinnt verrückten Valencia E-Prix der Formel E vor Müller

Timo Pape

Timo Pape

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Nyck de Vries hat ein vollkommen verrücktes erstes Formel-E-Rennen in Valencia gewonnen. Der Mercedes-Fahrer war letztlich einer von nur zehn Fahrern, die es im spanischen Regen mit ausreichend Energie ins Ziel schafften. Zweiter wurde völlig überraschend Nico Müller im Dragon vor Stoffel Vandoorne. Nick Cassidy wurde Vierter vor Rene Rast. Antonio Felix da Costa, der das gesamte Rennen über in Führung gelegen hatte, fiel eine Runde vor Schluss noch auf den siebten Platz zurück. Nachträgliche Strafen und Veränderungen dieser Rangfolge sind wahrscheinlich.

Nachdem es kurz vor dem Rennen noch geregnet hatte, startete der Valencia E-Prix wie schon in Rom hinter dem Safety-Car. Nach einer Runde kam das Sicherheitsfahrzeug allerdings bereits an die Box, sodass es - erstmals auf nasser Strecke in Valencia - im Renntempo losging.

Alle Piloten kamen ohne Zwischenfälle durch die erste Runde. Lucas di Grassi musste bereits frühzeitig eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe absitzen, weil das Getriebe an seinem Audi getauscht worden war. Auch Nico Müller erhielt gleich zu Beginn eine Durchfahrtsstrafe, da sein Fahrzeug bei voller Batterie zu viel Energie rekuperierte - bereits die vierte Strafe für Dragon am Samstag wegen dieses Vergehens.

Lotterer kracht in Buemi

In Runde 3 dann bereits der erste Unfall: Andre Lotterer verteidigte sich gegen einen Angriff von Norman Nato, trat dabei zu spät auf die Bremse rutschte in den Nissan von Sebastien Buemi, der sich daraufhin in Kurve 9 drehte. Erneut ein überflüssiger Fehler des Porsche-Fahrers, für die er später eine Durchfahrtsstrafe erhalten sollte.

Der Schweizer Buemi konnte nicht weiterfahren, weshalb die Rennleitung zunächst Full-Course-Yellow ausrief, dann sogar das Safety-Car auf die Strecke schickte, um den Nissan zu bergen.

Während der Safety-Car-Phase wurde der Regen wieder stärker. Beim Neustart tat sich zunächst nichts. Während sich der Führende Felix da Costa bereits etwas absetzen konnte, musste sich Günther hinter ihm bereits verteidigen - Alex Lynn machte Druck auf den BMW-Fahrer. Auch dahinter ging es eng zu.

Packende Duelle, Fehler von Günther

Dann ging Nyck de Vries überraschend außen herum an Lynn vorbei. Wenig später überholte der Mercedes-Pilot auch Günther und übernahm Platz 2. In der nächsten Runde ging auch Lynn an Günther vorbei, der sich daraufhin seinen ersten von zwei Attack-Modes holte, ohne dabei eine Position einzubüßen. Felix da Costa hatte sich bereits mehr als drei Sekunden Vorsprung herausgefahren, de Vries nahm nun jedoch die Verfolgung auf.

Weiter hinten waren kurz vorher Rene Rast und Nico Müller aneinandergeraten, landeten dabei im Kiesbett und fielen ans Ende des Feldes zurück. In der Schikane leistete sich derweil Tom Blomqvist einen Dreher. Günther kam ebenfalls überhaupt nicht zurecht: Erst musste er Oliver Rowland ziehen lassen, dann auch Alexander Sims. Es wurde jedoch noch schlimmer für den Deutschen: Günther rutschte in Kurve 2 von der Strecke und blieb im Kies stecken - das Aus für ihn. Erneut kam das Safety-Car auf die Strecke.

Unfall zwischen Evans & Sette Camara sorgt für nächstes Safety-Car

Mit 20 verbleibenden Minuten auf der Uhr ging es weiter. Sims griff direkt Rowland an und ging an seinem britischen Landsmann vorbei. Nun jagte er seinen Mahindra-Teamkollegen Lynn im Kampf um das Podium. De Vries machte seinerseits Druck auf Felix da Costa. Während Norman Nato seinen Venturi in den Top 6 bewegte, fiel sein Teamkollege Edo Mortara ans Ende des Feldes zurück.

Dann kollidierten Mitch Evans und Sergio Sette Camara. Der Dragon-Pilot wurde dabei gedreht und blieb im Kiesbett stecken. Bereits zum vierten Mal kam das Safety-Car auf die Strecke. Auch Evans fuhr an die Box und gab das Rennen mit beschädigtem Fahrzeug auf. Beinahe zeitgleich kam Vandoorne in Kurve 8 zu weit raus und fuhr durch den Kies. Er fiel dadurch von Platz 14 auf Platz 18 zurück.

Lotterer schiebt Mortara vom Kurs - und scheidet selbst aus

Zehn Minuten vor Ablauf der Zeit machte es Felix da Costa beim Neustart erneut gut und zog wenig später mit dem FANBOOST davon - eine strategisch kluge Entscheidung, denn direkt im Anschluss holte er sich seinen zweiten Attack-Mode, ohne die Führung an de Vries zu verlieren.

Nato griff Wehrlein an und lieferte sich einen packenden Zweikampf mit dem Deutschen. Letztlich musste Wehrlein den Franzosen vorbeilassen, kam auf den Kies und verlor einige Plätze. Auch Nato verließ die Strecke und fiel zurück. Unter anderem profitierten die beiden Virgin-Fahrer von dem Duell: Robin Frijns und Nick Cassidy rückten auf die Plätze 5 und 6. Sims war nun Dritter vor Rowland.

In Kurve 1 kam es derweil zum nächsten Unfall, der auch das nächste Safety-Car auf den Plan rief: Lotterer und Mortara fuhren nebeneinander in die schnelle Linkskurve, dann touchierte Lotterer seinen Kontrahenten und schickte ihn mit einem Dreher in den Kies. Lotterer landete selbst ebenfalls im Kiesbett und musste das Rennen aufgeben. Indes kam auch sein Porsche-Teamkollege Wehrlein an die Box, weil er ein "sicherheitsrelevantes" Problem an seinem Auto erlitten hatte.

Kuriose Schlussphase mit vielen Fragezeichen

Mit zwei verbleibenden Runden ging es noch einmal weiter. Felix da Costa setzte sich erst gut ab, dann wurde jedoch offensichtlich, dass ihm - wie fast allen anderen Fahrern - die Energie ausging! Nur de Vries hatte in der Spitzengruppe noch genug Energie, um einigermaßen schnell zu Ende zu fahren. Somit fielen fast alle Piloten zurück, während sich Nico Müller und Stoffel Vandoorne dank Energiereserven nach vorn arbeiteten. Am Ende fuhr de Vries als Erster über die Linie, Müller wurde sensationell Zweiter vor Vandoorne.

Nyck de Vries hat sich durch seinen zweiten Saisonsieg die Führung in der Gesamtwertung zurückgeholt, direkt gefolgt von seinem Teamkollegen Stoffel Vandoorne - zumindest nach aktuellem Stand. Auch bei den Teams hat Mercedes insgesamt 38 Punkte auf Jaguar gutgemacht und die Führung übernommen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass noch einige Zeit vergehen wird, bis das offizielle Rennergebnis veröffentlicht wird. Nachträgliche Strafen - unter anderem für Vandoorne - sind wahrscheinlich.

Bereits am Sonntag geht es mit dem zweiten Rennen in Valencia weiter. Kurioser kann es eigentlich nicht mehr werden - aber in der Formel E weiß man nie...

Ergebnisse & Zeiten im Überblick

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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4 Kommentare

HWE ·

Da kommen die Autos endlich mal auf einer Rennstrecke (wenn auch durch Schikanen kastriert) so einigermaßen in Schwung, dann zieht die Rennleitung am Ende den Stecker. Aber allein schon das das Gegreische der E-Gurken weniger laut rüber kam und zusammen hängende Streckenabschnitte zu sehen waren, machte das zuschauen doch einigermaßen interessant! Obwohl der letzte Akt voll in die Hose ging.
Gruß an Daniel Abt, bin wirklich nicht sein Fan, aber den Job bei Sat1 macht er gut.....

TB ·

Das Rennen war echt voll versaut. Im Fußball würde man sagen verpfiffen. Liegt wohl ehr daran, dass die FIA der FIFA zu stark ähnelt, Korruption ohne Ende. Es wir soviel Energie abgezogen, es werden Safetycar Phasen eingeläutet wo es keine braucht bis die richtigen auf dem Podium stehen. Kommentare auf SAT1 kannst du voll vergessen, spart euch das Geld für eure Experten, die können sich nur ins Auto setzen und im Kreis fahren, deshalb sind sie auch keine Ingenieure oder wirkliche Experten. Sollen lieber das Dschungelcamp moderieren, aber allesamt, dass ist ehr deren Niveau. Wenn dass die E Mobilität voranbringen soll, dann mal gute Nacht. Ist ja fast schon so, was politisch in Deutschland abgeht. Wenn jedes Rennen hinter dem Safetycar startet (warum heute? Angeblich sind das doch die besten Fahrer der Welt), hinter dem Safetycar endet, alles im Nachgang am Tisch entschieden wird..., wo bleibt dann die Emotion ?
Man muss ja echt schauen ob das Ergebnis am nächsten Tag noch dem Entspricht was man gesehen hat. Liebe Formula E Verantwortliche, macht die Serie nicht kaputt, ihr seit auf dem Besten Wege dahin. Dies ist wenigsten mal eine Rennserie die anders ist als die F1. Schaltet bitte mal euren Verstand ein, das selbe gilt für SAT1. Holt euch mal ein paar richtige Experten und nicht solche Dachlatten/innen.

Phil ·

Wer hier Kommentare schreibt um seinen Frust ueber die Formel E loszuwerden sollte lieber die Formel 1 gucken und auch gleich einschlafen, die Regeln sind die Regeln und die gelten fuer alle .

simon11 ·

Ich schaue nur die Formel E und keine anderen Rennserien. Eine Rennen auf der Rennstreck ist so langweilig anzusehen. Hat man auch heute teilweise gemerkt. Lieber enge Stadtkurse mit Mauern (anstatt den langweiligen Kies), vielen Kurven und schöner Aussicht auf schöne Bauwerke. Wegen Corona ging es nichts anders.
Bei der Energie wird es sich schon herausstellen wer da falsch gearbeitet hat, es gab Teams die sind ins Ziel gekommen.

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