Formel E

"Halb so schwer, doppelt so leistungsstark" - BMW-Antrieb macht Fortschritte

Timo Pape

Timo Pape

BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt war beim Formel-E-Auftakt Anfang des Monats in der asiatischen Metropole Hongkong zu Gast und verfolgte das Geschehen auf dem Central Harbourfront Circuit aus der Nähe. Zur fünften Saison steigen die Münchner bekanntlich als Werksteam in die Elektrorennserie ein. Im Interview verrät Marquardt, wie die technische Entwicklung voranschreitet und was er vom Rennen in Asien gehalten hat.

Herr Marquardt, die vierte Saison der Formel E ist mittlerweile im Gange. Wie sind Ihre Eindrücke aus Hongkong?

Der Saisonauftakt der Formel E vor der spektakulären Kulisse Hongkongs hat gezeigt, dass sich die Meisterschaft noch einmal weiterentwickelt hat und in die absolut richtige Richtung bewegt. Die Begeisterung für die Formel E ist riesig – bei den Fans, aber auch bei Fahrern und Teams. In Hongkong wurde die Fortsetzung der Partnerschaft zwischen BMW i und der Serie bekanntgegeben, zudem sammeln wir gemeinsam mit der Mannschaft von Michael Andretti weiterhin viele wertvolle Erfahrungen im Hinblick auf den BMW-Werkseinstieg zur Saison fünf. Die Zukunft der Formel E sieht also sehr vielversprechend aus.

Wie verläuft die technische Entwicklung im Formel-E-Projekt in München?

Die Entwicklung des BMW-eDrive-Antriebs für die Saison fünf verläuft nach Plan. Die ersten Dauerläufe des Antriebs auf dem Achsprüfstand sind schon erfolgreich abgeschlossen, wir sind mitten in der nächsten Entwicklungs- beziehungsweise Optimierungsschleife. Die Formel E ist für uns ein Technologie-Labor für den BMW iNext und weitere Modellgenerationen von BMW i – mit vielen Schnittpunkten zwischen Motorsport- und Serienentwicklung. Dazu gehören die gemeinsam genutzten Prüfstände und Anlagen für den Prototypenbau. Das Formel-E-Entwicklungsteam ist in derselben Abteilung wie die Serien-Vorentwicklung verankert. Mehr als ein Viertel des Vorentwicklungsteams arbeitet am Formel-E-Projekt. Das zeigt, wie intensiv der Technologietransfer verläuft.

Können Sie bereits einige Eckdaten zum E-Antrieb nennen?

Es ist schon jetzt interessant, einige Werte im Vergleich zum Serienantrieb zu sehen: Das BMW-eDrive-System für die Formel E ist halb so schwer, dafür aber doppelt so leistungsstark – und das bei doppelt so hoher Drehzahl. Gegenüber einem Verbrennungsmotor werden die Drehzahlen sogar etwa viermal so hoch liegen. Die Ingenieure haben große Freude daran, sich voll und ganz auf die Performance und die Effizienz des Antriebs konzentrieren zu können. Dabei sammeln sie zugleich viele neue Erkenntnisse für die Serie. Auch aus technischer Sicht ist die Formel E ein großartiges Projekt.

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