Formel E

Handverletzung! Antonio Giovinazzi muss Formel-E-Saison vorzeitig beenden, Sacha Fenestraz übernimmt Dragon in Seoul

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Paukenschlag wenige Minuten vor dem 3. Freien Training in Seoul: Dragon-Pilot Antonio Giovinazzi muss das Saisonfinale der Formel E in Südkorea aufgrund einer am Vortag erlittenen Handverletzung auslassen. Sein Cockpit im Dragon mit der Startnummer 99 übernimmt der zweite Jaguar-Ersatzfahrer Sacha Fenestraz, der damit vorzeitig zu seinem Formel-E-Debüt kommt.

Auslöser für die Verletzung war laut den Kollegen von 'The Race' eine Kollision im Stadionbereich des Kurses in Seoul mit DS-Techeetah-Pilot Antonio Felix da Costa. Die Rennkommissare untersuchten den Zwischenfall, sprachen jedoch keine Strafe aus, da Giovinazzi für Felix da Costa überraschend verlangsamt habe, um durch die Attack-Zone zu fahren. Bereits in London waren die beiden Antonios im Starterfeld aneinandergeraten.

Später im Rennen soll Giovinazzi bei einer weiteren Kollision - dieses Mal mit Alexander Sims - erneut einen Schlag auf die verletzte Hand bekommen haben. Der Italiener gab das Rennen nach 24 Runden an der Box auf. Er wurde zunächst im medizinischen Zentrum an der Rennstrecke untersucht und dann zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus in der südkoreanischen Hauptstadt gebracht.

"Aufgrund des Treffers von Felix da Costa gestern habe ich einen harten Schlag auf meinen rechten Daumen bekommen, der Schwellungen und Schmerzen verursacht hat. Aus Sicherheitsgründen haben wir beschlossen, heute kein Rennen zu fahren und keine unnötigen Risiken einzugehen", schrieb Giovinazzi am Sonntagmorgen bei Twitter.

Blomqvist lehnt vermeintlich Cockpit ab, Jaguar gibt Fenestraz frei

Für ihn übernimmt Sasha Fenestraz. Jaguar hat sich kurzfristig dazu bereiterklärt, den Franco-Argentinier für das heutige Rennen freizustellen. Auch Envision-Ersatzfahrer Tom Blomqvist soll als mögliche Alternative für Dragon im Gespräch gewesen sein, eine entsprechende Anfrage des Teams von Jay Penske jedoch abgelehnt haben.

Fenestraz ist der insgesamt 76. Fahrer, der ein Formel-E-Rennen bestreiten wird. Seine ersten Erfahrungen am Steuer eines Gen2-Boliden sammelte er 2020 beim Rookie-Test in Marrakesch, den er mit Jaguar auf dem vierten Platz abschloss. Aktuell wird er als heißer Kandidat für die Nachfolge von Sebastien Buemi bei Nissan gehandelt. Gen3-Erfahrung hat der aktuelle Super-Formula-Pilot auch bereits: Er bestritt vor wenigen Wochen den ersten Shakedown mit dem neuen Jaguar-Boliden.

Die Verletzung könnte bereits das vorzeitige Ende von Giovinazzis Formel-E-Karriere bedeuten: Der Italiener wird mit einem Stammcockpit bei Ferrari in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC in Verbindung gebracht. Ferrari wird hier 2023 mit einem Hypercar an den Start gehen. In 15 Formel-E-Rennen erzielte Giovinazzi keinen einzigen Punkt. Er schied insgesamt achtmal aus.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 3 und 9.
Advertisement