Formel E

"Hasse diese Art, Rennen zu fahren!" - Vergne & DS bejubeln Platz 2, doch hadern mit Peloton-Racing bei Formel E in Berlin

Tim Neuhaus

Tim Neuhaus

Vergne-P2-Berlin

Das Formel-E-Samstagsrennen von Berlin wird als eines der chaotischsten Rennen der Saison in den Köpfen hängen bleiben. Für DS Penske hatte der Berlin-Auftakt einen zwiegespaltenen Ausgang. Während sich im Qualifying beide DS-Piloten in den Duellen beweisen durften, ging es für Stoffel Vandoorne zunächst nur nach hinten. Jean-Eric Vergne feierte allerdings den zweiten Platz. Das vorwiegende Thema war nach dem Rennen jedoch das chaotische "Peloton-Racing".

Von den Plätzen 2 und 3 gestartet, führten die schwarz-goldenen Boliden nach kurzer Zeit im Doppelpack den Berlin E-Prix an. Die Führung sollte aber von keinerlei Wert sein. Das Fahrerfeld staute sich hinter dem energiesparenden Vandoorne, und ein Durcheinander entfaltete sich. Eben noch in Führung liegend, ging es für den Belgier anschließend immer weiter nach hinten.

Einerseits musste er Energie sparen, andererseits verpasste er einmal den Attack-Mode. Und dann verlor er im Rahmen der Kollision zwischen Lucas di Grassi und Dan Ticktum auch noch einige weitere Positionen. Binnen weniger Sekunden fiel Vandoorne von Platz 11 auf Rang 19 zurück. Letztlich kämpfte er sich wieder bis auf den siebten Platz vor - immerhin noch ein paar Punkte!

Jean Eric Vergne fährt "bestes Rennen" der Saison

Runder lief es beim Samstagslauf des Berlin E-Prix für Jean-Eric Vergne. Mit einer taktisch guten Leistung und viel Geschick fuhr er am Ende als Zweiter ins Ziel. Der zweite Platz war nicht nur das zweite Podest der Saison für den Franzosen, sondern sein bereits siebtes in Berlin - Formel-E-Rekord. "Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis. Wir sind ein perfektes Rennen gefahren." Zu e-Formel.de antwortete er auf die Frage, ob es das beste Rennen seiner bisherigen Saison war: "Ja… Ja, war es definitiv!"

Was es allerdings auch war: Chaos. Von außen war kaum ein Durchblick zu bekommen, und im Cockpit empfand Vergne das Rennen als Tortur: "Man muss links, rechts, oben und unten aufpassen - es herrscht Chaos. Ich hasse diese Rennen und glaube, alle Fahrer hassen es", so Vergnes Wortlaut. Vandoorne fügt kritisch hinzu: "Man muss einfach zur richtigen Zeit die richtigen Leute von der Strecke schieben und die Nase heil lassen."

Dass die beiden mit ihrer Meinung nicht alleinstehen, beweisen auch Stimmen anderer Fahrer. So sagte Dan Ticktum zu e-Formel.de: "Zu viel Chaos, und es sieht nicht nach Racing aus. Es ist einfach viel Glück dabei, und es geht nicht genug um Talent." Zur Verantwortung zu ziehen sei die Formel E selbst: "Es gibt eine feine Balance zwischen Show und organischem Racing, und aktuell ist es ein bisschen viel Ersteres."

DS Penske füllte sein Punktkonto am Berlin-Samstag mit 24 Zählern. Eine Ausbeute, mit der sie ein Stück näher an Nissan heranrückten. Nur noch drei Punkte trennen die beiden Teams, 20 sind es bis zum zweitplatzierten Porsche-Team. Ob das Team seine Hochform beibehalten kann oder sogar der erste Saisonsieg auf Jean-Eric Vergne wartet, erfahren wir am Rennsonntag in Berlin.

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