Formel E

"Herz schlägt für beide Länder" - startet Max Günther bald als Österreicher in der Formel E?

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Mit 70 Formel-E-Starts ist Max Günther nach Andre Lotterer (80) der deutsche Fahrer mit den meisten Rennteilnahmen in der Elektroserie. Dies könnte sich jedoch in Zukunft ändern: Der Maserati-Pilot könnte dank seiner doppelten Staatsbürgerschaft bald für Österreich an den Start gehen.

Während bereits acht verschiedene Piloten unter deutscher Flagge in der Formel E gestartet sind, wartet die Alpenrepublik immer noch auf den ersten Formel-E-Rennteilnehmer. Mit Lucas Auer (BMW i Andretti) und dem amtierenden DTM-Champion Thomas Preining (Porsche) gab es beim Rookie-Test am 1. März 2020 gleich zwei Österreicher bei einer offiziellen Formel-E-Session. Beide werden jedoch mittlerweile nicht mehr mit der Elektroserie in Verbindung gebracht.

"Ich fahre mit der deutschen Lizenz", erklärt Günther bei ServusTV. "Das war in meiner ganzen Karriere eigentlich so, dass ich mit deutscher Lizenz gefahren bin. Ich bin, glaube ich, einmal ein Jahr lang für Österreich gefahren, im Kartsport. Das war sehr erfolgreich, ich bin Meister geworden. Mal schauen, was die Zukunft bringt."

"Ich habe beide Nationalitäten, deutsch und österreichisch", erklärt er. "Mama kommt aus dem Kleinwalsertal, Papa aus dem Allgäu. Ich bin im Allgäu aufgewachsen, fühle mich aber sowohl als auch - als Deutscher, aber auch sehr als Österreicher. Ich habe auch sehr viel Zeit in Österreich verbracht, als ich kleiner war. Vor allem am Bodensee - Bregenz, Lochau. Ich habe auch einige Verwandtschaft, die dort lebt. Darum schlägt mein Herz auf jeden Fall für beide Länder."

Anders als die anderen Rennserien, in denen Günther bislang antrat, ist jedoch in der Formel E nicht die Lizenz ausschlaggebend: Als offizielle FIA-Weltmeisterschaft entscheidet die Nationalität des Ausweisdokuments, mit dem sich der/die Fahrer:in beim Automobilweltverband ausweist. So hat Nissan-Pilot Sacha Fenestraz vor wenigen Wochen einen argentinischen Pass beantragt, um noch in diesem Jahr als Argentinier an den Start gehen zu können.

Zunächst wird Günther jedoch weiterhin für Deutschland antreten, das nächste Mal in knapp einer Woche beim Sao Paulo E-Prix. Hier wird er neben Pascal Wehrlein der einzige Deutsche sein.

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