Formel E

Himmel & Hölle für Jaguar in Monaco: Evans bleibt auf WM-Kurs, Bird kann Formtief nicht beenden

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Mitch-Evans-Jaguar-Racing-Beausoleil-Casino-Tunnel

Das Jaguar-Team zählt im Paddock der Formel E zu den Rennställen mit den besten Fahrerpaarungen. Kombiniert erzielten Mitch Evans und Sam Bird in ihrer Laufbahn 15 Rennsiege, neun Pole-Positions und stolze 1.141 Punkte in der Elektroserie. 2022 begegnet sich das neuseeländisch-britische Duo jedoch längst nicht auf Augenhöhe: Während Mitch Evans auf WM-Kurs liegt, kämpft Bird weiterhin mit einem Formtief.

Auch beim E-Prix in Monaco konnte sich nicht von seiner Ergebnisflaute erholen. In den ersten sechs Rennen der Saison verpasste er viermal die Punkteränge, in Rom und Monaco erreichte er nicht einmal die Zielflagge. In der Fahrer-WM rutschte der Brite dadurch auf Position 12 ab, er liegt nun 50 Punkte hinter seinem Teamkollegen Mitch Evans.

Bird bitter enttäuscht: "Ich brauche jetzt Abstand"

"Heute war einfach nicht mein Tag", sagt Bird nach dem verkorksten Formel-E-Wochenende in Monaco. Im Fürstentum verpasste er die K.-o.-Phase des Qualifying um denkbar knappe 0,013 Sekunden, das Rennen nahm er aufgrund einer Strafversetzung nur von Platz 13 auf. In der Startphase geriet er schließlich mit einem Konkurrenten aneinander. "Ich hatte leider einen kleinen Kontakt, der meine Spurstange gebrochen hat. Ich brauche jetzt einfach Abstand, um mich neu aufzustellen und stärker in Berlin zurückzukommen."

Innerhalb des Jaguar-Teams besteht kein Zweifel an Birds Können. Angesichts der herausragenden jüngsten Leistungen von Mitch Evans gibt es für Bird jedoch keine Möglichkeit, sein Formtief zu kaschieren. "Mein Teamkollege kämpft dort oben um die Führung in der Meisterschaft, ich aber nicht. Irgendeinen Grund muss es dafür geben", sagt Bird bei 'The Race'.

Sam-Bird-Retirement-Monaco

"Ich habe mich nicht gut genug qualifiziert, bin nicht smart genug Rennen gefahren, habe allgemein keinen guten Job gemacht. Ich muss also tief graben, an einigen Dingen arbeiten und Mut und Entschlossenheit aufbringen, um bessere Arbeit abzuliefern."

Mitch Evans konnte den Rückenwind seines Doppelsiegs in Rom hingegen auch in Monaco nutzen. Der 27-Jährige sicherte sich für den E-Prix in seiner Wahlheimat an der Cote d'Azur die Pole-Position und kämpfte lange um den Sieg, musste sich letztlich aber aufgrund eines zu hohen Energieverbrauchs - seine Rivalen konnten im Windschatten mehr Strom sparen - aber hinter Stoffel Vandoorne (Mercedes) mit Platz 2 zufriedengeben.

"Nach der Pole-Position wollte ich diesen Sieg unbedingt", sagt Evans nach dem Rennen. "Wir hatten in Rom ein unglaublich effizientes Auto und ich hoffte, das in Monaco wiederholen zu können. Leider konnten wir (das Qualifying-Ergebnis) nicht in einen Sieg umwandeln, weil wir dann doch Probleme mit dem Energieverbrauch hatten. Platz 2 bedeutet trotzdem sehr viele Punkte für mich und für das Team."

Auch Jaguar-Teamchef James Barclay blickt zufrieden auf den Monaco E-Prix. "Wir können stolz auf dieses Ergebnis sein", so der Südafrikaner. "Mitch war im Qualifying fehlerfrei und hatte dann einen guten Start. Dass er das Feld angeführt hat, gab den Autos hinter ihm aber einen kleinen Vorteil. Trotzdem haben er und das Team ein spannendes Rennen ausgezeichnet gemanagt und sich auf Platz 2 gekämpft."

"Sam verpasste die Duelle leider knapp, wodurch auch sein Rennen kompromittiert wurde. Er wird ganz sicher stark in Berlin zurückschlagen. Allgemein war diese Woche aber fantastisch, vom Gen3-Launch und der großen Punkteausbeute bis zum Podium von Mitch." Das nächste Formel-E-Rennen findet am 14./15. Mai in Berlin statt.

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