Formel E

"Hört auf, mit mir zu reden - alle!" - Dan Ticktum überrascht mit Schimpftirade gegen sein Formel-E-Team

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Dan Ticktum macht wieder einmal Schlagzeilen: Der Brite fiel durch eine Schimpftirade gegen sein Formel-E-Team Nio 333 unmittelbar nach der Zieldurchfahrt auf. Im Sonntagsrennen des Jakarta E-Prix hatte er nach starker Aufholjagd in der letzten Runde zwei Positionen verloren und fiel so noch auf Platz 11 zurück - und damit aus den Punkten.

Im Qualifying reichte es für Ticktum am Sonntag nur für Startplatz 20. Der Brite hatte sich mit seinem ersten Reifensatz in der letzten Kurve spektakulär gedreht. Der zweite Reifensatz bot aus unerklärlichen Gründen nicht so viel Grip, sodass Ticktum die Gruppenphase nur als Zehnter abschloss. Im Rennen arbeitete sich Ticktum immer weiter nach vorn und war wenige Runden vor dem Ziel bereits in den Punkterängen angekommen. Dann ließ seine Pace jedoch nach.

Die Ursache war laut eines Tweets von Nio 333 ein Ausfall des Frontmotors. Hierdurch sank die Rekuperationsleistung am Gen3-Boliden von 600 kW auf nur noch 350 kW über die Hinterachse. Ticktum gewann in den Bremszonen also deutlich weniger zurück, als dies in den Energiezielen für die letzten Runden eingerechnet war. Die Folge: Er musste in der letzten Runde viel früher den Fuß vom Strompedal nehmen, um es überhaupt bis ins Ziel zu schaffen.

In der letzten Runde verlor er sogar mehr als zwei Sekunden. Stoffel Vandoorne und Sebastien Buemi nutzten die Gelegenheit und schoben sich am Boliden mit der Startnummer 33 vorbei. Ticktum war im Anschluss äußerst ungehalten.

"Roberta, sag meinem Taxi, es soll in 15 Minuten bereit sein"

"Kumpel, kein anderer Fahrer in diesem Starterfeld ist dazu fähig, das sage ich dir!", schrie er kurz nach der Zieldurchfahrt seinen Renningenieur Mike Henderson an und meinte damit womöglich seine starke Aufholjagd im Rennen. "Ich bin total enttäuscht von euch, ätzend! Verdammt noch mal!"

"Hört auf, mit mir zu reden - alle!", fiel er seinem Ingenieur anschließend ins Wort, als dieser ihm antworten wollte. "Keiner redet mit mir! Ich will es verdammt noch mal nicht hören! Lasst mich in Ruhe! Das hätte schon seit drei Runden passieren können, und ich habe keine verdammte Ahnung", so Ticktum weiter.

Nach seinem Wutausbruch senkt er die Stimme etwas und bittet: "Roberta, wenn du am Intercom bist, sag meinem Taxi, es soll in 15 Minuten bereit sein. Ich werde es nehmen."

Jeder Fahrer ist verpflichtet, nach dem Rennen am sogenannten Media Pen teilzunehmen, um den anwesenden Journalist:innen Rede und Antwort zu stehen. Ticktum ließ diesen jedoch entgegen seiner Aussage im Teamfunk nicht ausfallen, indem er im Anschluss an das Rennen das Taxi zum Hotel nahm.

Abermals überschattete Ticktum mit seinen Aussagen eine eigentlich bärenstarke Fahrleistung. Der Brite belegt nach elf Saisonrennen mit 18 Punkten den 17. Platz in der Gesamtwertung. Die nächste Chance auf Zähler gibt es für ihn und sein Team Nio 333 in knapp drei Wochen, wenn die Elektroserie erstmals in Portland antreten wird.

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1 Kommentare

Alexander Studenkov ·

Ticktum nahm nach dem Rennen tatsächlich am Media Pen teil und war sehr viel ruhiger als über Funk. Hier ist das Video: https://www.youtube.com/watch?v=kdf5SNso6_I

Antwort von Tobias Wirtz

Hallo Alex, vielen Dank für den Hinweis. Wir haben die Info zwischenzeitlich in den Text eingebaut.

Viele Grüße,

Tobias

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