Formel E

"Hoffe, dass ich stark genug bin" - Formel-E-Start von Sebastien Buemi in Berlin nach Handbruch in Gefahr?

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Sebastien Buemi hat sich bei einer Kollision mit Maximilian Günther in Sao Paulo stärker verletzt als bislang bekannt: Wie der Schweizer gegenüber 'e-Formel.de' bestätigte, hat er sich bei dem Unfall in der zweiten Runde die rechte Hand gebrochen. Obwohl der vormalige Formel-E-Champion vergangene Woche in der Langstrecken-WM (WEC) fahren konnte, steht hinter seinem Start in Berlin ein Fragezeichen. Eine Entscheidung soll am Freitagabend fallen.

Sebastien Buemi war am Freitag mit einer bandagierten rechten Hand im Fahrerlager von Berlin zu sehen: Eine Folge der Kollision mit Max Günther in der Anfangsphase des Sao Paulo E-Prix. Der Schweizer war auf das Hinterrad des Maserati aufgefahren und hatte in der Folge am Teamfunk über starke Schmerzen in der Hand geklagt. Dennoch fuhr er das Rennen zu Ende und sicherte sich mit Platz 10 sogar einen WM-Punkt.

"Sie ist leider gebrochen und tut noch weh", beschreibt Buemi am Mikrofon von 'e-Formel.de'. "Ich bin letzte Woche mit der WEC in Portimao gefahren. Da war es okay."

Seiner Meinung nach lassen sich daraus aber keine Rückschlüsse darauf ziehen, ob ein Einsatz beim Formel-E-Rennen möglich ist. Dafür unterscheide sich das Toyota-Hypercar technisch viel zu sehr von den Gen3-Boliden.

"Man lenkt in der WEC ein bisschen weniger", beschreibt der Schweizer. "Die Servolenkung hilft natürlich auch. Hier könnte das eine ganz andere Geschichte sein. Ich hoffe, dass ich stark genug bin, um dieses Wochenende zu fahren."

Formel E plant offenbar Anpassungen: "Sie werden etwas ausprobieren"

Buemi ist damit nach Robin Frijns (ABT Cupra) bereits der zweite Pilot, der sich mit dem Gen3-Fahrzeug bei einer Kollision die Hand gebrochen hat. Buemis Meinung nach muss die Formel E Anpassungen an der Lenkung vornehmen: "Ja, hundertprozentig", bestätigt er. "Das ist jetzt klar. Ich bin natürlich nur der Fahrer, aber ich weiß, dass sie etwas ausprobieren werden. Natürlich es nicht einfach, jetzt etwas zu verändern."

"Wir müssen da sehr ins Detail gehen, warum die Verletzungen passieren. Wenn wir die Ursache kennen, können wir auch Lösungen finden", beschreibt Alberto Longo, Chief Championship Officer der Formel E. Eine kurzfristige Anpassung ist jedoch nicht in Sicht. "Auf jeden Fall nicht vor Saison 11, also bis zur Evolution des Autos."

"Das sollte aber keine Sicherheitsrelevanz haben", meint Longo weiter. "Natürlich gab es bei den Unfällen ein paar negative Konsequenzen für einige der Fahrer. Die Sicherheit steht für uns und die FIA aber über allem, und dieses Auto ist homologiert."

Offiziell hat Envision keinen Ersatzfahrer für diese Saison gemeldet. Nach Informationen von 'e-Formel.de' hat das Team jedoch Zugriff auf die Ersatzfahrer von Antriebslieferant Jaguar.

Joel Eriksson steht zwar zur Verfügung, befindet sich aber derzeit am Nürburgring. Hier findet am Wochenende das Qualifikationsrennen zum 24-Stunden-Rennen statt, wo der Schwede für Falken Motorsports in einem Porsche 911 GT3 an den Start gehen soll. Im Ernstfall könnte Eriksson jedoch nach Berlin nachreisen.

Zunächst wird Buemi am Freitagabend um 17 Uhr jedoch das 1. Freie Training bestreiten. Eine Entscheidung über den weiteren Einsatz des Schweizers soll im Anschluss fallen.

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