Formel E

HWA-Boss Fritz: Antriebswellen-Defekte sind "nervig und enttäuschend"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Nachdem HWA-Pilot Stoffel Vandoorne beim Hongkong E-Prix in aussichtsreicher Position liegend seinen Venturi-angetriebenen Boliden mit einer defekten Antriebswelle abstellen musste, erlitt sein Teamkollege Gary Paffett zwei Wochen später in Sanya den gleichen Schaden. Bereits in Hongkong hatten die HWA-Mechaniker bei Paffett eine Antriebswelle wechseln müssen, der Brite verpasste so die ersten zehn Minuten des 2. Freien Trainings.

"Gary hatte gerade Tempo aufgenommen. Die Strategie war, (zu Rennbeginn) so viel Energie wie möglich zu sparen und dann möglicherweise von einem Safety-Car zu profitieren. Doch dann gab es leider ein weiteres Problem mit der Antriebswelle, die momentan ein Schwachpunkt zu sein scheint", erklärt HWA-Teamchef Ulrich Fritz bei 'Motorsport.com'.

Nachdem bei HWA in den vergangenen beiden Rennen drei Antriebswellendefekte auftraten, findet Fritz deutliche Worte zur Defektserie: "Wir müssen das Problem lösen, sonst lohnt es sich nicht, überhaupt das Rennen zu fahren." Er erklärt, dass das Team selbst keinen Einfluss auf die Problematik habe: "Die Antriebswelle ist ein Teil des Herstellers, keines von uns. Für uns sieht das so aus, als gäbe es ein Qualitätsproblem. Wir müssen das vor dem Rennen in Rom mit unserem Hersteller Venturi lösen, denn es ist nervig und enttäuschend."

Es handele sich aber nicht um ein grundsätzliches Problem der Gen2-Fahrzeuge, betont Fritz: "Jeder Hersteller hat seine eigenen Antriebswellen. Aber natürlich baut Venturi die Antriebswellen nicht selbst, sondern sie haben einen Zulieferer. Sie arbeiten eng mit ihren Zulieferern zusammen, aber offensichtlich wurde das Problem nach Hongkong nicht gelöst. Wir haben einige lange Stunden vor uns, würde ich sagen", so der Deutsche weiter. Vor dem Rom E-Prix am kommenden Wochenende bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen das Problem lösen konnten, sodass HWA in Italien ohne technische Probleme ins Ziel kommt.

Auffällig ist, dass das Venturi-Team selbst trotz identischen Materials bislang keine Ausfälle durch defekte Antriebswellen zu beklagen hatte. Ob dies an einer unterschiedlichen Fahrzeugabstimmung der beiden Teams, an einem schonenderen Umgang der Venturi-Piloten Massa und Mortara mit dem Material oder schlicht und ergreifend am Zufall gelegen hat, ist unklar. Der bislang einzige Venturi-Ausfall in dieser Saison resultierte aus einem Unfall Felipe Massas in Santiago.

Venturi lehnte es ab, einen Kommentar zu den Antriebswellendefekten bei HWA abzugeben.

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