Formel E

600 Millionen Euro: Kauft Alejandro Agag die Formel E?

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Sensationelle Entwicklung in der Formel E: Alejandro Agag, Gründer und CEO der Formel E, hat in einem auf den 4. Mai datierten Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Formel-E-Mutterfirma "Formula E Holdings" ein Kaufangebot für die Rennserie abgegeben. Das berichtet 'Autosport'. Agag würde damit zum alleinigen Eigentümer der Rennserie werden. Kostenpunkt: 600 Millionen Euro.

Agag äußert in seinem Schreiben, dass er großes Interesse daran habe, die Zukunft der Serie selbst zu steuern: "Ich glaube an die Zukunft der Formel E. Dieses Angebot ist ein Ausdruck meines Glaubens. Aus diesem Grund möchte ich anbieten, alle Anteile an der Firma zu einer Bewertung von 600 Millionen Euro zu übernehmen."

In wirtschaftlicher Hinsicht hat sich die Formel E in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Erst im Januar wurde ABB als Titelsponsor der Serie bekanntgegeben. Laut Medienberichten lässt sich der Schweizer Industriegigant dies rund 12,5 Millionen Euro pro Jahr kosten. Auch mit dem Münchener Versicherungskonzern Allianz und der Modemarke Hugo Boss wurden in den letzten Monaten umfangreiche Sponsorenverträge geschlossen.

Das kommerzielle Interesse an der Formel E ist spätestens durch die Bekanntgabe des Einstiegs namhafter Hersteller sprunghaft angestiegen: Neben Audi, Jaguar und Renault, die bereits in der Serie starten, haben BMW, Mercedes und Porsche ihren Einstieg als Werksteam angekündigt. Zudem kommt mit Nissan noch in diesem Jahr der erste japanische Hersteller in die Formel E. Weitere Gerüchte über bevorstehende Engagements von Ford sowie einer Marke des Fiat-Konzerns, möglicherweise Maserati, halten sich ebenfalls seit einiger Zeit.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagt zum Angebot des Spaniers: "Meiner Meinung nach steht hinter jeder großen Erfolgsgeschichte die Vision eines Unternehmers. Alejandro hat es geschafft, diese Rennserie zu gründen - entgegen aller Skepsis. Denn am Anfang hat ihm niemand eine Chance gegeben. Jetzt sind alle großen Automobilhersteller in der Formel E vertreten. Das ist zu einem sehr, sehr großen Teil sein Verdienst. Ohne seinen Antrieb hätte sich möglicherweise auch Mercedes anders entschieden."

Formel-E-Anteile bei Liberty Media

Marco Parroni, globaler Sponsoring-Chef und stellvertretender Marketing-Leiter der Schweizer Privatbank Julius Bär, fügt an, dass Agag es war, der ihn vom zukünftigen Erfolg der Formel E überzeugt hat: "Ohne Alejandro würde dieses Projekt heute nicht existieren. Die Formel E hatte zu Beginn große finanzielle Schwierigkeiten, darum hat sie Investoren gebraucht." Julius Bär sprang gleich zu Beginn ein, übernahm Anteile und ist bis heute einer der größten Investoren der Elektroserie.

Ein weiterer bedeutender Anteilseigner der Formel E ist aktuell Liberty Global, eine Schwesterfirma von Liberty Media, die auch die Formel 1 besitzt. Liberty Global gehört Berichten zufolge rund ein Viertel des Formel-E-Unternehmens, ein weiteres Viertel besitzt Liberty Media. Auch die Unternehmen Allianz, Qualcomm und Discovery Communications, der Medienkonzern hinter Eurosport und DMAX, besitzen Anteile an der Elektroserie.

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