Formel E

Regeln, Starterliste, Kalender: Alle Neuerungen der Formel-E-Saison 2019/20 im Überblick

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Wenn die Formel E am Freitag in Saudi-Arabien ihren Auftakt in die Saison 2019/20 feiert, erwarten Fans, Fahrer und Teams einige Neuerungen. In der Sommerpause seit dem New York E-Prix hat die Elektroserie einige Regeln angepasst oder neu eingeführt. Doch wie werden sich die Neuerungen auf die Rennen auswirken?

Am Freitag (22. November) startet die Formel E in Saudi-Arabien in ihre sechste Saison - das zweite Jahr der "Gen2"-Ära. Einstige Revolutionen wie die Einführung des Attack-Mode oder das Zeitrennen-Format gehören inzwischen zum Tagesgeschäft der Elektroserie. In der neuen Saison müssen sich die Hersteller und Piloten dennoch auf ein paar neue Regeln einstellen. Die wichtigsten Änderungen haben wir dir in diesem Artikel zusammengestellt.

1. Mehr Leistung im Attack-Mode - und nur noch im Rennbetrieb

Eine der kleinsten Änderungen im Regelwerk könnte womöglich die größten Auswirkungen auf die E-Prix haben. Anders als im Vorjahr werden den Piloten im Attack-Mode fortan nicht mehr 225 kW, sondern 235 kW zur Verfügung stehen. Während der Leistungsoutput im Rennmodus bei 200 kW bleibt, erhöht sich die maximale Attack-Mode-Leistung somit um 10 kW.

Durch den größeren Unterschied zwischen Attack-Mode und Rennmodus dürften Überholmanöver einfacher und häufiger werden. Die maximale Leistung beim FANBOOST bleibt konstant in einem Fenster zwischen 240 und 250 kW. Ebenfalls neu: Während einer Safety-Car- oder Full-Course-Yellow-Phase ist die Aktivierung des Attack-Mode nicht mehr erlaubt.

2. Energie-Abzug während Safety-Car- & FYC-Phasen

Eine weitere folgenschwere Änderung im neuen Jahr betrifft die Safety-Car- und Full-Course-Yellow-Phasen. War es in den vergangenen Jahren - gerade in Saison 5 - noch häufig so, dass Fahrer bei einer Neutralisierung des Rennens wichtige Energie einsparen konnten, werden "Vollgas-Rennen" nach einer solchen Unterbrechung fortan endgültig der Vergangenheit angehören. In der vergangenen Saison ging es teilweise so weit, dass unterlegene Teams das zwischenzeitliche Energiesparen bei Safety-Car- oder FCY-Phasen gar in ihre Rennstrategie einberechnet haben.

Ab sofort wird die Rennleitung für jede volle Minute bei Safety-Car- oder Full-Course-Yellow-Bedingungen eine Kilowattstunde von der noch verfügbaren Energie abziehen. Dies geschieht unabhängig davon, wie viel Energie die Fahrer in einer Minute tatsächlich verbrauchen. Startet ein Pilot also zum Beispiel mit 23,59 kWh Rest-Energie in eine fünfminütige Safety-Car-Phase, verbleiben ihm bei der erneuten Rennfreigabe noch 18,59 kWh minus der tatsächlich verbrauchten Energie.

3. Punkte für den Schnellsten des Gruppen-Qualifyings

Ab sofort wird bereits in der Gruppenphase des Qualifyings ein Meisterschaftspunkt vergeben. Anstatt dass die Formel E nur für den Gewinn der Super-Pole-Session drei Zähler verteilt, ist die insgesamt schnellste Runde während der Gruppenphase fortan ebenfalls einen Punkt wert. Hinzu kommen die üblichen Zähler für ein Top-10-Ergebnis sowie die schnellste Rennrunde (nur innerhalb der Top 10), sodass die maximal erreichbare Punktzahl an einem Renntag auf insgesamt 30 für einen Fahrer steigt.

4. Neue Teams, neue Fahrer, neue Hersteller

In zahllosen Schlagzeilen wurde in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten auf den mit Spannung erwarteten Einstieg der Automobil-Giganten Porsche und Mercedes in die Formel E hingewiesen. Und das vollkommen zurecht, denn erstmals in der Geschichte des Motorsports werden damit alle vier deutschen Premiumhersteller - Audi, BMW, Mercedes und Porsche - auf der Rennstrecke gegeneinander antreten. Hinzu kommen bekanntlich Schwergewichte wie Jaguar oder Nissan.

Neue Gesichter und Transfers gibt es auf Seiten der Fahrer: Andre Lotterer fährt fortan für Porsche, stattdessen sitzt nun Antonio Felix da Costa im DS Techeetah. Maximilian Günther ist fortan BMW-Werksfahrer. Sein Cockpit bei Dragon nimmt in Diriyya erstmals das Schweizer DTM-Ass Nico Müller ein. An seiner Seite fährt der Ex-Formel-1-Fahrer Brendon Hartley.

Frischen Wind bringt auch Nyck de Vries ins Fahrerlager: Der Niederländer gewann erst kürzlich den Meistertitel in der Formel 2 und ist somit als eines der größten Nachwuchstalente im Motorsport einzustufen. Er tritt an der Seite von Stoffel Vandoorne beim neuen Mercedes-Werksteam an. Jaguar hat mit dem Briten James Calado ebenfalls einen Rookie verpflichtet. Auch das umbenannte Nio-333-Team setzt mit Ma Qing Hua auf einen neuen Fahrer, wenngleich der Chinese in den letzten Jahren bereits insgesamt neun E-Prix absolviert hat.

5. Neue Austragungsorte im Rennkalender

Nach einer vierjährigen Pause wird die Formel E im Juli 2020 nach London zurückkehren. Der Lauf in der britischen Hauptstadt bildet das Finalwochenende der sechsten Saison, das aus zwei Einzelrennen bestehen wird ("Double-Header"). Doch auch vor dem Finale auf der spektakulären Indoor-/Outdoor-Strecke besucht die Formel E einige sehenswerte neue Orte.

So wurde die südkoreanische Hauptstadt Seoul erstmals in den Kalender aufgenommen. Die Stadt am Han-Fluss begrüßt die Formel E auf einer Strecke um und im Stadion der Olympischen Spiele von 1988. Ebenfalls neu im Kalender: Jakarta. Hier soll die Elektroserie um das Nationaldenkmal Indonesiens fahren.

Abgesehen von den neuen Rennen kehrt die Serie in der Saison 2019/20 auch an viele altbekannte Orte zurück. So stehen erneut die E-Prix in Diriyya, Santiago, Mexiko-Stadt, Marrakesch, Sanya, Rom, Paris und New York auf dem Plan. Auch der Berlin E-Prix wird am 21. Juni 2020 zurückkehren. Die Städte Hongkong, Monaco und Bern veranstalten in Saison 6 hingegen keine Rennen mehr (zum gesamten Rennkalender der Formel E).

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Die neuen Regeln sollen in der Saison 2019/20 für zusätzliche Spannung, engere Rennen und packenderes Racing sorgen. Welches Team am besten mit den Anpassungen zurechtkommt, wird sich bereits am Freitag und Samstag zeigen. Am 22. und 23. November startet die Formel E in ihre ersten zwei Läufe der neuen Saison. Die Rennen starten jeweils um 13 Uhr deutscher Zeit und werden hierzulande von Eurosport im TV sowie auf ZDFsport.de im Live-Stream übertragen. e-Formel.de bietet zudem wie immer einen kostenlosen Live-Ticker für alle Sessions des Wochenendes an.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

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