Formel E

Im Überblick: Das ändert sich zur neuen Formel-E-Saison

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Der Saisonstart zum dritten Jahr der Formel-E-Meisterschaft rückt immer näher. Nach den aufschlussreichen Pre-Season-Testfahrten im britischen Donington Park im August und September ist das nächste große Event der Meisterschaftsauftakt 2016/17 in Hongkong. Die Vorfreude steigt - und e-Formel.de erklärt euch die Neuerungen, über die ihr vor dem Hong Kong ePrix am 9. Oktober unbedingt Bescheid wissen müsst.

Updates für den Rennkalender, neue Gesichter im Fahrerlager

Das Wichtigste zuerst: Die Formel E fährt auch in der nächsten Saison wieder in Berlin. Neben dem einzigen Deutschland ePrix in der Hauptstadt am 10. Juni 2017 kommen gleich mehrere neue Rennstätten in den Kalender. Direkt zum Saisonauftakt kehrt die weltweit erste vollelektrische Einsitzer-Rennklasse in den Hafen von Hongkong ein. Einen Monat später ist ein Event in Marrakesch (Marokko) geplant. Weitere neue Rennorte sind Brüssel, New York und Montreal. Auch in Monaco, wo die Serie schon 2015 fuhr, wird wieder ein ePrix ausgetragen.

Auch personell gibt es gute Neuigkeiten für deutsche Fans: Maro Engel, eines der GT-Asse aus dem Kader von Mercedes, fährt künftig gemeinsam mit Stephane Sarrazin bei Venturi. Ferner beerbt Jose-Maria Lopez, der frisch gekrönte WTCC-Champion aus Argentinien, Jean-Eric Vergne bei Virgin. Dieser tritt in Saison drei neben Qinghua Ma für Techeetah an. Mahindra ersetzt Bruno Senna mit dem Schweden Felix Rosenqvist, Antonio Felix da Costa fährt fortan für Andretti. Jaguar wird seine Cockpits mit Adam Carroll und dem GP2-Fahrer Mitch Evans besetzen.

Schönheits-OP für die Formel-E-Autos: Neue Nase und neue Michelin-Reifen

Die wohl auffälligste Neuerung zur neuen Saison in der Formel E ist die Fahrzeugnase. Zusätzlich zur Bodenplatte wurde eine charakteristische zweite Platte auf den bisherigen Flügel aufgesetzt, sodass die vollelektrischen Boliden künftig mit einer Art "Doppeldecker-Nase" auf die Strecke gehen werden. Der Hintergrund dieser Nasenkorrektur ist rein ästhetisch - einen aerodynamischen Vorteil gibt es nicht.

Auch die Reifen wurden zur dritten Saison erneuert. Die frischen Pneus von Michelin bringen den Fahrern auf der Strecke noch mehr Grip und sollen schneller auf Betriebstemperatur kommen. Speziell beim Paris ePrix im vergangenen April hatten die Fahrer aufgrund der niedrigen Außentemperaturen Probleme, die Reifen in ihr Arbeitsfenster zu bringen.

Technologie: Leichteres Fahrzeug und mehr Rekuperation beim Bremsen

Das Energierückgewinnungssystem der Formel E wurde verbessert. Ab sofort können die Fahrer statt 100 kW, wie es in der vergangenen Saison der Fall war, ganze 150 kW beim Bremsen rekuperieren. Die volle Wirkung dieser Regeländerung wird sich erst in Saison vier und fünf entfalten, wenn der maximale Leistungsoutput der Autos zunächst auf 220 und dann auf 250 kW angehoben wird. Für Saison drei gilt weiterhin: 170 kW im Rennen, maximal 200 kW im Qualifying.

Um die erhöhte Rekuperation zuzulassen, wurde das maximale Batteriegewicht von 200 auf 230 Kilogramm angehoben. Das Gesamtgewicht darf ab Saison drei allerdings gleichzeitig nur noch 880 kg wiegen - im letzten Jahr waren es acht Kilo mehr.

Noch mehr Spielraum für Innovationen

Die zehn Rennställe bekommen in der dritten Saison noch mehr Spielraum für Innovationen als je zuvor. Das Reglement wurde leicht überarbeitet und verfeinert. Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Neuerungen aus dem Formel-E-Regelbuch:

  • Artikel 11.2: "Es ist verboten, die Federeinstellungen, die Stoßdämpfer und Stabilisatoren aus dem Cockpit heraus zu justieren." - Den Teams wird damit endgültig verboten, aktive Aufhängungen zu entwickeln. Die Forschung soll vollends auf dem Antriebsstrang bleiben.
  • Artikel 13.4: "Alle Teile des Rades müssen sich mit gleicher Rotationsgeschwindigkeit bewegen." - Mit dieser Regel möchte die FIA den aerodynamischen Radabdeckungen, wie sie noch bis 2009 in der Formel 1 vorkamen, vorbeugen.
  • Artikel 4.15: "Luftschächte sind nur zur Kühlung der Front- und Hinterradbremsen erlaubt." - Eine neue Regel in der Formel E, die wohl mit der erhöhten Rekuperation zusammenhängt. Bislang waren derartige Bremssysteme verboten: Ab Saison drei können die Teams Fahrtwind über einen Schacht direkt zur Kühlung auf die Bremse leiten.
  • Artikel 4.16: "Luftleitbleche und Barge Boards sind, mit Ausnahme am Eingang des Kühlungsschachts, verboten." - Die einzige Chance der Teams, Aerodynamik zu entwickeln. Die Rennställe werden alles daran setzen, die Batterie mit direktem Fahrtwind zu kühlen - auch wenn wir jene Bleche wohl nie zu Gesicht bekommen werden.

Nur noch eine Woche, bis das erste Formel-E-Rennen der neuen Saison startet. Die Geschehnisse in der Off-Season machen allerdings schon Appetit auf den Auftakt in Hongkong. Am 9. Oktober gehen das erste Mal in der neuen Saison die Startampeln aus - bis dahin versorgen wir euch wie gewohnt mit allen Informationen rund um die Formel E.

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