Formel E

Formel E: Bird bejubelt 3. New-York-Sieg, Evans gesteht Fahrfehler ein: "Hätte ein Doppelsieg sein können"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

New-York-Sunday-Podium

Mit einem Start-Ziel-Sieg in New York City meldete sich Sam Bird eindrucksvoll im Formel-E-Titelkampf zurück. Dank seines insgesamt dritten Rennsiegs am "Big Apple" katapultierte er sich von Platz 13 an die Spitze der Fahrerwertung. Bei der Pressekonferenz nach dem Rennen zog Bird Parallelen zwischen Jaguar und dem englischen Fußball-Nationalteam. Teamkollege Mitch Evans haderte indes mit einem folgenschweren Fahrfehler.

Im Sonntagsrennen von New York führte der Brite Bird jede Runde des E-Prix an. Als Pole-Sitter sammelte zudem vier Punkte für seine Leistung im Qualifying - lediglich den Bonuszähler für die schnellste Rennrunde verpasste er. "Ich muss zuerst meinem Team danken, das in den letzten 24 Stunden sehr hart gearbeitet hat", erklärt Bird nach dem Rennen und spielt auf seinen Unfall im 1. Freien Training an.

"Ich habe das Fahrzeug komplett zerstört, nichts war mehr zu reparieren. Wir haben das Ersatz-Monocoque benötigt, das (die Mechaniker) nur sechs Sekunden vor dem Beginn des Qualifying-Parc-Ferme aufgebaut hatten. Sechs Sekunden!"

"Das Auto stand bereit und hat mich, auch wenn die Feinabstimmung fehlte, in die Startaufstellung gebracht. Heute haben wir das gesamte Potenzial ausgenutzt und ein ansatzweise perfektes Rennen abgeliefert", findet Bird. "Das Gruppenqualifying zu gewinnen, die Pole-Position zu holen und jede Runde des Rennens anzuführen - das nennt man wohl einen perfekten Tag."

In der Anfangsphase des Rennens profitierte Bird von der "Schützenhilfe" seines Teamkollegen Mitch Evans, der den E-Prix ebenfalls aus der ersten Startreihe aufnahm. Der Neuseeländer wehrte unter anderem Angriffe von Nick Cassidy (Virgin) und Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) ab, während Bird seine Führung ausbauen und das Tempo managen konnte.

"Er war heute mein Jack Grealish, der mich unterstützt, und ich war der Harry Kane, der die Tore schießt", spielt Bird auf die britischen Offensiv-Nationalspieler an. Wenig überraschend unterstützte er direkt nach dem Rennende die englische Fußball-Nationalmannschaft, die am Abend im EM-Finale auf Italien traf. "Und übrigens: It's coming home!"

Evans nach Aufhängungsbruch nur auf Platz 13: "Habe es selbst verbockt"

Zerknirschte Gesichter gab es nach dem Rennende hingegen in der Garagenhälfte von Mitch Evans. Der Neuseeländer, der noch in der Schlussphase den zweiten Platz verteidigte, rutschte in der letzten Rennrunde auf den 13. Platz ab. Zuvor hatte er in Kurve 2 die äußere Streckenbegrenzung berührt, wobei er seine Aufhängung beschädigte.

"Das war ein klassischer Fahrfehler", analysiert Evans, "da gibt es nicht viel mehr zu sagen. Ich hatte die meiste Zeit des Rennens Probleme mit den Hinterrädern, und zwar deutlich mehr als gestern. Als ich abseits der Ideallinie auf den Staub gekommen bin, wurde ich überrascht."

Bereits im Qualifying touchierte Evans die Mauer, konnte seine schnelle Runde jedoch ohne einen nennenswerten Fahrzeugschaden beenden. Dass ihm ein ähnlicher Fehler auch im Rennen unterlief, der das Team außerdem ein doppeltes Podium kostete, sei eine "ziemliche Last" auf seinen Schultern: "Ich muss mich beim Team entschuldigen, das hätte heute ein Doppelsieg sein können. Ich habe sehr lange auf so ein Rennen gewartet, aber ich habe es heute selbst verbockt."

Evans liegt nach dem New York City E-Prix auf Platz 8 in der Gesamtwertung der Fahrer - punktgleich mit Pascal Wehrlein (Porsche), aber mit einem dritten Platz mehr. Bird katapultierte sich durch seinen Sieg hingegen auf den ersten Rang, den er in zwei Wochen beim Heimspiel in London verteidigen will. In der Team-WM liegt Jaguar knapp hinter Virgin und DS Techeetah auf dem dritten Rang.

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1 Kommentare

Tobias Wirtz ·

"Er war heute mein Jack Grealish, der mich unterstützt, und ich war der Harry Kane, der die Tore schießt"

Ich persönlich finde ja, dass Evans eher wie Bukayo Saka gewirkt hat: Am Ende hat er es einfach versemmelt ;-)

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