Jaguar wird Formel-E-Team-Weltmeister: Felix da Costa erklärt den entscheidenden "Plan B"
Jasmin Fromm
FIA Formula E
Beim Saisonfinale der Formel E in London wurde nicht nur der Fahrer-Weltmeister gekürt, auch der Titel in der Teamwertung war noch offen. Jaguar und Porsche lieferten sich bis zum letzten Rennen ein enges Duell und auf der Strecke entwickelte sich daraus ein taktischer Schlagabtausch. Am Ende setzte sich Jaguar durch. Antonio Felix da Costa erklärt gegenüber e-Formel.de, welchen "Plan B" das Team dafür auspackte.
Porsche hatte sich für das letzte Rennen der Gen3-Ära erneut eine starke Ausgangslage verschafft: Pascal Wehrlein und Nico Müller starteten von den Plätzen drei und vier, unmittelbar dahinter lauerte Mitch Evans auf Platz fünf. Die Situation erinnerte stark an den Samstag, als die beiden Porsche ebenfalls vor dem Jaguar-Piloten gestartet waren und ihn im Rennen effektiv hinter sich gehalten hatten.
Jaguar rechnete deshalb mit einer Wiederholung dieses Spiels. Evans wusste, dass Porsche versuchen würde, ihn erneut möglichst lange hinter Wehrlein und Müller zu halten. Auch Antonio Felix da Costa stellte sich auf einen taktisch geprägten Titelkampf ein.
Felix da Costa: "Wir wussten, was wir heute tun mussten"
Der Portugiese startete lediglich von Platz acht. Damit war klar, dass Felix da Costa Jaguar kaum allein über seine eigene Endposition zum Titel führen konnte. Stattdessen sollte er seinem Team dort helfen, wo es notwendig war.
"Wir wussten, was wir heute tun mussten, um unser Ziel zu erreichen, nämlich beide Porsche auf der Strecke zu schlagen", sagt Felix da Costa gegenüber e-Formel.de. "Wir wussten: Wenn wir das schafften, könnten wir uns den Meistertitel sichern. Als ich sah, dass sie schon ab der ersten Runde wieder damit anfingen, mussten wir unseren Plan B aus dem Ärmel schütteln und ihr Spiel mitspielen."
Felix da Costa gelang es im weiteren Rennverlauf tatsächlich, vor Wehrlein zu kommen. Anschließend verlangsamte der Jaguar-Pilot das Feld zeitweise massiv und verteidigte seine Position konsequent gegen den Deutschen. Wehrlein fiel dadurch aus den Top 10 und damit aus den Punkterängen.
Wehrlein & Müller bleiben punktlos: Evans fährt Jaguar zum Titel
In der Schlussphase lag Felix da Costa erneut unmittelbar hinter Wehrlein und setzte den Porsche-Piloten unter Druck. Im dichten Mittelfeld kam Wehrlein schließlich mit dem Heck von Joel Erikssons Auto in Kontakt. Der Schwede drehte sich quer vor Wehrlein und Jake Dennis, die dadurch entscheidend aufgehalten wurden.
Wehrlein schaffte es anschließend nicht mehr zurück in die Punkteränge. Auch Müller blieb ohne Zähler. Felix da Costa selbst beendete das Rennen ebenfalls punktlos, doch seine taktische Arbeit zahlte sich für Jaguar aus. Evans kam auf Platz vier ins Ziel und sammelte damit genügend Punkte, um Jaguar die Team-Weltmeisterschaft zu sichern. Die britische Mannschaft beendet die Saison mit 288 Punkten und damit 17 Zählern vor Porsche.
Für die Feierlichkeiten wollte es Jaguar anschließend vergleichsweise unkompliziert halten. "Wir haben heute noch die offizielle Preisverleihung und werden zusammen etwas trinken und den Abend genießen", sagt Evans gegenüber e-Formel.de.
Damit verabschiedet sich Jaguar als Team-Weltmeister aus der Gen3-Ära. Entscheidend war beim Saisonfinale nicht nur die Geschwindigkeit des Teams, sondern auch die Bereitschaft, auf Porsches Taktik mit einem eigenen Plan zu reagieren.
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