Formel E

Jake Dennis ignorierte Andretti-Anweisung für 6. Formel-E-Sieg: "Ich glaube, mein Team ist froh"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Andretti-Pilot Jake Dennis hat beim Freitagsrennen in Diriyah einen souveränen Rennsieg gefeiert. Der amtierende Formel-E-Weltmeister machte damit sein schwaches Ergebnis vom Saisonauftakt in Mexiko-Stadt wieder wett und verkürzte den Abstand auf Tabellenführer Pascal Wehrlein auf nur noch vier Zähler.

Von Platz 3 gestartet übernahm Dennis in der vierten Runde erstmals die Spitzenposition, nachdem Jean-Eric Vergne und Mitch Evans jeweils ihren ersten Attack-Mode aktiviert hatten. Dank einer geschickten Strategie behielt er bei seiner zweiten Aktivierung den Spitzenplatz: Der Brite nutzte aus, dass sich Vergne und Mitch Evans mehrmals in die Quere kamen und sogar berührten.

Dabei setzte sich Dennis sogar über die Anweisung seines Renningenieurs hinweg. Er zögerte die Aktivierung solange heraus, bis er genügend Vorsprung hatte und trotz längerer Fahrt durch die Attack-Zone vorn blieb. "Ich glaube, den Attack-Mode in dieser Situation zu aktiveren, hätte nicht funktioniert", beschreibt er die wohl rennentscheidende Situation.

"Dann wäre ich auf Platz 3 gewesen. Also habe ich die Anweisung ignoriert und bin eine weitere Runde gefahren, um den Abstand zu vergrößern", erklärt Dennis. "Ich glaube, mein Team ist froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Sie lassen mir im Rennen immer freie Hand, und das hat sich heute ausgezahlt."

Zweitgrößter Vorsprung der Formel-E-Geschichte

Da Evans und insbesondere Vergne in der Schlussphase das Tempo des Andretti-Piloten nicht mitgehen konnten, wuchs die Lücke hinter Dennis immer weiter an. Beim Überfahren der Ziellinie trennten ihn 13,289 Sekunden von Vergne. Damit gewann Dennis mit dem zweitgrößten Vorsprung der Formel-E-Geschichte. Nur beim Putrajaya E-Prix 2015 war der Vorsprung des Rennsiegers noch größer gewesen: Lucas di Grassi gewann damals mit 13,884 Sekunden Abstand auf Sam Bird.

"Als wir einmal in Führung lagen, mussten wir uns die Energie clever einteilen und dann pushen, wenn es nötig war", erklärt Dennis den Rennverlauf. "Jedes Mal, wenn wir pushen mussten, waren wir extrem konkurrenzfähig und gehörten zu den Schnellsten auf der Strecke. Zum Ende hin war es ein recht einfaches Rennen, bei dem es vor allem darum ging, keine Fehler zu machen. Mit 13 Sekunden Vorsprung war es eine schöne und angenehme letzte Runde."

"Wir wussten zwar, dass wir im Rennen stark sein würden - aber nicht so stark", gibt Dennis zu. "Das war einfach eine unglaubliche Leistung des Teams und von mir selbst." Da sich der amtierende Champion zusätzlich den Punkt für die schnellste Rennrunde sicherte, liegt er nun mit 28 Punkten auf dem vierten Platz der Gesamtwertung. Lediglich vier Zähler trennen ihn von Pascal Wehrlein, der die Führung trotz seines achten Platzes im Freitagsrennen behalten konnte.

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