Formel E

Jake Dennis über Formel-1-Wechsel von Nyck de Vries: "Das verleiht der Formel E mehr Anerkennung"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Nyck-de-Vries-Saudi-Arabia-Mercedes

Mit einer überzeugenden Leistung als Ersatzfahrer beim Großen Preis in Italien 2022 hat sich Nyck de Vries für mehrere Formel-1-Teamchefs interessant gemacht. Die Folge: Der Niederländer geht 2023 nun doch nicht für Maserati in der Formel E an den Start. Stattdessen hat er bei der Scuderia AlphaTauri ein Stammcockpit in der "Königsklasse" erhalten. Ex-Konkurrent Jake Dennis gönnt de Vries diesen Erfolg und ordnet seine Bedeutung für die Formel E ein.

"Ich freue mich wirklich für ihn, er ist ein großartiger Fahrer", erklärt Andretti-Pilot Jake Dennis bei 'Motorsport.com'. Er kennt den Niederländer schon geraume Zeit: "Seit meinem ersten Tag im europäischen Kartsport im Alter von zwölf oder 13 Jahren war er wahrscheinlich einer meiner Hauptkonkurrenten. Wir sind sozusagen zusammen aufgewachsen und immer gegeneinander gefahren. Ihn nun in der Formel 1 zu sehen, zusammen mit vielen anderen, gegen die ich Rennen gefahren bin, ist toll."

De Vries war 2019 als amtierender Formel-2-Champion zu Mercedes in die Formel E gewechselt, verlor als Test- und Ersatzfahrer der Stuttgarter allerdings auch nie den Kontakt zur Formel 1. Nachdem er die Boliden von Aston Martin, Mercedes und Williams bei Testfahrten und in Freien Trainings bewegen durfte, sprang er beim Großen Preis von Italien in Monza für den an einer Blinddarmentzündung erkrankten Williams-Piloten Alexander Albon ein.

De Vries schlug mit Position 13 im Qualifying auf Anhieb seinen Teamkollegen Nicholas Latifi und ging aufgrund von mehreren Strafen gegen Konkurrenten sogar von Rang 8 ins Rennen. Dort zeigte der Formel-E-Champion von 2021 eine fehlerfreie Fahrt und wurde am Ende Neunter. Keinem der beiden Williams-Stammpiloten, Albon und Latifi, gelang in der gesamten Saison ein besseres Ergebnis.

Dennis: "Das ist gut für die Formel E"

"Ich denke, das ist gut für die Formel E", beschreibt Dennis. "Als er das Rennen in Monza fuhr, war das Letzte, was wir alle wollten, dass er schlecht abschneidet, denn das hätte uns alle schlecht aussehen lassen. Die Art und Weise, wie er an das Wochenende herangegangen ist und wie gut er sich geschlagen hat, verleiht der Formel E mehr Anerkennung."

Die Entscheidung von de Vries, in die Formel 1 zu wechseln und in der kommenden Saison für das Red-Bull-Juniorteam AlphaTauri an den Start zu gehen, kann der Brite dabei absolut nachvollziehen und gibt zu, dass er sich in dieser Situation nicht anders verhalten hätte.

"Es hängt davon ab, welche Ziele man hat, und auch die Bezahlung spielt eine Rolle", erklärt Dennis. "Das ist ein wichtiger Punkt, und jeder, der etwas anderes sagt, lügt. Ich denke, ich würde mich selbst belügen, wenn ich sage, dass ich es nicht tun würde. Wenn ich in Nycks Position wäre, hätte ich wahrscheinlich dasselbe getan."

Es spielt für Dennis dabei aber durchaus eine Rolle, ob er in der Lage wäre, um Siege zu kämpfen. "Um ehrlich zu sein - ich würde keinen Williams fahren wollen", beschreibt er. "Ich möchte ganz bestimmt nicht als Letzter herumfahren. Ich muss das in meinem Alter aber auch so angehen, ich bin schließlich keine 21 mehr. Ich will Rennen gewinnen. Egal, ob in der Formel E, der WEC oder der Formel 1. Ich will einfach nur konkurrenzfähig sein."

Ob es das auch in der kommenden Formel-E-Saison sein kann, wird sich ab dem 14. Januar in Mexiko zeigen. Andretti tritt fortan als Kundenteam von Porsche an. Noch ist jedoch nicht abzusehen, welcher Hersteller bei der Gen3-Entwicklung die beste Arbeit geleistet hat.

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