Formel E

Jake Dennis verliert WM-Chance wegen Technik-Panne: "Kann einfach nicht glauben, was da passiert ist"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Nach dem Startunfall von Mitch Evans und Edo Mortara sah alles danach aus, als hätte Formel-E-Rookie Jake Dennis gute Chancen auf den Gewinn des ersten WM-Titels in der Elektroserie. Sein Rennen endete jedoch bereits nach zwei Runden, als er in Kurve 1 in die Mauer prallte. Der Grund für seinen Unfall war allerdings kein Fahrfehler, sondern technischer Natur.

Nach dem Ausfall der beiden unmittelbaren Titelkonkurrenten war Dennis auf dem achten Platz der Meisterschaftskandidat mit der besten Ausgangslage. Virtuell fehlte ihm zu diesem Zeitpunkt nur ein Punkt zur Übernahme der Gesamtführung und zum Titelgewinn. Er kam jedoch nicht dazu, einen der vor ihm liegenden Fahrer anzugreifen, denn schon wenige hundert Meter nach dem Restart war sein Rennen vorbei.

"Ich bin wirklich enttäuscht", erklärte Dennis kurz nach dem Rennen am Mikrofon von 'e-Formel.de'. "Ich kann einfach nicht glauben, was da passiert ist. Ich kam aus der letzten Kurve und hatte ein kleines Problem. Dann wurde es noch schlimmer und hielt auf der Geraden weiter an. Als ich dann den Fuß vom Pedal nahm, haben die Hinterreifen komplett blockiert, und ich bin geradewegs in die Mauer gerutscht."

Sein Renningenieur gab ihm zwar die Anweisung weiterzufahren, das war jedoch nicht möglich. "Das linke Vorderrad hing komplett runter, dann geht es nicht weiter. Das Auto war zerstört, das war mir klar", beschreibt er den Schaden an seinem BMW. "Ich war einfach am Boden zerstört beim Gedanken daran, was heute alles hätte passieren können."

Dennis bester Rookie: "Können mit dieser Saison sehr zufrieden sein"

Dennis schloss die Saison mit 91 Punkten auf dem dritten Platz der Gesamtwertung ab. Mit zwei Siegen ist er der erfolgreichste Formel-E-Neuling seit der allerersten Saison. Entsprechend zufrieden ist er mit seinem ersten Formel-E-Jahr und richtet den Blick trotz des herben Rückschlags nach vorn.

"Nichtsdestotrotz sollten wir uns auf das Positive konzentrieren und nicht auf den WM-Titel", meint Dennis. "Ich freue mich, jetzt ein wenig frei zu haben und Urlaub zu machen, zu feiern und dann zurückzukommen. Wir können mit dieser Saison sehr zufrieden sein, und ich freue mich auf nächstes Jahr."

Trotz des Ausstiegs von BMW wird Dennis auch im kommenden Jahr für das dann wieder privat betriebene Andretti-Team an den Start gehen. Das gaben die US-Amerikaner am Berlin-Wochenende bekannt. Wer sein Teamkollege wird, steht bislang noch nicht fest. Neben einem US-amerikanischen Piloten werden auch Max Günther noch Chancen eingeräumt.

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