Jeddah E-Prix: Die XXL-Vorschau zum ersten Double-Header 2026 am Rande der Wüste Saudi-Arabiens
Theresa König
FIA Formula E
Am kommenden Wochenende gastiert die Formel-E-Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in der Küstenoase am Rande der Wüste Saudi Arabiens in Jeddah. Auf dem schnellen Stadtkurs geht die vollelektische Rennserie auch in dieser Saison direkt in zwei Saisonrennen. Zudem sehen wir im Jeddah E-Prix die ersten Pit-Boost-Boxenstopps der zwölften Saison.
Wo genau findet das Formel-E-Rennen statt?
Jeddah liegt direkt am Roten Meer und gilt als eine der offensten und dynamischsten Städte Saudi-Arabiens. Als historisches Tor nach Mekka verbindet die Millionenmetropole jahrhundertealte Handelsgeschichte mit rasantem Wandel: Moderne Stadtviertel, die lange Corniche und internationale Events prägen heute das Bild. Mit der Formel E, die auf einem Stadtkurs in Jeddah gastiert, unterstreicht die Stadt ihren Anspruch, sich als globale Sport- und Eventdestination zu etablieren. Der elektrische Motorsport steht dabei sinnbildlich für den technologischen und gesellschaftlichen Aufbruch, den Jeddah verkörpert.
Fast Stats: Jeddah E-Prix
- Die Formel E startet seit Saison 5 in Saudi-Arabien und trägt in diesem Jahr ihre Rennen 14 und 15 in dem Land aus - nur in Deutschland und den USA fuhr sie bislang mehr Rennen.
- Oliver Rowland ist der erfolgreichste Fahrer in Jeddah: Im ersten Rennen führte er bis zur letzten Schikane, wurde aber noch von Maximilian Günther auf Platz 2 verdrängt, das zweite Rennen gewann er souverän auf dem Weg zu seinem WM-Titel 2024/25. Zweiterfolgreichster Fahrer ist Taylor Barnard, der in beiden Rennen unmittelbar hinter Rowland ins Ziel kam.
- Maximilian Günther gelang im vergangenen Jahr etwas seltenes: Der DS-Penske-Pilot sicherte sich die Pole-Position, gewann das Rennen und fuhr außerdem die schnellste Rennrunde in den Top 10. So sicherte er sich die perfekte Punkteausbeute von 29 Zählern - das war zuletzt Jake Dennis 2023 in Rom gelungen.
- Im vergangenen Jahr war Jeddah für gutes Pflaster für Fahrer mit Nissan-Antriebssträngen: Am Samstag holte der japanische Hersteller dank des Sieges von Oliver Rowland und dem zweiten Platz von Taylor Barnard die Optimalpunktzahl von 43 in der Herstellerwertung. Das gelang in der gesamten Saison 2024/25 sonst nur ein anderes Mal, beim DS-Penske-Doppelsieg in Shanghai.
- Für Porsche war Jeddah bislang kein gutes Pflaster: Nachdem Antonio Felix da Costa und Pascal Wehrlein in den beiden Rennen 2025 in insgesamt drei Kollisionen in der ersten Runde verwickelt wurden, hat der amtierende Teamweltmeister bislang nur sechs Zähler in Jeddah holen können. Nur Cupra Kiro (2) und Envision sowie Lola Yamaha ABT (beide 0) schlossen das Wochenende schlechter ab.
- Das Rennen am Samstag war im vergangenen Jahr eines der energie-intensivsten Rennen der Saison: In der Anfangsphase fuhren die Fahrer ganze neun Sekunden pro Runde langsamer als in der Schlussphase des Rennens am Freitag, um Energie zu sparen. Auch in diesem Jahr haben die Piloten für das zweite Rennen viel weniger Energie zur Verfügung.
TV & Livestream: Wo läuft der Jeddah E-Prix?
Der Jeddah E-Prix ist ein "Double-Header", es werden also zwei Rennen in Saudi-Arabien ausgetragen. Die Rennen finden am Freitag, den 13. Februar und am Samstag, den 14. Februar 2026 statt.
Das Rennwochenende startet jedoch schon am Donnerstag, den 12. Februar um 18:00 Uhr (MEZ) mit dem 1. Freien Training. Am Freitag geht es um 11:30 Uhr mit dem 2. Freien Training weiter, bevor um 13:40 Uhr das Qualifying ansteht. Rennstart ist um 18:05 Uhr.
Der Samstag startet um 11:30 Uhr mit dem 3. Freien Training, gefolgt vom Qualifying für das zweite Rennen um 13:40 Uhr. Das zweite Rennen in Jeddah startet am Samstag um 18:05 Uhr.
DF1 überträgt in der Saison 2025/26 alle Rennen live im TV und Livestream. In der Schweiz sendet Blue Sport im Free-TV. In Österreich sind die Qualifyings und die Rennen live bei Krone TV im FreeTV zu sehen. Die Qualifyings in Jeddah werden ebenfalls von DF1 live übertragen. Für die freien Trainings bietet e-Formel.de wie gewohnt englischsprachige Livestreams an. Im Pay-TV zeigen Discovery+ und HBO Max die Rennen von Jeddah in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Zusätzlich kannst du alle Sessions des Rennwochenendes in unserem beliebten Formel-E-Liveticker verfolgen.
| Session | Datum | Wochentag | Start TV/Stream | Session | Ende TV/Stream | TV-Sender/Website |
| 1. Freies Training | 12.02.2026 | Donnerstag | 18:00 | 18:00-18:40 | 18:50 | e-Formel.de |
| 2. Freies Training | 13.02.2026 | Freitag | 11:30 | 11:30-12:10 | 12:20 | e-Formel.de |
| Qualifying 1 | 13.02.2026 | Freitag | 13:40 | 13:40-14:45 | 14:45 | DF1 / df1.de |
| Rennen 1 | 13.02.2026 | Freitag | 17:35 | 18:05-19:00 | 19:30 | DF1 / df1.de |
| 3. Freies Training | 14.02.2026 | Samstag | 11:30 | 11:30-12:10 | 12:20 | e-Formel.de |
| Qualifying 2 | 14.02.2026 | Samstag | 13:40 | 13:40-14:45 | 14:45 | DF1 / df1.de |
| Rennen 2 | 14.02.2026 | Samstag | 17:35 | 18:05-19:00 | 19:30 | DF1 / df1.de |
alle Angaben in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ)
Was macht die Strecke in Jeddah so besonders?
Die Formel E in Jeddah fährt auf einem ungewöhnlichen Kurs: einer speziell angepassten Version des Jeddah Corniche Circuit, der sonst der Formel 1 vorbehalten ist. Statt enger, verwinkelter Straßen setzt die Strecke auf ein sehr schnelles und flüssiges Layout mit langen Geraden entlang des Roten Meeres.
Für die Elektroserie wurde der Kurs technisch nachgeschärft. Zusätzliche Schikanen schaffen Überholmöglichkeiten und rücken das Energiemanagement stärker in den Fokus. Das Nachtrennen unter Flutlicht sorgt nicht nur für bessere Bedingungen, sondern auch für eine markante Kulisse. Mit dem Pit-Boost im Rennen am Freitag steht zudem die Strategie und das Energiemanagement im Fokus des ersten "Double-Headers" der Formel-E-Saison 2025/26.
In welcher Reihenfolge gehen die Fahrer ins Qualifying?
In der Formel E findet die Qualifikation in zwei Abschnitten statt: Gruppenphase und Duellphase. Für das Gruppen-Qualifying wird das Fahrerfeld zunächst in zwei Hälften geteilt, wobei alle Fahrer auf den ungeraden Meisterschaftsrängen (Plätze 1, 3, 5, 7 usw.) in Gruppe A antreten, die Fahrer auf den geraden Rängen in Gruppe B.
Die jeweils vier Piloten, die nach zehn Minuten die schnellsten Rundenzeiten in ihrer Gruppe fahren konnten, ziehen anschließend ins Viertelfinale ein, wo sie sich fortan um die besten Startplätze duellieren. Für das Rennen in Mexiko-City ergeben sich somit folgende Gruppen.
Wettervorhersage: sommerlich und sonnig in Jeddah
Die Prognose für Jeddah ist vielversprechend. Elf Sonnenstunden am Tag und Temperaturen von bis zu 32 Grad versprechen ein sommerliches Hitzerennen in Saudi Arabien. Wie sich die Temperaturen auf Reifen und Fahrer auswirken werden, ist das Spannende. Welcher der Fahrer wird in der Hitze einen kühlen Kopf behalten und kann sein Fahrzeug am besten über den brennenden Asphalt der Millionenstadt manövrieren?
Wer sind die Favoriten?
Mitch Evans und Jaguar sind zurück und haben in Miami bravourös gezeigt, was in ihnen steckt. Die anderen Favoriten von Miami mussten Federn lassen und kamen aufgrund von Strategie und Regen nur im hinteren Feld ins Ziel.
Weltmeister Oliver Rowland reist auch in Jeddah als Favorit an. Bereits in der letzten Saison konnte er in beiden Rennen aufs Podium fahren, den zweiten Lauf entschied er sogar für sich. Blendet man das Rennen mit der verpatzten Strategie in Miami aus, war Rowlands Saisonstart mehr als solide, was ihn als Podiumskandidaten nach Saudi-Arabien führt.
Auch beide DS-Penske-Fahrer haben gute Chancen. Sowohl Maximilian Günther als auch Taylor Barnard standen in Saison 11 in Jeddah auf dem Podium, der Kurs scheint ihnen zu liegen, wenn sie die Form vom letztem Jahr erneut abrufen.
Nick Cassidy zählt weiterhin als einer der ganz Starken in Saison 12. Citroen scheint nach dem Einstieg sehr viel richtig gemacht zu haben. Der Neuseeländer geht auch in das vierte Rennwochenende der Saison als WM-Führender.
Auch die Porsche-Piloten sollten nicht aus den Augen verloren werden, geht es um den Kampf um die Podiumsplätze. Sowohl Nico Müller als auch Pascal Wehrlein sind sehr stark in die Saison gestartet. Ersterer konnte in Miami sein zweites Podium in seiner Formel-E-Karriere einfahren.
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