Formel E

Kampfansage von Valencia-Sieger Jake Dennis: "Liegen nur 22 Punkte hinter dem Spitzenreiter"

Press Release

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Am Rennsonntag beim Valencia E-Prix der Formel E machte BMW-Pilot Jake Dennis erstmals auf sich aufmerksam. Der Brite sicherte sich die Pole-Position, führte das Rennen vom Start bis ins Ziel an und feierte in seinem sechsten Formel-E-Rennen seinen ersten Sieg. Im Interview spricht der 25-Jährige über den überraschenden Erfolg, die Zusammenarbeit mit Teamkollege Maximilian Günther und den kürzlich veröffentlichten Rennkalender.

Du hattest keinen einfachen Saisonstart. Was bedeutet dir der Sieg in Valencia?

Den ersten Sieg in der Formel E zu holen, ist etwas ganz Besonderes. Denn natürlich ist das dein oberstes Ziel und dein Traum. Und dass mir das so früh in der Saison - im sechsten Rennen - gelungen ist, ist ein cooles Gefühl. Ein dickes Dankeschön geht an das Team. Es hat in Sachen Strategie einen herausragenden Job gemacht, sodass es mir möglich war, im Qualifying und dann im Rennen die entsprechenden Resultate abzuliefern.

Was war der Schlüssel zum Erfolg?

Ich denke, der Schlüssel zum Erfolg ist, die nötige Geduld zu haben. In der Formel E ist es recht ähnlich wie in einem Pokerspiel: Man muss verstehen, wo man sich mit seinem Auto zeigt und wo nicht. Und ich denke, dass wir das im Rennen perfekt umgesetzt haben. Wir haben da gepusht, wo wir mussten, und dann da Energie gespart, wo wir es konnten. Das ist aufgegangen. Deshalb sind wir am schnellsten von A nach B gekommen und haben das Rennen gewonnen.

Wo würdest du den Sieg in der Liste deiner bisherigen Erfolge einordnen?

Es ist definitiv einer meiner besten Siege, ganz sicher. Es war eine ziemliche Herausforderung, diesen Sieg zu holen. In der Formel E ist es so schwierig, alles richtig und passend zusammenzubekommen. Doch die Pole-Position und den Sieg zu holen - ich würde sagen, dass das wahrscheinlich mein bisher bester Tag im Motorsport war, was alles in seiner Gesamtheit angeht. Aber ja: Dieser Sieg ist definitiv einer meiner besten bisher.

Es war nicht nur für dich ein besonderer Sieg…

Ja, es gibt einen Mechaniker im BMW i Andretti Motorsport Team, Chris, der schon vor zehn Jahren mein Mechaniker war, als ich in der InterSteps Championship gefahren bin und in meiner Debütsaison im Formelsport Meister wurde. Als sich unsere Wege wieder kreuzten, als ich zu BMW kam, habe ich ihm ein Bild von vor zehn Jahren, 2011, geschickt, auf dem wir gemeinsam feiern. Natürlich hat er das Bild auch, aber ich habe es ihm noch mal geschickt und geschrieben: 'Lass uns versuchen, das in diesem Jahr zu wiederholen'. Und es ist fantastisch, dass es uns zehn Jahre später gelungen ist, dasselbe Ergebnis zu holen, beide nun in einer ganz anderen Situation als damals 2011.

Was hat sich seitdem verändert?

Wir waren damals komplett unerfahren - er als Mechaniker und ich als Fahrer. Nun sind wir beide ganz oben angekommen, wir haben jetzt Erfahrung im Motorsport, und es war cool, diese Erinnerung und diesen Moment mit Chris zu teilen und unseren Erfolg zehn Jahre später zu wiederholen. Von daher war es auch naheliegend, dass wir wieder zusammen ein Foto gemacht haben - ähnlich wie das von 2011.

Wann warst du nervöser - im Qualifying oder beim Start des Rennens?

Um ehrlich zu sein, war ich im Qualifying wahrscheinlich nervöser. Mit den Bedingungen auf der abtrocknenden Strecke hat sich mir eine sehr große Chance geboten, und es braucht nur einen kleinen Fehler, um diese Chance zunichte zu machen. Als es dann zum Start ins Rennen ging, war der Druck nicht so groß, überraschenderweise war ich nicht wirklich allzu nervös.

Wie sehr war es von Vorteil, die Strecke in Valencia zu kennen?

Ich denke nicht, dass es von Vorteil war, diese Strecke bereits zu kennen. Ich denke eher, dass es kein Nachteil war. Klar kennen alle diese Strecke, und das war auch bei mir der Fall. Von daher war es eher das eine Mal in dieser Formel-E-Saison, dass ich keinen Nachteil hatte. Denn 90 Prozent der Teilnehmer sind keine Rookies, also kennen sie die meisten Strecken schon. Es hilft definitiv, um gut in das Wochenende zu starten, und ich musste das FP1 und FP2 nicht nutzen, um die Strecke kennenzulernen.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit deinem Teamkollegen Maximilian Günther?

Maximilian und ich verstehen uns super. Er hat sich riesig für mich gefreut, als ich den Sieg geholt habe, und umgekehrt wird es genauso sein, wenn sein Tag kommt. Wir arbeiten wirklich sehr gut zusammen, er ist höchst professionell und geht bei allem sehr ins Detail. Also ja, wir haben eine prima Zusammenarbeit, und davon profitiert definitiv auch das Team. Wir versuchen immer, das Beste aus unserem Paket herauszuholen.

Wie bewertest du die Lernkurve in deinen ersten sechs Formel-E-Rennen?

Ich habe in meinen ersten sechs Rennen in der Formel E unheimlich viel gelernt, definitiv! Wir haben die gesamte Achterbahn der Gefühle erlebt. Wir sind von hinten gestartet und haben uns nach vorn gearbeitet. Wir sind im Mittelfeld gestartet, und nun sind wir von ganz vorne losgefahren, lagen in jeder Runde in Führung und haben dann gewonnen. Wir hatten nun also jedes denkbare Szenario, und ich habe festgestellt, dass es wesentlich einfacher ist, wenn man von vorn startet. Deshalb ist das Qualifying immens wichtig. Doch die gesamten sechs Rennen waren ein enormer Lernprozess für mich, und im Vergleich zu den anderen Fahrern gibt es immer noch sehr viel, das ich lernen muss.

Was war bisher die größte Herausforderung in der Formel E?

Die größte Herausforderung in der Formel E ist, das gesamte Wochenende perfekt zusammenzubringen. Man kann so schnell im Training, Qualifying oder Rennen einen kleinen Fehler machen, und dann ist dein Tag gelaufen. Man muss also einfach versuchen, alles richtig zusammenzubringen und ein reibungsloses Wochenende zu haben. Das ist definitiv das Herausforderndste an der Formel E.

Kürzlich wurde der komplette Rennkalender bis August 2021 vorgestellt. Auf welche Strecken freust du dich am meisten?

Die beiden Veranstaltungen, auf die ich mich am meisten freue, sind definitiv New York und London. Es ist klasse, meine Heimrennen zu haben, denn ich wohne nicht allzu weit von London entfernt. Es wird für mich etwas ganz Besonderes, dort Rennen zu fahren. Hoffentlich können dann auch ein paar Fans dabei sein, das wäre wunderbar. Und dann New York - ich wollte in den letzten zehn Jahren immer schon nach New York, aber es hat irgendwie nie geklappt. Deshalb ist es wirklich toll, dass ich nun die Chance habe, als Formel-E-Pilot dorthin zu reisen und in den Straßen New Yorks Rennen zu fahren. Ich hoffe, dass wir in New York ein gutes Resultat holen können, denn es ist eine besondere Veranstaltung.

An diesem Wochenende geht es bereits in Monaco weiter. Wie lauten deine Ziele für die kommenden Rennen?

Ich denke, dass wir definitiv wieder im Rennen sind. Nach sechs Läufen liegen wir nur 22 Punkte hinter dem Spitzenreiter, wir sind also dabei. Wir sind jetzt zurück in Qualifying-Gruppe 2, ich bin Achter in der Fahrwertung, und wir haben einen großen Schritt in der Teamwertung gemacht. Jetzt gilt unser ganzer Fokus dem Rennen in Monaco, wo wir versuchen werden, noch einmal kräftig zu punkten, bevor es danach in eine längere Pause geht. Es ist wieder eine neue Strecke für mich, aber ich bin sicher, dass es ein cooles Event wird. Ich freue mich schon riesig darauf, zum ersten Mal in Monaco zu fahren.

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