Formel E

Porsche ändert überraschend Formel-E-Pläne: Statt 2. Werksteam kommt neues Kundenteam

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Kehrtwende bei Porsches Formel-E-Engagement: Der Hersteller wird in der kommenden Saison doch nicht mit einem zweiten Werksteam antreten. Stattdessen hat sich kurzfristig ein bislang unbekanntes Kundenteam für Saison 13 beworben, das zwei Porsche 975 RSE einsetzen möchte. Damit hält Porsche trotz der strategischen Neuausrichtung an seinem Plan fest, in der Gen4-Ära mit insgesamt sechs Fahrzeugen auf dem Formel-E-Grid vertreten zu sein.

Wie FE Notebook am Donnerstagabend berichtet, hat Porsche sein ursprünglich geplantes Einsatzkonzept für die Gen4-Ära geändert. Statt zwei zusätzlicher Werksautos soll ein eigenständiges Team die beiden weiteren Porsche 975 RSE einsetzen. Wer hinter dem Projekt steckt, ist bislang nicht bekannt.

Porsche bestätigte die Änderung gegenüber dem Medium. "Es ist korrekt, dass ein zusätzliches Team sich bei der Formel E beworben hat und kommende Saison mit zwei Porsche 975 RSE starten möchte", erklärt ein Sprecher des Herstellers bei FE Notebook. "Die Bewerbung erfolgte in Absprache mit Porsche Motorsport."

"Es handelt sich dabei nicht um ein zweites Porsche-Werksteam. Wir haben davon Abstand genommen, zwei zusätzliche Fahrzeuge werksseitig einsetzen zu wollen. Damit trägt der Motorsport zur strategischen Neuausrichtung von Porsche bei. Da es sich bei dem Bewerber um ein eigenständiges Team handelt, können wir keine weiteren Details nennen."

Porsche hält trotz Kehrtwende an 6 Formel-E-Autos fest

Damit nimmt Porsche zwar Abstand vom ursprünglich angekündigten zweiten Werksteam, nicht aber von den zwei zusätzlichen Fahrzeugen. Neben den beiden 975 RSE des Porsche Formel E Teams wird auch Cupra Kiro in der Gen4-Ära weiterhin zwei Autos mit Porsche-Antrieb einsetzen. Wird das neue Kundenteam wie geplant zugelassen, wären insgesamt sechs Porsche auf dem Formel-E-Grid vertreten.

Porsche hatte im November 2025 eine zusätzliche Teamlizenz übernommen und angekündigt, ab Saison 13 mit einem zweiten Werksteam anzutreten. Beide Werksteams sollten aus Weissach heraus betrieben werden. Motorsportchef Thomas Laudenbach bezeichnete die Erweiterung damals als Ausdruck des langfristigen Engagements des Herstellers in der Formel E.

Auch das Einsatzkonzept war bereits weit fortgeschritten. Teamchef Florian Modlinger erklärte im März, dass Porsche für seine beiden Werksteams zusammen mit demselben Gesamtbudget auskommen wolle, das zuvor für das eigene Team und die Unterstützung der Kundenteams vorgesehen war. Das zweite Werksteam sollte zudem zur Förderung eigener Nachwuchsfahrer dienen.

Diese Pläne sind mit der nun bestätigten Neuausrichtung hinfällig. Offen ist unter anderem, welche Auswirkungen die Entscheidung auf Personal und Fahrer hat, die für das zusätzliche Werksteam vorgesehen waren.

Mysteriöses "NewCo Formula E Team" bewirbt sich kurzfristig

Bemerkenswert ist auch der Zeitpunkt der Entscheidung. Nach Informationen von FE Notebook wurde das Projekt unter der vorläufigen Bezeichnung "NewCo Formula E Team" erst am Donnerstag der Formel-E-Kommission zur Prüfung vorgelegt. Das Team darf dem Bericht zufolge nun den Registrierungsprozess für Saison 13 durchlaufen.

Für die Teilnahme an der Formel-E-Saison 2026/27 mussten interessierte Teams ihre Bewerbung bis zum 14. September beim Promoter einreichen. Anschließend wurden die Bewerbungen der FIA vorgelegt, die über die Auswahl der Teilnehmer entschied. Laut Reglement musste der Automobil-Weltverband die Liste der ausgewählten Teams spätestens am 18. September veröffentlichen.

Damit steht jedoch noch nicht die endgültige Teilnehmerliste für Saison 13 fest. Die ausgewählten Teams müssen anschließend den eigentlichen Registrierungsprozess durchlaufen. Wer hinter "NewCo Formula E Team" steckt, dürfte zunächst ebenfalls offenbleiben.

Gerüchte um Porsche-Team hielten sich seit Monaten

Bereits seit mehreren Monaten hatte es Zweifel daran gegeben, ob Porsche sein ursprünglich angekündigtes Einsatzkonzept tatsächlich umsetzen würde. Für Aufsehen sorgte Anfang August insbesondere Nyck de Vries. Der Niederländer erklärte öffentlich, dass das zweite Porsche-Werksteam seiner Kenntnis nach nicht kommen werde. Porsche hatte eine Änderung seiner Pläne zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht bestätigt.

Nun steht fest: De Vries lag mit seiner Aussage zumindest hinsichtlich des zweiten Werksteams richtig. Die zwei zusätzlichen Porsche sollen dennoch kommen - nur unter einem völlig anderen Einsatzmodell.

Sollte "NewCo Formula E Team" den Registrierungsprozess erfolgreich abschließen, würde Porsche in der ersten Gen4-Saison mit sechs 975 RSE vertreten sein: zwei Werksautos sowie vier Kundenfahrzeuge bei Cupra Kiro und dem neuen Team. Gleichzeitig deutet sich damit für Saison 13 ein volles Formel-E-Starterfeld mit zwölf Teams und 24 Fahrzeugen an.

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