Formel E

"Kein toller Tag für das Team" - Jaguar-Fahrer erklären punktloses Formel-E-Heimrennen in London

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

"It's Coming Home", hatte Jaguar-Pilot Sam Bird bei seinem Sieg in New York City noch über Funk gesungen, als er die Führung in der Gesamtwertung übernahm. Der Auftakt beim Heim-E-Prix der "britischen Raubkatzen" wurde jedoch zu einer herben Enttäuschung.

Im 2. Freien Training am Samstagmorgen, das bei nassen Bedingungen stattfand, hatten Mitch Evans und Sam Bird die Positionen 11 und 12 belegt. Im Qualifying trocknete die Strecke immer weiter ab, sodass Bird (Gruppe 1) und Evans (Gruppe 2) deutlich im Nachteil waren. Obwohl beide Piloten ganz passable Runden fuhren, reichte es nur für die Startpositionen 11 und 18.

Evans hatte im Rennen einen guten Start und schob sich direkt an Joel Eriksson vorbei. Kurz darauf schlug unmittelbar vor ihm Mahindra-Pilot Alexander Sims in die Streckenbegrenzung ein. Evans musste abbremsen und wurde von Audi-Fahrer Rene Rast getroffen, der ihn in das Heck von Sims' Boliden schob. Durch den entstehenden Rückstau kam es zu weiteren Berührungen im hinteren Feld, in die auch Bird involviert wurde. Nach einem Kontakt mit Oliver Turvey berührte der Brite die Mauer, was einen Schaden an der Radaufhängung vorne links nach sich zog.

Bird: "Leider wurde ich in Kurve 5 in die Wand gedrückt"

Bird fuhr an die Box, musste sein Auto aber nach einer längeren Reparaturpause doch abstellen. Evans fuhr auf dem neunten Platz liegend zunächst weiter. In der dritten Runde musste er jedoch auch an die Box, um eine neue Fahrzeugnase montieren zu lassen. Er ging anschließend am Ende des Feldes liegend auf die Strecke zurück. Da es im Rennen jedoch keine Safety-Car-Phase gab, gelang es ihm erst gegen Rennende, auf die langsameren Fahrzeuge vor ihm aufzuschließen. Er fuhr zwar die schnellste Runde des Rennens, beendete den E-Prix aber nur auf dem 14. Platz.

"Das Rennen hat für mich nicht sehr lange gedauert", so ein sichtlich enttäuschter Sam Bird nach dem Rennen. "Leider wurde ich in Kurve 5 in die Wand gedrückt. Schade, denn wir haben eine großartige Pace über das Wochenende gezeigt. Doch durch unsere Qualifying-Gruppe und die Startposition hatten wir ganz schlechte Karten."

Er wirft den Blick jedoch nach vorne: "Positiv ist: Wir sind bei den Teams im Kampf um den Titel dabei, und ich führe auch die Fahrerwertung immer noch an. Morgen haben wir eine neue Chance und greifen wieder an."

"Unser Rennen war leider schnell vorbei", ergänzt Mitch Evans. "Es gab in Kurve 5 eine Kettenreaktion, als Sims in die Mauer gedrückt wurde und stehenblieb. Ich konnte nirgendwo hin und wurde von hinten getroffen. Der Frontflügel war anschließend kaputt und rutschte unter das Auto. Ich musste dann an die Box kommen und ihn wechseln lassen."

Barclay: "Wissen, dass wir ein schnelles Rennauto, zwei schnelle Fahrer & motiviertes Team haben"

"Nach dem Boxenstopp wollten wir draußen bleiben und so viel wie möglich für morgen lernen. Ich bin enttäuscht, und auch Sam hat das Rennen nicht beenden können. Das war kein toller Tag für das Team. Das ist enttäuschend, aber wir werden morgen neu starten und versuchen, einen guten Tag hinzulegen."

"Heute lief es nicht so, wie wir es uns gewünscht haben", gesteht auch Jaguar-Teamchef James Barclay. "Die positive Nachricht ist, dass wir morgen eine weitere Chance haben und unsere Positionen in beiden Meisterschaften behalten haben. Mitch ist am Ball geblieben, und wir haben ein paar Dinge für morgen gelernt. Wir wissen, dass wir ein schnelles Rennauto, zwei schnelle Fahrer und ein motiviertes Team haben. Nach einer gründlichen Nachbesprechung freuen wir uns auf das morgige Rennen."

Da auch die anderen Titelfavoriten entweder gar keine oder nur sehr wenige Punkte erzielten, behielt Bird die Spitze in der Fahrerwertung. Mitch Evans rutschte hingegen auf den 13. Platz ab und wird daher in der dritten Qualifying-Gruppe an den Start gehen.

In der Teamwertung konnte Jaguar den dritten Rang behaupten und verlor nur vier Punkte auf DS Techeetah. Allerdings beträgt der Vorsprung auf den Sechstplatzierten, BMW i Andretti Motorsport, nur noch acht Zähler.

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